Helmut Keitel (l.) übergibt zum 1. Januar 2018 die Geschäftsführung an Christoph Lücke. Fotos: Wolfgang Gorsboth

Helmut Keitel (l.) übergibt zum 1. Januar 2018 die Geschäftsführung an Christoph Lücke. Fotos: Wolfgang Gorsboth

16.11.2017

Mit 660 Projekten die Stadt und die Region nachhaltig gestaltet

Bei bc Architekten + Ingenieure wechselt der Staffelstab

Wittenberg (wg). „Qualität liefern, Vertrauen schaffen und ein verlässlicher Partner für die Kunden sein“, so umschreibt der bisherige geschäftsführende Gesellschafter der bc Architekten + Ingenieure GmbH, Helmut Keitel, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag die Philosophie des Unternehmens. „Dazu kommt, bei komplexen Prozessen immer mindestens einen Schritt vorauszudenken und Alternativplanungen zu entwickeln, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.“ 

Nach fast drei Jahrzehnten übergibt Architekt Keitel den Staffelstab zum 1. Januar 2018 an den Architekten und Mitgesellschafter Christoph Lück, Diplom-Ingenieur Uwe Schulze wird zum neuen Prokuristen berufen. Diesen Wechsel in der Geschäftsführung vollzieht das Unternehmen im Rahmen einer Feierstunde für geladene Gäste im Stadthaus. Örtlichkeit und Einladungskarte sagen viel über die Entwicklung von bc aus: So zeigt die Karte die bekannte Silhouette der Lutherstadt mit den markanten Kirchtürmen und den Bögen der Elbbrücken, ergänzt um weitere Bauwerke, für die das bc-Team verantwortlich zeichnet. Die Stadt-Silhouette war gleichzeitig auch das erste bc-Logo. 

Und auch das Stadthaus verdankt sich dem Engagement des Unternehmens und ganz besonders seines langjährigen Geschäftsführers im Rahmen seines ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzes von Campus Wittenberg, wobei der Zufall eine Rolle spielte: „Aus Anlass des Empfangs zum 70. Geburtstags von Prof. Dr. Bernhard Opitz, dem langjährigen Chefarzt am Paul-Gerhardt-Stift, ergab sich 2006 ein Gespräch mit dem damaligen Oberbürgermeister Eckhard Naumann“, erinnert sich Keitel. Damals sei es mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 darum gegangen, dass die Stadt die Funktion einer Lokomotive übernehme, denn der Zug hatte längst an Fahrt aufgenommen. „Drei Tage später war ich Vorstandsvorsitzender von Campus Wittenberg, das war wie ein Sprung ins kalte Wasser“, berichtet Keitel. 

Viele Campus-Projekte seien dann im Zuge der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010 realisiert worden, Vorhaben, die auch Bedeutung für 2017 besitzen: „Wir haben gemeinsam mit der Stadt, der Saleg und weiteren Mitstreitern die Evaluatoren für unsere Projekte begeistern können, so dass deutlich mehr Geld als vorgesehen nach Wittenberg geflossen ist.“ Vieles, was heute selbstverständlich zur Lutherstadt gehöre, sei ohne die IBA nicht denkbar gewesen, dazu gehören unter anderem das Stadthaus und die Exerzierhalle, das Zeughaus auf dem Arsenalplatz, das Colleg Wittenberg in der Jüdenstraße und das Weber-Haus. 

Aus der bc-Geschichte

Entstanden ist bc aus dem staatlichen Planungsbüro, das noch zu DDR-Zeiten gegründet worden war und die Aufgabe hatte, sich um Fragen der Stadtsanierung und um die Lösung der Wohnungsproblematik zu kümmern. „Mit einem Planungs- und einem Bauleiterbereich sowie Controlling waren wir damals schon sehr breit aufgestellt“, blickt Keitel zurück. Am 1. Juni 1990 gründete sich bc aus der staatlichen Struktur aus, „wobei uns der Ausstieg sehr einfach gemacht wurde und wir viele gute Mitarbeiter übernehmen konnten.“ 

Nach dem Mauerfall besuchte Keitel ein Architekturbüro in Westberlin, um eine Kooperationspartnerschaft zu vereinbaren – und wurde auf unschöne Art abgewiesen. Eine ganz andere Erfahrung machte Keitel in der Partnerstadt Göttingen: Bei einem Besuch beim Baudezernenten Norbert Klein wurde er am Abend Architekten und Planern aus der Leinestadt vorgestellt: „Wir sind dort sehr freundlich aufgenommen worden.“ 

Aus den Kontakten ergaben sich Partnerschaften mit dem Statikbüro Kurt Duwe sowie Brütt, Matthies & Partner. „Eine auf Zeit angelegte Partnerschaft“, betont Keitel, „die fantastisch funktioniert hat und mit der wir in den 1990er Jahren große Aufgaben angehen konnten wie die ersten Bauabschnitte am Paul-Gerhardt-Stift, das Berufsschulzentrum, Finanzamt sowie die Werkstätten für behinderte Menschen in Wittenberg und Jessen.“ 

Sozialbauten wie Kliniken, Ärztehäuser, Seniorenheime und Reha-Einrichtungen machten am Anfang den Schwerpunkt aus, entsprach dies doch der Kernkompetenz. Das erste große Sanierungsprojekt in der Altstadt war die Leucorea. 

Circa 660 Projekte sind mit bc verbunden und jedes könnte eine eigene Geschichte erzählen wie das Science Center „futurea“ am Markt, in dem der Agrofert-Konzern eine Brücke zwischen der Gesellschaft und der modernen Chemie schlägt, ganz im Sinne des Industrie-Kultur-Verbundes als eine von vier Säulen der Stadtentwicklung. 

Die Projekte leben

„Man muss Projekte nicht nur begleiten, sondern man muss sie leben, sich damit identifizieren“, erläutert Christoph Lück, der 1970 in Wittenberg geboren wurde, in Weimar studierte und seit 1996 für bc arbeitet. Für das Kneipptherapie-Zentrum in Bad Schmiedeberg informierten sich die bc-Planer in Bad Wörishofen, um den typischen „Kneipp-Spirit“ zu erfassen und umsetzen zu können – mit Erfolg, denn die Kurstadt zählt zur Champions-League unter den Kneippheilbädern.

Im Zuge dessen wurde auch eine neue Kurgärtnerei gebaut und in deren Nachbarschaft ein neues Pflegeheim. „Es war eine wunderbare Fügung, sich planerisch und gestalterisch in der Stadt und der Region einbringen zu können“, resümiert Keitel, das Vertrauen, das sich bc dabei erworben habe, erfülle ihn mit Stolz. Dank einer stringenten Personalpolitik verfüge man über kreative, verlässliche und motivierte Mitarbeiter. Von Anfang an als Mitgesellschafter und „tragende Säule“ dabei war Christian Meyer. 

Keitel, der 1952 im brandenburgischen Guben geboren wurde, bleibt Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Residenz am Kurpark und wird für bc Architekten + Ingenieure beratend tätig sein. Er ist weiterhin Mitglied von Campus Wittenberg und des Rotary Club Wittenberg.





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