Prima Stimmung unter den Gästen: Ellen Rinke, Repräsentantin des Wittenberger Sonntag, gratuliert Horst Dübner zum 70. Geburtstag.

Prima Stimmung unter den Gästen: Ellen Rinke, Repräsentantin des Wittenberger Sonntag, gratuliert Horst Dübner zum 70. Geburtstag.

14.10.2017

27 Jahre für die Lösung kommunaler Probleme eingesetzt

Horst Dübner feierte seinen 70. Geburtstag

Wittenberg (wg). Am vergangenen Montag feierte Horst Dübner (Linke) nicht nur seinen 70. Geburtstag, sondern auch 30 Jahre in Wittenberg: „Ich bin gerne in Wittenberg zu Hause, einer schönen und lebenswerten Stadt, die sich außerordentlich positiv entwickelt hat, was uns von vielen Gästen im Jahr des Reformationsjubiläums bestätigt worden ist.“ 

1987 zog Dübner mit seiner Familie von Halle-Neustadt in die Lutherstadt, hier war er bis 1990 Erster Kreissekretär der SED. Es habe damals, so Dübner, von einigen Menschen den Rat gegeben, die Stadt zu verlassen: „Das wollte ich nicht und es war richtig, sich den Diskussionen zur Vergangenheit stellen und deutlich zu machen, welche Schlussfolgerungen man aus Fehlern gezogen hat.“ Die wichtigste lautet: „Zweck heiligt niemals die Mittel, demokratische Grundsätze setzten den Rahmen, um mit politischer Macht verantwortungsvoll umzugehen.“ 

Große Sorgen bereitet Dübner das Thema Hass – vor allem im Netz. Wer unter dem Schutz der Anonymität die derbsten Kommentare und krassesten Lügen oder sogar Mordandrohungen postet, erhält die meisten Likes. „Die großen Herausforderungen, vor denen Europa und die Welt stehen, lassen sich weder mit Nationalismus noch Separatismus lösen und schon gar nicht mit populistischen ‚Deutschland zuerst’-Parolen, all dies führt am Ende in die Katastrophe“, warnt Dübner. 

In Dessau, wo Dübner eine Ausbildung als Elektromaschinenbauer mit Abitur absolvierte, lernte er die beiden Widerstandskämpfer Willi Pippig und Richard Nagel kennen, beide wurden ins KZ Buchenwald deportiert und berichteten über den gnadenlosen Überlebenskampf. „Diese Berichte haben mich sehr geprägt, die Konsequenz lautet - nie wieder Faschismus und nie wieder Nationalismus“, so Dübner. „Wir müssen aufpassen und Flagge zeigen, denn der Schoss ist fruchtbar noch.“

Seit 27 Jahren ist Dübner Mitglied des Stadtrates, bei der letzten Wahl erzielte er mit 5.500 Stimmen das mit Abstand beste Wahlergebnis, wohl auch eine Anerkennung dafür, dass er sich umsichtig und konsequent für die Lösung kommunaler Probleme engagiert hat. „Freud und Leid liegen bei einem Stadtrat eng beieinander“, sagt Dübner, „die Freude bezieht sich vor allem auf die positive Stadtentwicklung.“ Letztere macht Dübner an der erfolgreichen Konversion fest, die er als Vorsitzender des GUS-Ausschusses maßgeblich mitprägte. 

Rund 3,5 Prozent der Stadtfläche waren GUS-Liegenschaften wie der Arsenalplatz, Brückenkopf, Nordendstraße, Teuchel und Apollensdorf. Aus militärischen Anlagen wurden öffentlich zugängliche Räume. Im Rahmen der Umwandlung der GUS-Flächen entstand auch das von Dübner geleitete Projekt „Wohnen durch Selbsthilfe“: Aus rund 400 freigezogenen Wohnungen von Angehörigen der Sowjetarmee wurde Wohnraum für Wittenberger (und Annaburger) geschaffen, außerdem 40 Plätze im Haus der Wohnhilfe, das von der Diakonie betrieben wird.

Das Projekt ist für Dübner auch ein Beispiel gelungenen Zusammenwachsens von West und Ost: Hier der damalige Bürgermeister Hartmut Dammer aus den Altbundesländern, der für die juristischen Rahmenbedingungen sorgte, dort die Erfahrung der Ostdeutschen, selbst anzupacken und Wohnraum in Eigenleistung zu schaffen. 

Das zweite herausragende kommunalpolitische Thema war das überdimensionierte Klärwerk: „Der Streit damals war heftig und hat sich gelohnt, denn heute ist der Entwässerungsbetrieb ein stabiles kommunales Unternehmen, das mehrfach die Gebühren gesenkt hat.“

Ein weiteres zentrales Thema ist die Wohnungspolitik in Verbindung mit dem gelungenen Stadtumbau. Dass mit Wiwog, WBG und PSG drei Konkurrenten der Wohnungswirtschaft gemeinsam mit städtischen Akteuren nach Lösungen suchen, sei im Vergleich zu anderen Städten die Ausnahme. „Dieses konstruktive Miteinander trägt heute Früchte, denn Wittenberg wird zunehmend zum attraktiven Wohnstandort, der Zuzug verzeichnet“, erklärt Dübner. 

Unzufriedenheit und Frust machen sich beim Thema Nord- und Ostumfahrung breit: „Die Planungs- und Realisierungsprozesse müssen forciert werden, denn für den Wirtschaftsstandort Wittenberg ist eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur unerlässlich, davon wird die Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten abhängen.“ Weil im Landesverwaltungsamt Mitarbeiter fehlen, gibt es für kaum ein Infrastrukturprojekt Planungsreife, während der Bund auf Geldern sitzt, die deshalb nicht abgerufen werden können. „20 Jahre sind ins Land gegangen, ohne dass bei der Nordumfahrung etwas passiert ist, obwohl Bürgerinitiative, SKW, Stadt und Stadtrat alle an einen Strang ziehen für die große Lösung Nordumfahrung ohne Brückenbauwerk in Apollensdorf“, kritisiert Dübner. 

Spende 

Dübner, der seinen 70. Geburtstag im Brauhaus gefeiert hat, bat Gratulanten darum, von Geschenken abzusehen und stattdessen für das NABU-Zentrum „Im Stadtwald“ zu spenden. Knapp 500 Euro kamen zusammen, das Geld wird in der kommenden Woche an Petra Henkelmann von NABU übergeben




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