14.11.2017

Wittenberger Sonntag liest das Westfalen-Blatt

Gaffer ächten

Bielefeld (ots) - Es drohen drastische Strafen, Sichtschutzwände werden in Stellung gebracht: Trotzdem lassen sich die Gaffer nicht davon abhalten, Leid und Tod auf den Straßen zu filmen. Es ist deshalb menschlich verständlich, wenn ein Feuerwehrmann, der womöglich zuvor bis zur Erschöpfung um das Leben der Unfallopfer gekämpft hat, zur Selbsthilfe und zum Wasserschlauch greift, um den Schaulustigen ihr Tun zu verleiden. 

Ebenso verständlich und richtig ist, dass die Polizei verhindern will, dass solcherlei Selbsthilfe Schule macht und an anderer Stelle zur Gefahr wird. Die Staatsanwaltschaft beweist Augenmaß, wenn sie angesichts der Aufmerksamkeit nicht wohlfeil schwere juristische Geschütze auffährt und den Feuerwehrmann anklagt - gleichzeitig aber klarstellt, dass die Selbsthilfe mit dem Schlauch Unrecht ist.

Unverständlich hingegen ist das Verhalten der Gaffer. Können sie sich nicht vorstellen, wie es wäre, wenn ihre Kinder oder Partner in den Fahrzeugtrümmern lägen? Würden sie es dann richtig finden, wenn Gaffer die Handy-Kamera zücken? Umdenken tut not, jeder muss die Gaffer ächten und ihr Tun als falsch markieren.




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