Jutta Brinkmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Christliche Kunst, erhält den „Lucas-Cranach-Preis“ 2018 in der Kategorie „Kunst und Kultur“. Foto: Wolfgang Gorsboth

Jutta Brinkmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Christliche Kunst, erhält den „Lucas-Cranach-Preis“ 2018 in der Kategorie „Kunst und Kultur“. Foto: Wolfgang Gorsboth

23.11.2017

Stadtrat nominiert Preisträger für „Lucas Cranach-Preis“ Ehepaar Dorschner, Petra Schütze, Jutta Brinkmann, r.2017

Stadtrat hat Preisträger für „Lucas Cranach-Preis“ nominiert

Wittenberg (WiSo). Im nichtöffentlichen Teil hat der Stadtrat am vergangenen Mittwoch die Preisträger für den „Lucas-Cranach-Preis“ 2018 nominiert, sie werden im Rahmen des Neujahrsempfangs der Lutherstadt Wittenberg am Freitag, dem 5. Januar 2018 im Stadthaus ausgezeichnet. Insgesamt standen 17 Kandidaten zur Auswahl, die von Bürgerinnen und Bürger sowie Vertretern der Stadtgesellschaft vorgeschlagen wurden. 

In der Kategorie „Arbeit im Ehrenamt“ entschieden sich die Stadträte dafür, den „Lucas-Cranach-Preis“ an das Ehepaar Ingrid und Johann Dorschner zu verleihen. Seit 1968 engagiert sich das Ehepaar ehrenamtlich und voller Hingabe für die Versorgung und Betreuung verletzter oder kranker Igel. Der Verein Igelfreunde Sachsen- Anhalt e.V., den sie 1998 ins Leben gerufen haben, existiert heute noch.

Gemeinsam versorgen sie bis zu 100 Tiere jährlich und wildern sie im Frühjahr wieder aus. Den Vereinsvorsitz hat Johann Dorschner immer noch inne. Seine Hauptaufgabe sieht das Ehepaar jedoch inzwischen darin, Anleitungen und Informationen an Ratsuchende weiterzugeben. Die Stadt Wittenberg würdigt die zeitaufwendige und selbstlose Hilfe, die das Ehepaar den Tieren seit so langer Zeit widmet. 

In der Kategorie „Impulse für die Stadt“ zeichnet der Stadtrat Petra Schütze mit den „Lucas-Cranach-Preis“ aus, sie organisiert seit 1993 in Eigenregie den Wittenberger Töpfermarkt. Damit trägt sie seit 25 Jahren wesentlich zur kulturellen Bereicherung der Stadt bei und setzt sowohl kulturelle, ökonomische als auch touristische Impulse. 

Inzwischen gehört der Töpfermarkt zu den größten in Mitteldeutschland und präsentiert Tonkunst aus über 80 Töpferkunstwerkstätten sowie von freischaffenden Keramikern aus ganz Deutschland. Petra Schütze ist es zu verdanken, dass der Wittenberger Töpfermarkt zu einem Alleinstellungsmerkmal der Stadt werden konnte. 

In der Kategorie „Kunst und Kultur“ entschied sich der Stadtrat dafür, den „Lucas-Cranach-Preis“ an Jutta Brinkmann zu übergeben. Seit Gründung der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg im Jahr 2001 ist Brinkmann Vorstandsvorsitzende. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass sich die Stiftung in der lokalen, aber auch nationalen und internationalen Museumslandschaft etablieren konnte und sich der Sammlungsbestand verdoppelt hat.

Im Jahr des 10. Stiftungs-Geburtstags wurden außer der neugestalteten Dauerausstellung „Christliche Botschaften. Von Chagall bis Beuys“ gleich drei hochrangige Sonderausstellungen gezeigt: „Patriarchen. Vier zeitgenössische Künstler im Dialog mit alten biblischen Erzählungen“, „JOS HENDRICKX 1906-1971. Ein flämischer Einzelgänger in Europa“ und „Bodil Kaalund. Bilder der Bibel“. 

Parallel zur eigenen Ausstellungstätigkeit organisiert die Stiftung Christliche Kunst unter Verantwortung von Jutta Brinkmann im In- und Ausland zahlreiche vielbeachtete Ausstellungen mit Arbeiten aus dem eigenen Bestand. Zudem legte Jutta Brinkmann die Weichen für eine enge Kooperation mit dem „Königlichen Piet Staut Kring“ Verein in Beveren (Belgien) sowie dem Religiösen Kunstmuseum in Lemvig (Dänemark). Zum diesjährigen Reformationsjubiläum zeigte die Stiftung die erfolgreiche Ausstellung „Ernst Barlach – Käthe Kollwitz. Über die Grenzen der Existenz“. 

2018 wird die Stiftung Christliche Kunst in Deutschland die Wanderausstellung „Thesen – dänische Gegenwartskünstler im Dialog mit der Reformation“ zeigen. Sie wurde im Rahmen der Reformationsfeierlichkeiten von der Regierung Dänemarks initiiert und steht unter der Schirmherrschaft Ihrer Majestät Königin Margrethe II.

Ein Sonderpreis

Außerdem sprachen sich die Stadträte dafür aus, einen Sonderpreis des „Lucas-Cranach-Preises“ an den Verein Reformationsjubiläum 2017 e.V. – in Vertretung der Geschäftsführer Hartwig Bodmann und Ulrich Schneider – zu verleihen. Der r. 2017 hat den Reformationssommer in Wittenberg zu einem einzigartigen Erlebnis werden lassen. Seit Planungsbeginn sorgten die Geschäftsführer für den nötigen Spirit und das damit verbundene Wir-Gefühl bei Bürgern und Mitwirkenden. 

Drei Jahre lang hat der Verein zusammen mit der Projektleitung die „Weltausstellung Reformation“ entwickelt, Wettbewerbe begleitet, Themenwochen geplant, Aussteller gewonnen und kulturelle Highlights konzipiert. Die Wittenberger haben sich zahlreich in Workshops an der Planung „ihrer“ Weltausstellung beteiligt. Und die städtebaulichen Veränderungen der vergangenen zehn Jahre sind unübersehbar: Von Wittenberg geht ein Zeichen des Aufbruchs aus, ein Aufbruch von und durch Menschen aus aller Welt. 

Der Truck des Europäischen Stationenweges kam nach 67 Stationen in 19 Ländern in die Lutherstadt Wittenberg und brachte Fragen, Geschichten und Erinnerungen mit. Das, was vor 500 Jahren von der Stadt an der Elbe in die Welt hinausgegangen ist, kehrte zurück und der Reformationssommer begann. Hartwig Bodmann und Ulrich Schneider stehen stellvertretend für die ausgezeichnete Arbeit des Vereins und erhalten daher den Sonderpreis des „Lucas-Cranach-Preises“.

Hintergrund 

Der „Lucas-Cranach-Preis“ ist nach der Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung, die die Lutherstadt Wittenberg vergibt. Erstmals wurde der Preis in seinen drei Kategorien 2016 verliehen. Am 29. Juni 2017 beschloss der Stadtrat auf seiner 35. Sitzung die Änderung der Ehrungssatzung der Lutherstadt Wittenberg. Seitdem kann der Preis auch an Gruppen, Vereine und Verbände vergeben werden. Des Weiteren erlaubt die Satzungsänderung die Möglichkeit, einen Sonderpreis zur Auszeichnung besonders einmaliger Leistungen zu verleihen.




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