Da freut sich Amtsarzt Dr. Michael Hable: Ellen Rinke, Repräsentantin des Wittenberger Sonntag und Geschäftsführer Wolfgang Marchewka lassen sich im Fachdienst Gesundheit der Wittenberger Kreisverwaltung gegen Grippe impfen. Foto: FD Gesundheit

Da freut sich Amtsarzt Dr. Michael Hable: Ellen Rinke, Repräsentantin des Wittenberger Sonntag und Geschäftsführer Wolfgang Marchewka lassen sich im Fachdienst Gesundheit der Wittenberger Kreisverwaltung gegen Grippe impfen.
Foto: FD Gesundheit

29.11.2017

Amtsarzt Dr. Michael Hable: Die Influenza ist unberechenbar

Die Grippeschutzimpfung ist sinnvoll

Wittenberg (wg). Die nächste Grippewelle naht, besonders gefährdete Menschen wie chronisch Kranke sollten sich gegen Influenza impfen lassen. „Es ist nie zu spät und selten zu früh, sich impfen zu lassen“, rät Amtsarzt Dr. Michael Hable im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. 

In den vergangenen Jahren begannen die Grippewellen meist nach Weihnachten und erreichten ihre Höhepunkte zwischen der sechsten und zwölften Kalenderwoche.

 „Die Schwere einer Grippesaison lässt sich nicht vorhersagen, in den vergangenen beiden Jahren war sie jedoch ziemlich heftig“, sagt Hable. Eine Impfung ist der sicherste Schutz vor einer Influenza, sie bewahrt 30 bis 90 Prozent der Geimpften vor einer Ansteckung. Nach einer Impfung ist der Schutz erst nach zehn bis 14 Tagen voll ausgeprägt, wer sich noch bis Weihnachten impfen lässt, ist deshalb auf der sicheren Seite, denn der Schutz hält bis zu acht Monaten an. Warum die Grippe vor allem im Winter auftritt, wird noch erforscht, offenbar brauchen Grippe-Viren kühle Temperaturen. Nur circa 15 bis 20 Prozent der sonst so auf Sicherheit bedachten Deutschen lassen sich impfen, um einer möglichen Influenza zu entgehen. Ursache ist neben einer grundsätzlichen Impfskepsis die weit verbreitete Ansicht, dass Grippe eine harmlose Krankheit sei.

Während der grippale Infekt bzw. die Erkältung in der Tat harmlos ist, kann die echte Grippeinfektion schwer verlaufen, die Impfverweigerung lebensgefährlich werden. „Impfen ist aus zwei Gründen der beste Schutz“, betont der Leiter des Fachdienstes Gesundheit, „weil wir erstens eine Virus-Grippe nicht gut behandeln können und weil zweitens die Impfung bei einem Ausbruch der Grippe wenigstens vor einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf schützt.“ 

Die Gefahr eines schweren Verlaufs ist auch der Grund, warum die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts in Berlin seit Juli 2010 die Impfempfehlung auf Schwangere ausgedehnt hat. Für gesunde Frauen ist laut STIKO eine Impfung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ratsam. Frauen, bei denen auf Grund einer chronischen Grunderkrankung eine Impfempfehlung besteht, sollten sich ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen. 

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Grippe vor allem älteren Menschen, die bei einer Infektion ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Wichtig ist die Schutzimpfung auch für Menschen, die unter diesen chronischen Krankheiten leiden: Herzkrankheiten, chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis, chronische Leber- und Nierenkrankheiten, andere chronische Stoffwechselkrankheiten, Diabetes, multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Immundefekte, die zum Beispiel durch eine HIV-Infektion ausgelöst wurden sowie chronische Anämien. 

Auch medizinisches Personal und Menschen, die beruflich viel mit „Publikum“ zu tun haben, wie Polizisten, Feuerwehrleute und Erzieher, sollten sich impfen lassen. „Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich selbst vor einer schweren Grippe, sondern vermeidet auch eine Ansteckung anderer, das ist in Arztpraxen, Klinken, Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten besonders wichtig“, erklärt Hable. 

Die Impfung gegen Grippe kann auch vor bakteriellen Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen schützen. Die Influenza-Viren schwächen nämlich die Schleimhäute der Atemwege und machen sie somit zu einem idealen Angriffspunkt für Bakterien, die sich zunächst im Nasen-Rachen-Raum festsetzen und von dort über die Ohrtrompete ins Mittelohr gelangen. 

Ob normaler Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder Influenza: Bereits mit einigen simplen Hygieneregeln kann das Ansteckungsrisiko gesenkt werden. Dazu zählt zum Beispiel das Anhusten oder Anniesen von Personen zu vermeiden, häufiges Lüften, Papier- statt Stofftaschentücher zu benutzen und „sich vor allem immer wieder gründlich die Hände waschen“, rät Dr. Hable. 

Einer Lungenentzündung vorbeugen 

Dr. Hable empfiehlt auch eine Impfung gegen Lungenentzündung. Pneumokokken stellen in Europa die Hauptursache von bakteriellen Lungenentzündungen dar, allein in Deutschland sterben daran laut Auskunft der STIKO circa 5.000 Menschen pro Jahr. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder unter zwei Jahren sowie Patienten mit chronische Erkrankungen und Immunschwäche. 

In Deutschland stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung: Der Polysaccharid-Impfstoff, der vor 23 verschiedenen Pneumokokken-Typen schützt und der Konjugat-Impfstoff, der vor 13 Typen schützt. Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt, dass Personen über 60 Jahre als Standardimpfung einmalig den Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff (PCV) erhalten, gefolgt vom Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff (PPSV) im Regelabstand von 4 Jahren (bei Immundefizienz und chronischen Krankheiten auch früher). Bereits mit PPSV geimpfte Erwachsene erhalten eine Nachimpfung mit PCV im Regelabstand von 5 Jahren. Das Wittenberger Gesundheitsamt verwendet Konjugat-Impfstoff. 

Kostenlose Impfungen 

Niedergelassene Ärzte impfen gegen Grippe, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten. Außer die genannten Zielgruppen sollten sich auch alle impfen lassen, die verreisen wollen, da in vielen Ländern ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Der Fachdienst Gesundheit des Landkreises impft gegen Grippe zu folgenden Zeiten: Dienstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr, Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr, eine telefonische Anmeldung ist nicht erforderlich. 

Wer sich gegen Lungenentzündung impfen lassen möchte, sollte bei seiner Krankenkasse nachfragen, ob die Kosten übernommen werden.




Video

Alaris Schmetterlingspark.m4v

mehr Videos

Videos Kultur

Alaris Schmetterlingspark.m4v
Dicke Luft und kein Verkehr - Der Zoff geht weiter
Jukebox im Clack Theater Wittenberg
Ensemble Weltkritik im Clack Theater Wittenberg: Höhenflüge in Bodennähe
Lothar Bölck: Dummerland im Clack Theater Wittenberg

Videos Politik

Auch der Wittenberger Bundestagsabgeordnete Sepp Müller (CDU) hat Angela Merkel gewählt
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 1
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 2
Koalitionsvertrag und Personaldebatten
Sepp Müller Ergebnisse

Videos Auto

Volvo XC40 Winter-Testfahrten

Videos aus Kreistag und Stadtrat

Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


Wittenberger Sonntag Verlags GmbH, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: