Am fünften Geburtstag seiner Alleinfahrt auf der Suche nach baulichen Schwachstellen in Wittenberg ist Klaus Götz von Oberbürgermeister Torsten Zugehör empfangen worden. Foto: Wolfgang Marchewka

Am fünften Geburtstag seiner Alleinfahrt auf der Suche nach baulichen Schwachstellen in Wittenberg ist Klaus Götz von Oberbürgermeister Torsten Zugehör  empfangen worden.
Foto: Wolfgang Marchewka

19.11.2017

Rollstuhlfahrer Klaus Götz schlägt gemeinnützige Aktion vor

Helfen Wittenberger Unternehmen den Behinderten?

Wittenberg (wm) Professor Klaus Götz hat in dieser Woche einen selten Geburtstag gefeiert: Genau fünf Jahre ist der Rollstuhlfahrer mit seinem Elektromobil in Wittenberg unterwegs, um in Alleinfahrt solche baulichen Schwachstellen aufzuspüren, die behinderten Mitbürgern das Leben unnötig schwer machen. Die Stadtverwaltung ist dankbar für diese gemeinnützige Tätigkeit. Jetzt aber gibt es ein Problem, das weder Götz noch die Stadt alleine lösen können, weil das Geld dafür fehlt. Doch der umtriebige Behinderte hat bereits eine Idee ausgebrütet: Er will die Aktion „Unternehmer helfen behinderten Menschen und Kindern“ ins Leben rufen und sucht Mitstreiter. 

Klaus Götz hat nachgedacht: „Einerseits gibt es bei der Stadt Wittenberg erhebliche Finanzprobleme, so dass selbst dringend zu erledigende Vorhaben liegen bleiben müssen, andererseits haben wir auch in Wittenberg Unternehmen, die finanziell gut dastehen. Wenn sich beide Seiten zusammentun, könnte viel mehr erreicht werden“, begründet Götz seine Idee im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. 

Als Beispiel für so ein dringend zu erledigendes Projekt nennt Götz die Wege zu den Wohnblöcken an der Stadthalle 2 und 3 und bis zum Kinderspielplatz an der Ecke Falkstraße: „Die Betonplatten stammen noch aus DDR-Zeiten, viele sind gebrochen und die Gefahr für behinderte Menschen zu stürzen, hat erheblich zugenommen.“ In diesen Wohnblöcken leben zahlreiche ältere Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, viele von ihnen sind auf den Rollator oder sogar Rollstuhl angewiesen. Außerdem wohnen dort mehrere behinderte Menschen, die vom Augustinuswerk betreut werden. Für diese Menschen ist der Zustand der Wege katastrophal. 

Die Wohnblöcke gehören der Wiwog, Wege und Kinderspielplatz jedoch der Stadt. „Da müsste doch was gehen“, meint Götz und hat seine Idee von der Unternehmer-Aktion Oberbürgermeister Torsten Zugehör vorgestellt. Das Stadtoberhaupt war angenehm überrascht: „Das ist ein schönes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement.“ 

Zugehör hat auch einen Vorschlag, wie so ein Projekt finanztechnisch umgesetzt werden könnte: „Unternehmen, die den behinderten Menschen helfen wollen, könnten uns eine Spende zweckgebunden für das ‚Bauprojekt Wege’ zukommen lassen, die Stadt würde dafür eine Spendenquittung ausstellen.“ 

Bei der Wiwog ist man über die Aktivitäten von Klaus Götz sehr erfreut: Am Donnerstag ist er in den Mieterrat des Unternehmens berufen worden, ein Gremium, in dem Mieter aus allen Wohngebieten vertreten sind. „Die Wege zu unseren Wohnblöcken sind tatsächlich in einem sehr schlechten Zustand“, bestätigt Wiwog-Geschäftsführer Rando Gießmann, „wir finden die Idee von Herrn Götz klasse.“ Da die Wohnungsgesellschaft im Sinne der älteren Mieter barrierearm baut, sei es hilfreich, wenn auch das Umfeld barrierefrei gestaltet wird. 

Fazit: „Wir werden die Idee von Herrn Götz gern unterstützen.“ Bereits in der kommenden Woche will Gießmann weitere Möglichkeiten der Gemeinsamkeit mit dem für das Bauen in Wittenberg zuständigen Bürgermeister Jochen Kirchner ausloten.




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