Gruppenbild vor der Thesentür mit Landesbischöfin Ilse Junkermann, Bundesratspräsident Wolfgang Schäuble, dem lettischen Staatspräsidenten Raimonds Vejonis, EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm, Staatspräsident Frank-Walter Steinmeier, Kultur-Staatsministerin Monika Grütters, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (v.l.n.r.). Foto: Wolfgang Gorsboth

Gruppenbild vor der Thesentür mit Landesbischöfin Ilse Junkermann, Bundesratspräsident Wolfgang Schäuble, dem lettischen Staatspräsidenten Raimonds Vejonis, EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm, Staatspräsident Frank-Walter Steinmeier, Kultur-Staatsministerin Monika Grütters, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (v.l.n.r.). Foto: Wolfgang Gorsboth

31.10.2017

Viel Prominenz beim Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum

Bedford-Strohm: Wir brauchen jene Kraft, die Angst überwindet

Wittenberg (wg). Als Höhepunkt der Feierlichkeiten fand am Nachmittag in der Schlosskirche der zentrale Festgottesdienst mit dem EKD-Ratspräsidenten Heinrich Bedford-Strohm, der Reformationsbotschafterin Margot Käßmann und Ilse Junkermann, Landesbischöfin der EKM, statt. 

Zu dem zentralen Gottesdienst um 15 Uhr kamen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Innenminister Thomas de Maizière auch Staatsgäste aus dem Ausland sowie Reinhard Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Altbundespräsident Joachim Gauck, und Ex-Ministerpräsident Wolfgang Böhmer. Wegen der hochkarätigen Gäste war die Polizei mit einem Großaufgebot in der Stadt, es galt Sicherheitsstufe 1.

In seiner Predigt wies der EKD-Ratspräsident auf die Zerrissenheit Deutschlands hin: Hier ein Land, das so gesegnet sei wie nie zuvor, ein Land, das in der Flüchtlingskrise enorm viel Empathie gezeigt habe und doch auch ein Land, in dem Menschen Angst haben, ihre gewohnten Sicherheiten zu verlieren, ein Land, das sich nach Heimat sehnt.

„Weder Obergrenzen noch moralische Durchhalteparolen helfen unserem Land weiter, wir brauchen jene Kraft, die Angst überwindet“, sagte Bedford-Strohm. Die Botschaft von Vergebung und Liebe trage heute noch. 

Man feiere 500 Jahre Reformation nicht als Heldenverehrung, man empfinde Scham mit Blick auf die antijüdischen Hetzreden Luthers, auf seine Intoleranz gegen die Täufer und seine Herabsetzung anderer christlicher Religionen. „Wir lassen uns auf dem Weg zur Einheit der Kirchen nicht abhalten“, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. Dem Papst dankte er für dessen Zeugnis der Liebe und Barmherzigkeit und die Zeichen der Versöhnung: „500 Jahre nach dem Verbrennen der Bannbulle ist Papst Franziskus herzlich in Wittenberg willkommen.“

Die Überzeugungen, die zum reformatorischen Kernbestand zählten, seien auch heute aktuell. Kein Mensch müsse sich seine Würde verdienen, sie sei ihm von Gott gegeben und unantastbar. Die erste der 95 Thesen handele von der Buße, wer Buße tue, halte inne und gehe zu sich selbst auf Distanz. Freiheit sei das Mega-Thema der heutigen Zeit. Freiheit bedeute jedoch nicht Freiheit von jeder Verpflichtung oder die Wahl unter unzähligen Optionen. Freiheit müsse immer auch von der Verantwortung her gedacht werden. 

„Der 500. Jahrestag der Reformation ist vor allem ein Tag der Dankbarkeit“, sagte Bedford-Strohm, „Dankbarkeit, dass aus den Konflikten zwischen den Konfessionen Freundschaften geworden sind, verbunden mit der Hoffnung, dass daraus ein Zeichen für die ganze Welt werden könnte.“ 

Der Thomanerchor aus Leipzig sang während des Gottesdienstes und ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt des Schauspielers Devid Striesow, der in einem Rollenspiel als Luther auftrat. 

Vor den Absperrungen rund um die Schlosskirche hatten sich hunderte Zuschauer eingefunden, darunter auch eine kleine, aber lautstarke Gruppe rechtsextremer Krakeeler, die den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) mit „Volksverräter“-Rufen begrüßten und immer wieder „Merkel muss weg!“ skandierten.




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