Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit EKD-Ratspräsidenten Heinrich Bedford-Strohm (links) und Altbundespräsident Joachim Gauck (rechts) beim Reformationsjubiläum in Wittenberg. Foto: EKD

Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit EKD-Ratspräsidenten Heinrich Bedford-Strohm (links) und Altbundespräsident Joachim Gauck (rechts) beim Reformationsjubiläum in Wittenberg. Foto: EKD

31.10.2017

500 Jahre Reformation – Festakt im Wittenberger Stadthaus

Bundeskanzlerin Merkel: „Toleranz ist die Seele Europas“

Wittenberg (wg). Dass sich heute die gesamte Staatsspitze in Wittenberg versammelt hat, ist ein Beleg für den hohen Wert, den die deutsche Politik der Reformation beimisst. Zum staatlichen Festakt im Stadthaus, der um 17 Uhr begann, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Verpflichtung des Staates, Religions- und Meinungsfreiheit zu schützen. 

„Toleranz ist die Seele Europas, sie endet aber dort, wo die Regeln des Grundgesetzes missachtet werden“, erklärte Merkel. „Ohne Toleranz kann es keine offene Gesellschaft geben.“ Wo es um die Religionsfreiheit schlecht gestellt sei, würden auch andere Werte mit Füßen getreten.

Interreligiöser Dialog könne dann gelingen, wenn man sich dem Kern der eigenen Religion bewusst sei. Religiöse Bildung bedeute deshalb eine Gemeinschaftsaufgabe, religiöse Bildung sei auch ein Grundanliegen der Reformatoren gewesen, die letztlich einen Bildungsschub ausgelöst hätten. Bildung für alle sei auch heute Gegenstand der Diskussionen. 

Mit seinen Thesen habe Luther einen Stein ins Rollen gebracht, der sich nicht mehr aufhalten ließ und die Welt für immer verändert habe. Die Reformation werde deshalb zu Recht als „Weltbürgerin“ bezeichnet, auch wenn sie zu Beginn eine religiöse Erneuerungsbewegung gewesen sei. Luther habe das Bild des zur Freiheit berufenen Menschen geprägt.

Auch wenn keine direkte Linie von der Reformation zur heutigen Demokratie gezogen werden könne, habe das reformatorische Freiheitsverständnis dennoch als treibende Kraft gewirkt, sich von Bevormundung und Hierarchien zu befreien. Die Glaubensfreiheit müsse gleichermaßen vor religiösem Fanatismus und vor Geringschätzung geschützt werden. Überdies sei der Staat zur universellen Aufgabe verpflichtet, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. 

„Heute schauen die Völker der Welt auf Wittenberg, Luthers Wahlheimat“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Jeder Gebildete in Europa habe damals die Wittenberger Universität gekannt, an der Luther wirkte. Junge Menschen aus ganz Europa hätten hier studiert und auch heute könne und wolle die Lutherstadt Motor der europäischen Integration sein. 

Was bleibt nach den Reformationsfeierlichkeiten und der Lutherdekade, die vor zehn Jahren in Wittenberg eröffnet wurde? „Das ökumenische Vertrauen zwischen den Kirchen ist gewachsen, der Dialog trägt Früchte“, erklärte der Ministerpräsident, „das Gemeinsame und nicht länger das Trennende steht im Vordergrund.“ 

Haseloff erinnerte an den 31. Oktober 1989 in Wittenberg, damals seien mehr als zehntausend Menschen nach den Friedensgebeten auf den Marktplatz gezogen und hätten dort sieben Thesen zum Dialog an die Rathaustür geheftet. „Wir haben uns damals den Reformationsfeiertag, den uns die SED weggenommen hat, zurückgeholt und heute wird erstmalig in ganz Deutschland dieser Tag als Feiertag begangen“, so Haseloff.




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