Der Regisseur und Künstler Ingo Bracke probte an der Schlosskirche die Beleuchtungen für seine Lichtinstallation „luthERleuchtet 2017“. Foto: Johannes Winkelmann

Der Regisseur und Künstler Ingo Bracke probte an der Schlosskirche die Beleuchtungen für seine Lichtinstallation „luthERleuchtet 2017“. Foto: Johannes Winkelmann

19.10.2017

Nach der Weltausstellung: Weitere Attraktionen in „Die Woche davor“

Wittenberger Festtage zum Reformationsjubiläum

Wittenberg (wg). Die Entscheidung, nach der Weltausstellung Reformation den Menschen weitere Attraktionen anzubieten, war das Ergebnis von Gesprächen zwischen der Stadt und weiteren Akteuren wie Wittenberg Marketing GmbH, Stiftung Luthergedenkstätten, Kreismusikschule, den Kirchen, der KVHS und der staatlichen Geschäftsstelle Luther 2017. „Die Monate September und Oktober sind traditionell sehr besucherstark und mit Beendigung der Weltausstellung sind die Gästezahlen keineswegs gesunken“, freut sich Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). Daraus entstand die Idee „Wittenberger Festtage“ zu entwickeln. 

Auch die Woche vor dem 500. Reformationsjubiläum am 31. Oktober wird festlich gestaltet. Die Palette reicht von Konzerten über Ausstellungen und Vorträge bis hin zu einem Mittelalterspektakel am 30. und 31. Oktober", berichtet Johannes Winkelmann, Geschäftsführer der Wittenberg Marketing GmbH. Ein besonderer Höhepunkt ist dabei die 12. Auflage des Wittenberger Renaissance-Musikfestivals, das am 20. Oktober beginnt und unter dem Motto „Vater der Lieder – Martin Luther und die Musik“ steht (der Wittenberger Sonntag berichtete). 

Ebenfalls am 20. Oktober beginnt um 20 Uhr im Lutherhaus das Theaterstück „Martin Luther: Untertan und Freigeist“ von „Dein Theater“, in dem gezeigt wird, wie der Mönch und Unternehmersohn ungewollt zum Kirchenspalter wurde und zur allgemeinen Verständlichkeit das Hochdeutsch und den selbstbestimmten Glauben erfand. 

Von „Dein Theater“ stammt auch das Theaterstück „Katharina von Bora – die Profession der Frau Lutherin“ mit Gesine Keller, das am 21. Oktober um 20 Uhr im Lutherhaus zu erleben ist. Ackerbürgerin, Köchin, Winzerin, Kuhmagd und diskussionsfreudige Wohltäterin: Die vormalige Nonne war ein Multitalent und erschuf ihren arbeitssüchtigen Reformationsgatten einen gesellschaftlichen Kosmos mit sechs Kindern, Pflegekindern und Gästen. 

Die Suche nach dem Urdruck der 95 Thesen – dem Exemplar, das möglicherweise an die Schlosskirchentür angeschlagen wurde – begleitet die Reformationsforschung schon lange. Dabei könnte es gut sein, dass dieser Urdruck gar nicht aus einer Wittenberger, sondern aus einer Leipziger Druckerei stammt, von ihm sind drei Exemplare erhalten. Handelt es sich dabei um den Druck, den Luther auch am 31. Oktober 1517 in Wittenberg anschlug? Zu dieser Frage hält Mirko Gutjahr, Co-Kurator der Nationalen Sonderausstellung, am 24. Oktober um 18.30 Uhr einen Vortrag im Lutherhaus. 

Die „Lutherstudientage“ unter der Leitung von Studienleiter Alf Christophersen und Stefan Rhein, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, zu denen die Evangelische Akademie am 29. und 30. Oktober einlädt, wollen einen Punkt setzen: Ein Jahrzehnt des Durchbuchstabierens aller Seiten der Reformation ist für viele mehr als genug. „Wir setzen am Vorabend des Reformationstages deshalb einen Doppelpunkt und fragen nach den Erträgen der intensiven Auseinandersetzungen der vergangenen Jahren“, erläutert Christophersen. „Was haben wir über Luther und seine Zeit neu gelernt und welche gesellschaftspolitischen Debatten waren im Reformationsjubiläum prägend und sollten weitergeführt werden?“ Auftakt ist am 29. Oktober um 19 Uhr mit einem Dialog zwischen Friedrich Schorlemmer und Christian Wolff zum Thema „Reformation in der Krise. 

Wider die Selbsttäuschung – Ein Memorandum zum Reformationsfest 2017“. Am 30. Oktober wird Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) um 9.30 Uhr aus der Sicht eines (katholischen) Wittenbergers und Politikers ein persönliches Resümee ziehen. 

Klang & Farben der Reformation „luthERleuchtet 2017“ ist das Thema einer Lichtinstallation und Konzertperformance von Ingo Bracke, die am 30. und 31. Oktober jeweils ab 20 Uhr am Schlossplatz (1. Station) und am Markt (2. Station) zu erleben ist. Diese multimediale Installation wurde bereits 2015 als Auftragsarbeit im Rahmen des Reformations-Themenjahres „Bild und Bibel“ (Cranachjahr) für die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands entwickelt und an zahlreichen Lutherstätten in Thüringen aufgeführt und dabei von Ort zu Ort weiterentwickelt. Im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 wird das Projekt als Konzertperformance sowie als Großinstallation wieder neu entstehen.

Die ortsbezogenen Installationen von Bracke verbinden mit Licht, Klang und Bewegung verschiedene Medien. Die Grundlage der audiovisuellen Arbeit über den Reformator Luther bilden typografische Textebenen, die auf der ersten Bibelausgabe in der Übersetzung Luthers fußen. Das Wittenberger Projekt wird zudem durch die Ebene der Cranach-Illustrationen ergänzt, die ebenfalls aus der ersten Gesamtausgabe der Lutherbibel von 1534 stammen. Bracke verdichtet die Grafiken der Renaissance durch Übermalungen und digitale Bearbeitungen. 

Das intellektuelle Vexierspiel eines auditiven und visuellen 3D-Theaters bietet einen Klangkosmos mit Werken von Scriabin, Meyerbeer, Wagner, Bach, Buxtehude und Mendelssohn Bartholdy, wobei Luthers Lied „Ein feste Burg“ den roten Faden bildet.




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