luthErleuchtet“ nannte sich die Kunstperformance aus Licht, Klang und Bewegung von Ingo Bracke, die am Markt begann und an der Schlosskirche fortgesetzt wurde. Foto: Oleg Alimov

luthErleuchtet“ nannte sich die Kunstperformance aus Licht, Klang und Bewegung von Ingo Bracke, die am Markt begann und an der Schlosskirche fortgesetzt wurde. Foto: Oleg Alimov

04.11.2017

OB Zugehör zieht ein positives Fazit zum Reformationstag

Ein für Wittenberg großartiger Tag

Wittenberg (wg). Die Feiern zum Reformationstag am Dienstag bildeten den krönenden Abschluss eines ereignisreichen Jubiläumsjahres. Circa 40.000 Besucher wurden gezählt, darunter auffallend viele ausländische Gäste. „Wenn wir an den Anschlag in New York denken, dann können wir nur froh, glücklich und dankbar sein, dass es an diesem für Wittenberg so großartigen Tag keine Zwischenfälle gab“, erklärt Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. 

Noch nie konnten in der Lutherstadt an einem Tag so viele prominente Persönlichkeiten begrüßt werden, und dass es an einem Tag einen Festgottesdienst und einen Staatsakt gab, wird Wittenberg so schnell nicht noch einmal erleben. Und doch war der 31. Oktober auch ein Fest für Jedermann mit Mittelaltermarkt-Stimmung.

 „Sowohl das Marktspektakel sowie die vielen anderen, zum Teil auch kleinen Formate kamen sehr gut bei den Besuchern an“, sagt Zugehör. Als Beispiel nennt der OB den vom Freundeskreis Wittenberg e.V. bespielten Weberhof: Aus ganz Deutschland und dem Ausland seien die ehemaligen Wittenberger als Zeichen der Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt angereist. 

Für den OB ist das Jubiläumsjahr noch nicht ganz vorbei. So ist er am 12. November Gast der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und wird dort über die Wittenberger Erfahrungen mit dem Jubiläumsjahr und dem Reformationssommer mit seiner Weltausstellung berichten. Der OB ist in das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages gewählt worden, denn: „Wittenberg als Ursprungsort der Reformation wird bei der Gestaltung künftiger Kirchentage seine Erfahrungen einbringen.“ Zusammen mit Katrin Göring-Eckardt ist Zugehör der einzige Ostdeutsche, der diesem Gremium angehört. „Wir denken zwar nicht in Ost-West-Kategorien, und trotzdem ist es gut, dass in dem Gremium auch eine Stimme aus Sachsen-Anhalt vertreten ist“, so Zugehör. 

Der OB wünscht eine Kunst-Biennale 

Bei einer gründlichen Evaluierung werde sich zeigen, dass das Jahr 2017 überaus erfolgreich gewesen sei und alle Akteure, weltliche wie kirchliche, auf die vielen Höhepunkte einschließlich der Weltausstellung Reformation stolz sein könnten. 

„Ich bitte alle um Unterstützung, die uns dabei helfen wollen, dass die Lutherstadt im Nachklang der Ausstellung ‚Luther und die Avantgarde’ ihre Kunst-Biennale bekommt“, appelliert der OB. Circa 40.000 Besucher ließen sich im wahrsten Wortsinn gefangen nehmen von der modernen Kunst im Alten Gefängnis – und dieser Erfolg öffnet Chancen für die Zukunft: „Diese Ausstellung war ein Leuchtturm im Reformationsjubiläum, sie hat unseren eigenen Blick geweitet, Perspektiven verändert und das Flair Wittenbergs als kleinste Großstadt der Welt bekräftigt.“ 

Nach Ende der Ausstellung am 1. November soll das Alte Gefängnis als neuer Kunstort etabliert werden. Gemeinsam mit der Stadt und dem Land arbeitet die Bonner Stiftung für Kunst und Kultur mit Walter Smerling an der Spitze an Plänen für eine Kunst-Biennale, die ab 2019 im Alten Gefängnis stattfinden könnte. „Dazu bedarf es mutigen und zeitnahen Handelns, denn wir haben noch viel Arbeit vor uns, wenn wir das Ziel erreichen wollen“, betont Zugehör. Die Infrastruktur sei vorhanden und eine Kunst-Biennale stelle jene Nachhaltigkeit dar, die man sich stets mit Blick auf die Höhepunkte 2017 gewünscht habe.

Bekenntnis zur Ökumene 

Zu den Höhepunkten am Dienstag gehörte der Festgottesdienst in der Schlosskirche, in seiner Predigt rief der Vorsitzende des Rates der EKD Heinrich Bedford-Strohm die Deutschen zu Veränderungsbereitschaft auf. Was dieses Land brauche, sei eine „neue innere Freiheit, eine Kraft, die die Angst überwindet und die Liebe stärkt.“ Der Beginn der Reformation sei „Ein Akt der Befreiung“ gewesen. Die Überzeugungen, die zum reformatorischen Kernbestand gehörten, seien heute genauso wie damals segensreiche Kraftquellen für eine lebenswerte Gesellschaft.

Der Ratsvorsitzende dankte Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, für Mut und Geschwisterlichkeit im Reformationsjahr. Und direkt an Papst Franziskus gerichtet, sagte Bedford-Strohm: „Wann immer du einmal hierher nach Wittenberg kommst, dann werden wir dich ein halbes Jahrtausend nach der Verbrennung der Bannbulle von ganzem Herzen willkommen heißen!“

Man habe verstanden, „dass Christus nicht zerteilt ist und deswegen auch seine Kirche nicht länger getrennt sein darf. Und niemand soll meinen, wir ließen uns von dem Weg hin zur sichtbaren Einheit in versöhnter Verschiedenheit abbringen.“ Als ökumenisches Zeichen wurde das sogenannte Hildesheimer Versöhnungskreuz im Gottesdienst von Bedford-Strohm und Kardinal Marx an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht, auch als Symbol dafür, dass beide Kirchen Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen wollen. In einem gemeinsamen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim hatten sich Protestanten und Katholiken im März von jahrhundertelangen Anfeindungen distanziert. 

Am Festgottesdienst nahmen auch der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster sowie des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, teil.




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