Frank Flemming (l.), Einrichtungsleiter Haus Albatros, und sein Team freuen sich über den Integrationspreis 2017 des Landes Sachsen-Anhalt. Foto: Wolfgang Gorsboth

Frank Flemming (l.), Einrichtungsleiter Haus Albatros, und sein Team freuen sich über den Integrationspreis 2017 des Landes Sachsen-Anhalt. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.12.2017

Haupt- und Ehrenamtliche fördern die lokale Willkommenskultur

Haus Albatros gewinnt den Integrationspreis 2017 des Landes

Wittenberg (wg). Das Haus Albatros in der Lerchenbergstraße wurde von Ministerpräsident Reiner Haseloff mit den Integrationspreis 2017 ausgezeichnet, in der Kategorie „Teilhabe von Zugewanderten“ belegte die Einrichtung, die sich in Trägerschaft des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) befindet, den ersten Platz. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro verbunden.

„Das Haus Albatros hat sich sehr gut entwickelt und wichtige Zeichen der Willkommenskultur gesetzt“, erklärt AWO-Geschäftsführerin Corinna Reinecke. Im Haus Albatros sind viele Bereiche unter einem Dach – der Jugendmigrationsdienst (JMD), der seit 1992 über die Bundes-AWO gefördert wird, die Ausländerberatungsstelle, das Projekt Familien- und Bildungspaten, die Netzwerkstelle ehrenamtliche Flüchtlingshilfe, die offene Kinder- und Jugendarbeit, das PASO-Familienzentrum, die Seniorenbegegnungsstätte und das Vor-Ort-Büro für Familienhilfe. 

„Es haben sich gut funktionierende Netzwerke gebildet, die sowohl sozialräumlich im Quartier, als auch in der gesamten Stadt sowie im Landkreis funktionieren“, sagt Reinecke. Die Kooperation mit Annette Steinkopf und Markus Märker von der Koordinierungsstelle Migration des Landkreises funktioniere sehr gut, ebenso profitiere man von AWO-Netzwerken auf Landes- und Bundesebene. 

Im Laufe der Jahre hat sich aus den verschiedenen Diensten, die im Haus Albatros untergebracht sind, ein großes Team gebildet, das gemeinsam arbeitet, Begegnungen schafft und gezielt die Integration vor Ort unterstützt. „Das Besondere ist, dass haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zusammenwirken“, berichtet Frank Flemming, Einrichtungsleiter des Hauses. Diese Form der Netzwerkarbeit funktioniere vor allem in der Hilfe für Flüchtlinge und Asylsuchende.

„Albatros ist ein Haus der Begegnung für Alle, die sich angesprochen fühlen“, sagt Flemming. Das Fest der Begegnung und das Sommerfest, bei denen alle Bereiche im Haus Albatros eingebunden sind, haben sich zu Traditionen entwickelt, die von ganz unterschiedlichen Zielgruppen gut angenommen werden. „Genau dieses Zusammenspiel verschiedener Akteure und Angebote in einem Haus, das Miteinander von Haupt- und Ehrenamt mit dem Ziel der Integration, wurde von der Jury besonders hervorgehoben“, so Flemming.

Circa 120 Kontakte und Anfragen von Menschen mit Migrationshintergrund verzeichnen die Mitarbeiter pro Woche. „Das Aufkommen ist nach wie vor sehr hoch“, bestätigt Flemming, „ging es 2015 um das Ankommen, so steht heute die Einzelfallhilfe zu konkreten Themen wie Sprachkurse, Ausbildung, Arbeit und Wohnen im Vordergrund.“ Der JMD widmet sich der Berufsorientierung und Berufswegeplanung, berät bei der Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen und ist federführend am neuen Kooperationsprojekt „Meine Chance“ beteiligt, das Jugendlichen mit Migrationshintergrund Perspektiven bieten soll (der Wittenberger Sonntag berichtete). Das seit 2,5 Jahren erfolgreich laufende Projekt mit den Familien- und Bildungspaten läuft zum Jahresende aus, eine Fortsetzung ist beantragt. Neu sind seit diesem Jahr die Gruppenangebote, wie die am PASO-Familienzentrum angegliederte Krabbelgruppe für Mütter mit Babys mit und ohne Migrationshintergrund oder die zweimal pro Woche stattfindende Sprachförderung. „Das Erlernen der deutschen Sprache hat oberste Priorität, deshalb wünschen sich viele Migranten mehr persönliche Kontakte“, so Flemming, „dem wollen wir Rechnung tragen, indem wir noch mehr Begegnungsmöglichkeiten schaffen.“ 

Seit Herbst 2016 verzeichnet das Haus Albatros in der offenen Kinder- und Jugendarbeit einen deutlichen Zuwachs von jungen Migranten: „Hier werden die Grundlagen für gegenseitigen Respekt und damit für das interkulturelle Verständnis gelegt“, betont Flemming. Um dieses Verständnis zu fördern, biete man auch Schulklassen Projekte an. Im nächsten Jahr wollen die Netzwerker im Haus Albatros verstärkt Integrationsprojekte für die Zielgruppen Kinder/ Jugendliche sowie Frauen/Mütter auflegen und sich dazu am Landesprogramm „Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit“ beteiligen, auch das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro soll dafür eingesetzt werden. Im Rahmen des Programms stehen jährlich 400.000 Euro für Projekte zur Verfügung.




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