25 Jahre war er Oberhaupt der Stadt Wittenberg: Eckhard Naumann (SPD), hier an seinem ehemaligen Schreibtisch im Rathaus, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Lutherstadt für 2017 gut aufgestellt worden ist. Foto: Archiv

25 Jahre war er Oberhaupt der Stadt Wittenberg: Eckhard Naumann (SPD), hier an seinem ehemaligen Schreibtisch im Rathaus, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Lutherstadt für 2017 gut aufgestellt worden ist. Foto: Archiv

07.10.2017

Er hat 25 Jahre lang die Geschicke der Lutherstadt geprägt

Bundesverdienstkreuz für Ex-OB Eckhard Naumann

Wittenberg (wg). Am 16. Oktober bekommt Eckhard Naumann (SPD) in der Staatskanzlei aus den Händen von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Naumann, am 2. Juni 1947 in Wittenberg geboren, war ab 1990 Bürgermeister und ab 1994 Oberbürgermeister. Im April 2008 gewann er die OB-Wahl für die vierte Amtszeit, die im Juli 2015 endete. Ins Amt gedrängt hatte sich der damals 43-Jährige, der zu den Gründungsmitgliedern des Demokratischen Aufbruchs gehörte, indes nicht. Friedrich Kolbitz, in der Wendezeit für Finanzen zuständig, galt eigentlich als Favorit, doch wollten mehrere Parteien ihn nicht zum Stadtoberhaupt wählen, weil Kolbitz nicht Mitglied des Stadtrates war.

Zwei Gründe haben Naumann bewogen, das Amt zu übernehmen: „Wenn wir schon eine Revolution machen, dann dürfen wir uns hinterher nicht drücken, auch Verantwortung zu übernehmen. Außerdem war ich vom Abenteuer Politik fasziniert und auch schon vor der Wende politisch engagiert.“ Damals seien die mit dem Amt verbundenen Sorgen deutlich kleiner gewesen, als die Neugier und der Erlebnisdrang, Demokratie zu wagen. 

1990 waren die Aufgaben durch die Wendeereignisse vorgegeben: Stadtverwaltung und Stadtrat mussten aufgebaut werden, zudem stand die Übernahme von Betrieben an, die der Stadt zustanden, aber selbständig waren. Es wurden neue kommunale Unternehmen gegründet, die bis heute existieren: Wiwog, Wigewe, Stadtwerke, das SPZ Lerchenberg sowie die Kommunale Datenverarbeitungs-Gesellschaft (KDG). 

Zu den Erfolgen zählten die Sanierung der Werkssiedlung Piesteritz, die Konversion der GUS-Liegenschaften, die Sanierung der Innenstadt, die Rekonstruktion der Gagfah-Siedlung, eine lebendige Kulturszene sowie die Tatsache, dass Wittenberg heute in der Welt als Lutherstadt wahrgenommen wird. 

Parallel ging es um die Sicherung eines Industriekerns am Standort Piesteritz. Betriebe wurden abgewickelt, Arbeitsplätze brachen weg. Es mussten neue Gewerbegebiete und die dazu erforderliche Infrastruktur entwickelt werden. 

In Wittenberg als viele Jahrzehnte bedeutenden Chemiestandort dominierte auch nach der Wende die Industrie im Bewusstsein der Bürger dieser Stadt. Andere Potenziale wie Reformation und Geistesgeschichte kamen da eher zu kurz. 

„Um die Leitidee vom Industrie-Kultur-Verbund zu qualifizieren, gab es zwei Ansätze“, berichtete Naumann einmal im Gespräch mit dieser Zeitung. Zum einen musste das Bewusstsein der Bevölkerung für die Qualität und den nationalen wie internationalen Rang der Stadtgeschichte geschärft und Akzeptanz geschaffen werden. Zum anderen ging es darum, Institutionen nach Wittenberg zu holen, die eben diesem Rang der Stadt Ausdruck verleihen sollten. 

Besonders wichtiger Meilenstein in diesem Bemühen war die Gründung der Stiftung Leucorea, auch wenn sich manche Anfangseuphorie nach Rückkehr studentischen Lebens als unrealistisch erwies. Auch wenn diese Vision unrealistisch war, hat sie aber trotzdem maßgeblich zur Profilierung der Stadt als Bildungs- und Wissenschaftsstandort beigetragen. Entstanden sind die Leucorea mit ihren An-Instituten, das Wissenschaftszentrum für Globale Ethik (WZGE), Campus Wittenberg, Evangelische Akademie, diverse Stiftungen sowie die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek, die demnächst im Schloss ihre Pforten öffnet.




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