Bürgermeister Jochen Kirchner, Oberbürgermeister Torsten Zugehör, Bauleiterin Anke Rosonsky, Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Joachim Herrmann und der Diplombildhauer und Restaurator Markus Gläser (v.l.n.r.) vor dem neuen Marktbrunnen. Foto: Wolfgang Gorsboth

Bürgermeister Jochen Kirchner, Oberbürgermeister Torsten Zugehör, Bauleiterin Anke Rosonsky, Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Joachim Herrmann und der Diplombildhauer und Restaurator Markus Gläser (v.l.n.r.) vor dem neuen Marktbrunnen. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.09.2017

Am 10. September wird ein Brunnenfest gefeiert, es gibt Freibier

Neuer Marktbrunnen wieder am alten Platz

Wittenberg (wg). „An diesen Anblick werden sich die Wittenberger gewöhnen müssen“, meinte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) am Donnerstag beim Pressetermin am neu erstellten Marktbrunnen, der seit dem 7. August wieder auf seinem alten Platz steht und im Kontrast zu seinem Vorgänger vor allem durch seine Farbigkeit überrascht. Am 10. September wird das Ereignis mit einem Brunnenfest gefeiert und dazu wird aus dem Brunnen auch (Frei-)Bier fließen. 

Weil von dem 400 Jahre alten Brunnen kaum mehr ein Originalteil vorhanden war und auch alle anderen Bauteile, die später – vor allem 1967 – dazu kamen, fast vollständig verwittert waren, entschied man sich in Abstimmung mit der Denkmalpflege, den Brunnen als Steingussreplik komplett neu aufzubauen. „Dazu fanden sich aber keine Unterlagen in den Archiven“, berichtet Anke Rosonsky, Bauleiterin der Stadt. 

Deshalb habe man aufwendige Analogie-Studien durchgeführt, wie sich die Zeit um 1617 in Mitteldeutschland und speziell in Wittenberg darstellte. Zusätzlich wurden historische Altteile des Brunnens, die eingelagert sind, untersucht. Die Steingussreplik wurde vom Diplombildhauer und Restaurator Markus Gläser in Leipzig angefertigt. Die zuvor notwenige Modellentwicklung konnte im Dezember 2016 abgeschlossen werden, anschließend wurden die Formen für die einzelnen Brunnenteile gebaut. 

Man habe, so der OB, mit dem Vorhaben früher fertig sein wollen, aber die Witterung machte Anfang des Jahres einen Strich durch die Rechnung: Die Trocknungszeiten für das in mehreren Schichten aufgetragene Silikon verlängerten sich, so dass der Formenbau erst im Februar fortgesetzt werden konnte. 

Der anno 1617 errichtete Brunnen hatte über die Jahrhunderte an Pracht verloren und wurde zuletzt „stiefmütterlich behandelt“, so der OB, „weil es uns nicht zuletzt am Geld fehlte.“ Doch schon für Amtsvorgänger Eckhard Naumann (SPD) war die Sanierung des Brunnens eine Herzensangelegenheit, seine Initiative zog Kreise: Der Verein „Gewerkschaft Altes und Neues Jungfernröhrwasser“ mit Stadtwerkechef Hans-Joachim Herrmann an der Spitze startete eine Kampagne, bei der mehr als 20.000 Euro zusammenkamen.

Der Rotary Club Wittenberg sammelte unter Vorsitz von Hermann rund 15.000 Euro. Die Eigenbetriebe der Stadt spendeten aus Anlass von „25 Jahre kommunale Wirtschaft in Lutherstadt Wittenberg“ weitere 25.000 Euro. Und auch Alt-OB Naumann bat aus Anlass seiner Verabschiedung aus dem Amt um Geldspenden für den Marktbrunnen.

„Unsere Bürger interessieren sich für ihre Stadt und spenden gern, wenn sie wissen, dass das Geld gut angelegt ist“, erklärte Herrmann. Zusätzlich wurden Fördermittel akquiriert und die Stadt stellte einen Zuschuss in ihren Haushalt ein. Insgesamt kostet der neue Brunnen 400.000 Euro, in der kommenden Woche wird noch die Einfriedung errichtet, die sich in Abstimmung mit dem Denkmalschutz an die Schutzgitter der offen gelegten Bäche orientiert. 

Und Bier wird fließen aus dem neuen Brunnen so wie 1967, als der Thesenanschlag 450 Jahre alt wurde, dies kündigte OB Zugehör bereits bei seiner Neujahrsansprache an. Was damals ein Provisorium war, entpuppt sich heute als moderne Zapfanlage, die sich im Keller des Alten Rathauses befindet, dank der Krostitzer Brauerei. Den passenden Krug dazu gibt es bereits. Die Leitungen zum Brunnen wurden gelegt, als die Stadtwerke die Kabel für das Internet installierten. 

Brunnenfest mit Freibier 

Wittenberg (wg). OB Zugehör und Wolfgang Welter, Geschäftsführer der Krostitzer Brauerei, laden aus Anlass der Fertigstellung des Marktbrunnens am 10. September um 17.30 Uhr zum Brunnenfest ein, es spielt die Erste Wittenberger Big Band. 

Nach dem Abendsegen um 18 Uhr gibt es Grußworte des OB sowie Dankesworte der Stadtratsvorsitzenden Franziska Buse (CDU) an die Aussteller der Weltausstellung Reformation, die an diesem Tag zu Ende geht und dem Verein r.2017. 

Mario Titze vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, hält einen Vortrag zum erneuerten Marktbrunnen und Wolfgang Welter erinnert an das Luther-Zitat „Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken.“ Zugehör, Welter und r.2017-Geschäftsführer Ulrich Schneider werden dann symbolisch das Fass Bier anstechen.




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