Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) dankt allen, die sich für Integration engagiert haben, auch im neuen Integrationskonzept setzt man auf den Einsatz der Ehrenamtlichen. Foto: Archiv / Wolfgang Marchewka

Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) dankt allen, die sich für Integration engagiert haben, auch im neuen Integrationskonzept setzt man auf den Einsatz der Ehrenamtlichen. Foto: Archiv / Wolfgang Marchewka

29.09.2017

Landrat Dannenberg: Wir bekennen uns zur Kultur der Offenheit und Toleranz

Landkreis Wittenberg legt ein Integrationskonzept vor

Wittenberg (wg). Auf 64 Seiten liefert das vom Landkreis Wittenberg erarbeitete Integrationskonzept eine detailreiche Ist-Analyse und beschreibt gleichzeitig, in welchen Aufgabenfeldern in den nächsten Jahren Herausforderungen zu bewältigen sind. „Wir sind bei der Integration auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel“, betont Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag, „denn Integration ist eine Daueraufgabe von Politik und Gesellschaft, von Einheimischen und Migranten.“ 

Integration brauche Zeit, sei Ziel und Prozess, erfordere Verständigungsbereitschaft auf beiden Seiten und setze gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung voraus. Integration findet in den Kommunen statt, in der Gemeinde, in der Stadt, im Landkreis, auch wenn EU, Bund und Land die gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen setzen. Im Zusammenleben vor Ort zeigt sich gesellschaftliche Teilhabe ebenso wie Engagement. 

Das neue Integrationskonzept belegt, dass es überall im Kreis eine Vielzahl unterschiedlicher und erfolgreicher Projekte und Maßnahmen gibt. War Integration in der Vergangenheit eher ein Sonderthema für bestimmte Zielgruppen, so ist daraus auch mit Blick auf die demografische Entwicklung und die Bevölkerungsverluste eine zentrale kommunale Aufgabe geworden: „Integration ist nicht nur mit Herausforderungen, sondern auch mit Chancen verbunden.“ Deshalb bekenne sich der Landkreis zum Ziel der Integration und zu einer Kultur der Offenheit und der Toleranz. 

Am Anfang standen die Runden Tische für Willkommenskultur, dabei wurde mit den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen vereinbart, dass der Landkreis dieses Integrationskonzept erarbeiten soll, das liegt den Fraktionen vor und wird beim Runden Tisch des Landrates auch den Bürgermeistern der neun Städte im Kreis vorgestellt. 

Integrationsnetzwerk

Das Integrationskonzept wird ständig fortgeschrieben und aktualisiert sowie mit Teilkonzepten zu besonderen Handlungsfeldern unterlegt. Völliges Neuland betritt der Kreis damit nicht, bereits 2009 wurde eine Koordinierungsstelle Migration als Stabsstelle des Landrates geschaffen, die 2016 um einen zweiten Mitarbeiter verstärkt worden ist. Seit 2009 hat die Koordinierungsstelle schrittweise das Integrationsnetzwerk des Kreises aufgebaut, dem die Agentur für Arbeit und das Jobcenter, Unternehmen, Kammern und Verbände, Bildungseinrichtungen (Kitas, Schulen) und Bildungsträger, Vertreter von Behörden und Kommunen, Sozialvereine und Verbände, ehrenamtliche Helfer und Initiativen sowie Migrantenorgansiationen angehören. 

 Vier Arbeitsgruppen befassen sich mit Schwerpunktthemen wie „Sprache, Ausbildung, Arbeit“ oder „Sport, Kultur, Teilhabe“. Auch die Interkulturelle Woche unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ wurde vom Netzwerk vorbereitet. 

 Fachdienst Asyl

In der Umsetzung kommunaler Integrationspolitik ist ein Trend zu beobachten, der weg von Einzelmaßnahmen und hin zu einem Gesamtkonzept führt, einem strukturierten Integrations-Management, in dem die verschiedensten Akteure eingebunden sind. „Integration ist immer auch eine Querschnittsaufgabe, deshalb war es richtig, in der Verwaltung einen zentralen Fachdienst Asyl- und Ausländerangelegenheiten zu bilden“, betont der Landrat. 

Das Integrationskonzept  liefert Daten und Zahlen zur Migration und widmet sich in neun Handlungsfeldern Kernthemen wie frühkindliche Förderung und Betreuung in Kitas, den unbegleiteten minderjährigen Ausländern, Bildung und Sprache, Bildung und Arbeit, Wohnen und Unterbringung, Beratung und Betreuung, Gesundheit, soziale Teilhabe und interkulturelle Öffnung. In allen Handlungsfeldern werden die Ausgangslage und die Rahmenbedingungen beschrieben, Projekte und Maßnahmen vorgestellt sowie Handlungsbedarfe herausgearbeitet.

Die Zahlen

Im Kreis Wittenberg leben aktuell 4.265 Ausländer, davon stammen 2.185 aus Europa, 1.510 aus Asien und 440 aus Afrika. Als Schutzberechtigte sind 1.070 anerkannt, 430 Personen werden geduldet, noch offen ist das Asylverfahren in 260 Fällen. 

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung liegt im Kreis bei 2,8 Prozent. 2015 wurden 1.650 Geflüchtete aufgenommen, 2016 circa 570 Personen. 30 Prozent der Einreisen erfolgten im Familienverband, 70 Prozent als Einzelpersonen.

Derzeit werden 399 Schüler betreut, davon besuchen 151 die Grundschule, 94 die Sekundarschule, 52 Gemeinschaftsschulen und 100 die Berufsschule. Ein Sprachförderzentrum für 11- bis 15-jährige Schüler befindet sich an der Sekundarschule „Rosa Luxemburg“ in Wittenberg, Sprachfördergruppen an der Gemeinschaftsschule Friedrichstadt in Wittenberg sowie an den Sekundarschulen in Annaburg und Gräfenhainichen.




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