21.09.2017

Wittenberger Sonntag liest die Mittelbayerische Zeitung

Nachwuchsstrategie des FC Bayern München: Neue Maßstäbe setzen

Regensburg (ots) - Der FC Bayern München will als Ausbildungsclub neue Maßstäbe setzen. Mit der Eröffnung des Nachwuchsleistungszentrums Anfang August hat sich der deutsche Rekordmeister bewusst für eine nachhaltige Transferpolitik entschieden. Der FCB geht in der neuen Welt, in der Ablöserekorde nicht mehr lange halten, alte Wege. Das ist eine kluge Entscheidung. 

Die neue Welt: Das sind katarische Scheichs, die sich einen Starzirkus halten. Diese Investoren zahlten im Sommer für einen Neymar 222 Millionen Euro. Ein Kylian Mbappé soll ihnen bis zu 180 Millionen Euro wert sein. Jetzt spielen beide für Paris Saint-Germain, dem nächsten Gegner der Bayern in der Champions League. Heißt also: In der nächsten Woche gibt es Stars in der Manege - und die Bayern. 

Noch ist es dem Team von Carlo Ancelotti absolut zuzutrauen, dass es sich am Mittwoch zum Dompteur aufschwingt und den Franzosen die Vorstellung versaut. Doch auf Dauer wird es für die Bayern immer kniffliger. Und das nicht nur sportlich. Neuverpflichtungen a la Neymar und Mbappé treiben die Trikotverkäufe nach oben und machen die Clubs auf den begehrten globalen Märkten bekannter. Asiatische Zuschauer kennen eben zumeist nur eine begrenzte Anzahl von Fußball-Profis, meistens handelt es sich hierbei um Weltstars. Doch diese Spieler sind für den FC Bayern finanziell nicht mehr erschwinglich. 

Aber es gibt ja noch einen anderen Weg, um im globalen Wettrüsten der Fußballaushängeschilder nicht unterzugehen: die eigene Ausbildung. Ganz nach dem Motto: Auch ein Neymar ist nicht als Star auf die Welt gekommen. Und die Bayern haben schließlich schon bewiesen, dass sie jungen Talenten zum Durchbruch verhelfen können. Unter Louis van Gaal wurde Thomas Müller zum Stammspieler und David Alaba feierte 2010 sein Debüt im Profikader. Auf die eigene Jugend wurde gesetzt, sie überzeugte und Jupp Heynckes gewann mit ihr 2013 die Champions League. In der Final-Startelf von London standen mit Lahm, Schweinsteiger, Alaba und Müller gleich vier Münchner Eigengewächse.

Auf Heynckes folgte Pep Guardiola. Mit dem spanischen Trainer von Welt schlug der FC Bayern einen neuen Weg ein. Er wollte nun endgültig ein Global Player werden. Guardiola lockte große Namen wie Xabi Alonso an die Säbener Straße, wollte jeden Spieler besser machen, hielt seinen Vorsatz aber bei den eigenen Talenten nicht ein. Die einstigen Stars von morgen spielen heute woanders. So wurde zum Beispiel ein Gianluca Gaudino inzwischen fest an Chievo Verona transferiert. 

"Wir hatten beim FC Bayern unabhängig vom Trainer immer ein Zwei-Säulen-System", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die Münchner wollten also zwei Transfermodelle gleichzeitig vorantreiben. Doch dieses ausgewogene Konzept ging vor allem in den letzten Jahren nicht auf. Die eine Säule, an der sich Talente in das Profi-Geschäft hangeln sollten, war quasi nicht existent. David Alaba ist nun seit sieben Jahren der letzte Jugendspieler, der sich in der ersten Mannschaft der Münchner durchsetzen konnte. 

Der verrückte Transfermarkt zwingt den FC Bayern zu einem Umdenken. Das Nachwuchsleistungszentrum soll möglichst bald den nächsten David Alaba hervorbringen. "Mit diesem Campus sind wir auf der Überholspur", verspricht Vizepräsident Walter Mennekes. Realistisch gesehen müssen die Bayern auf diesem Gebiet aber erst einmal das Fahren lernen - zu groß ist aktuell der Unterschied zu Clubs wie Leipzig oder Hoffenheim, die schon seit Jahren ihren Nachwuchs nach modernsten Maßstäben ausbilden. 

Doch der FC Bayern hat erkannt, dass die globale Entwicklung auf dem Transfermarkt zu gefährlich wird - es ist zu ungewiss, ob der FCB die zweite Säule, also den Wunsch, neue Hochkaräter an die Isar zu locken, noch lange aufrecht erhalten kann. In der neuen Welt kehren die Münchner zu alten Wegen zurück - hoffentlich mit Erfolg.




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