Bitte umblättern: Erdmute Peuker ist alte und neue Vorsitzende des Fördervereins zur Kultur- und Denkmalpflege Rotta.Eine Nachfolgerin wird gesucht. Foto: Archiv/Wolfgang Marchewka

Bitte umblättern: Erdmute Peuker ist alte und neue Vorsitzende des Fördervereins zur Kultur- und Denkmalpflege Rotta.Eine Nachfolgerin wird gesucht. Foto: Archiv/Wolfgang Marchewka

11.09.2017

Zehn hochkarätige Meisterkonzerte im Heidehotel Lubast

23. Spielzeit des FKDR wird eröffnet

Kemberg OT Lubast (wg). Eigentlich wollte Erdmute Peuker, Gründerin und langjährige Vorsitzende des Fördervereins zur Kultur- und Denkmalpflege Rotta e.V. (FKDR), einen klaren Schnitt machen und sich aus der Vereinsspitze zurückziehen. Mit der international renommierten Pianistin Olga Golley wurde im vergangenen Jahr eine kompetente Nachfolgerin gefunden. Im Mai 2017 brachte Olga Gollej Zwillinge auf die Welt, nun waren drei Kinder und die künstlerische Karriere unter einen Hut zu bringen, die intensive Vereinsarbeit war zuviel. „Wir haben uns im Juni einvernehmlich getrennt“, berichtet Pauker. 

Die sympathische Pianisten bleibt dem FKDR erhalten und gibt in der 23. Saison zwei Konzerte. Da gleichzeitig das Vereinsregister Stendal die Neuwahlen aus formalen Gründen nicht akzeptierte, wurde der neue Vorstand auch nicht eingetragen, das heißt, der alte Vorstand ist weiterhin im Amt – mit Erdmute Peuker als Vorsitzender. Nun fängt die Suche nach einem geeigneten Nachfolger wieder von vorne an, jemanden aus der Region zu finden, dürfte schwierig werden. 

Bereits seit 2013 ist Peuker auf der Suche nach einem Nachfolger, für ihren Vollzeitjob im Ehrenamt wurde sie zweimal geehrt: Mit der Verdienstmedaille des Landes und im Dezember 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz. 

32 Mitglieder aus Sachsen-Anhalt und Sachsen zählt der FKDR, die Atmosphäre im Verein sei absolut stimmig, die Entscheidung von Olga Gollej, sich vom Vorsitz zurückzuziehen, sei auf großes Verständnis gestoßen. Einig sei man sich im Verein, die Konzertreihe auf jeden Fall zu erhalten. „Als wir 1995 den FKDR gründeten, war es das Ziel, in einer ländlichen Region, die nach der Wende einen wirtschaftlichen Niedergang durchlebte, kulturelle Akzente zu setzen“, erklärt Peuker. „Von Anfang an haben wir auf Hochkultur und auf Künstler von (inter-)nationalem Rang gesetzt und unseren Anspruch umgesetzt.“ Dass sich die Reihe derart gut entwickelt habe, sei nicht abzusehen gewesen, Künstleranfragen kämen inzwischen aus ganz Deutschland, dazu komme ein sehr treues und anspruchsvolles Publikum: „Einen Qualitätsabbruch können und wollen wir uns nicht leisten.“ 

Von finanzieller Unterstützung durch die Stadt Kemberg abgesehen, erhält der FKDR keine öffentliche Förderung. Wichtiger als das große Geld sind Stil und gute Kontakte, doch ganz ohne Sponsoring geht es nicht. Schirmherr seit 2007 ist Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

Das Programm für die 23. Saison trägt einmal mehr die Handschrift der langjährigen Vorsitzenden, das Publikum kann sich auf erstklassige Konzerte mit hochkarätigen Besetzungen freuen. Die 23. Saison wird am 17. September um 15.30 Uhr im Heidehotel Lubast eröffnet, zu Gast ist Prof. Heinz Schunk, „trotz seines Alters immer noch ein wundervoller Solist und als Geiger ein großes Vorbild für jüngere Instrumentalisten“, wie Peuker betont. Schunk, der 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz für sein musikalisches Engagement für Krebskranke geehrt wurde, bringt die junge koreanische Pianistin Minhye Choi mit nach Lubast, sie absolviert ihr Masterstudium an der Musikschule Köln. 

Er, der auf internationalem Parkett mit vielen Großen der Szene gearbeitet und Erfolge gefeiert hat, wird mit der jungen hoffnungsvollen Pianistin, die am Anfang ihrer Karriere steht, ein außergewöhnliches Programm präsentieren, bei dem die drei großen „B“ zu hören sein werden – Bach, Beethoven und Brahms. 

Den Auftakt macht die Sonate Nr. 2 in A-Dur (BWV 1015), die ein Beispiel für Bachs Pionierleistung in der Kammermusik ist. Als zweites Werk steht Beethovens berühmte „Frühlingssonate“ auf dem Programm, die er 1800/1801 komponierte und Graf Moritz von Fries widmete, der zum Freundeskreis des Komponisten zählte. Beendet wird das Konzert mit der Sonate Nr. 3 in d-moll, op. 108, die Brahms von 1886 bis 1888 komponierte und seinem Freund, dem Dirigenten Hans von Bülow widmete. „Diese Sonate ist eine Herausforderung an de ausführenden Protagonisten und ein unvergessliches Hörerlebnis für das Publikum“, verspricht Pauker. 

Das Meisterkonzert am 15. Oktober bietet einen besonderen Liednachmittag mit Alena-Maria Stolle (Gesang) und Andreas Korn (Klavier), die Werke der deutschen Liedkunst zu Gehör bringen, unter anderem von Strauss und Schumann. Das Konzert am 19. November steht unter dem Titel „Russisches Märchen, heitere Klassik, Unterhaltungsmusik um 1900“ mit Werken von Tschaikowski, Böhme, Brandt, Levy und anderen. Ausführende sind der Startrompeter Joachim Schäfer, die Kontrabassistin Yuka Inoue und Olga Gollej am Klavier.

 Achtung: Änderung 

Das für den 17. Dezember angekündigte Konzert „Weihnacht in Lubast“ wird auf den 10. Dezember vorverlegt, anstelle des Philharmonischen Kinderchores Dresden kommt die Gesangsklasse von Prof. Roland Schubert von der Hochschule für Musik und Theater“ Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. 

Kammersänger Schubert, der aus Gentha bei Jessen stammt, beschloss mit seinen Schülern die 22. FKDR-Konzertsaison, nun beschließt er den Konzertreigen in 2017. Das Publikum darf sich nicht nur auf einen besinnlich-musikalischen Jahresausklang freuen, sondern sich aktiv am Singen der Weihnachtslieder beteiligen. 

Das erste Meisterkonzert des Jahres 2018 erklingt am 14. Januar mit Werken von de Falla, Connesson, Cassado und Granados. Das von Maria Kliegel (Violoncello) konzipierte Programm unter dem Titel „Timbre à la française et plus“ vermittelt einen interessanten Hörgenuss französischer und spanischer Komponisten. Kliegel wird von Oliver Triendl am Klavier begleitet. 

Weitere Meisterkonzerte stehen am 11. Februar, 11. März, 22. April, 13. Mai und 17. Juni auf dem Programm, unter anderem werden Franziska Pietsch, Prof. Matthais Bäcker, Mirella Hagen, das Akkordeon-Trio Herzog und die Leipziger Bläsersolisten erwartet. 

Hinweis: 

Alle Konzerte beginnen um 15.30 Uhr, Karten können unter Tel.: 034921/720 vorbestellt werden.




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