Pfarrer Christian Ferber, Leiter des Projektbüros der EKHN, vor der LichtKirche.

Pfarrer Christian Ferber, Leiter des Projektbüros der EKHN, vor der LichtKirche.

10.08.2017

Eine leuchtende LichtKirche und ein blinkender Segensroboter

„Segen erleben“ im Torraum 5

Wittenberg (wg). Mit der LichtKirche, dem mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichneten mobilen Sakralbau aus Acrylglas und Holz und mit dem Segensparcours, dessen Highlight der Segensroboter „BlessU-2“ ist, empfängt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Gäste der Weltausstellung Reformation in der Nähe des Neuen Rathauses. 

Unter dem Motto „Segen erleben – Moments of Blessing“ präsentiert die EKHN den Besuchern einen zeitgemäßen spirituellen Raum, in dem sogar am Startwochenende eine Taufe gefeiert werden konnte. Aufgebaut im Torraum „Globalisierung – Eine Welt“, versteht sich die LichtKirche als modernes Pendant zu den historischen Kirchengebäuden.

„Die Vorbereitungen für unseren Beitrag zur Weltausstellung starteten vor mehr als einem Jahr“, berichtet Pfarrer Christian Ferber, Leiter des Projektbüros der EKHN, „und der hohe organisatorische und finanzielle Aufwand hat sich trotz der verhaltenen Besucherresonanz zu Beginn auf jeden Fall gelohnt.“ Während der Weltausstellung empfangen rund 200 Ehrenamtliche aus Hessen-Nassau die Gäste aus aller Welt, die Rotation erfolgt wöchentlich. 

Für internationales Aufsehen sorgte der Segensparcours rund um die LichtKirche: Speziell für die Weltausstellung in Wittenberg hatte der Medienkünstler Alexander Wiedekind-Klein einen Roboter entworfen, mit dem die EKHN eine Diskussion über die Digitalisierung, die ethischen Grenzen künstlicher Intelligenz und die Bedeutung des Segens anstoßen wollte. 

„Dieser Roboter hat uns Presseberichte in allen Teilen der Welt beschert“, sagt Ferber. Längst nicht alle Berichterstatter haben erkannt, dass es sich dabei um ein Kommunikationsexperiment handelt. Die britische Regenbogenpresse schrieb, dass die deutschen Protestanten 500 Jahre nach Beginn der Reformation Pastoren durch Roboter ersetzen wollten.

„BlessU-2“ kann ähnlich wie ein Bankautomat über Touchscreen gesteuert werden. Auf Wunsch hebt er seine Metallarme und spricht wahlweise mit männlicher oder weiblicher Stimme in sieben Sprachen (auch in Hessisch) ein Segenswort, wer möchte, kann sich den Segen ausdrucken lassen. An der Installation stehen jederzeit gesprächsbereite Ehrenamtliche. Denn „BlessU-2“ soll dazu beitragen, dass Menschen über den Segen als traditionsreiche liturgische Handlung der Kirche nachdenken und sich Fragen stellen wie: Was geschieht beim Segen? Welche Voraussetzungen braucht es für einen Segen? Wann wirkt ein Segen? 

„Der Segensroboter ist definitiv kein Prototyp für die Zukunft“, betont Ferber, „gleichwohl leben wir in einer zunehmend automatisierten und digitalisierten Gesellschaft, in der die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen Künstlicher Intelligenz an Bedeutung gewinnt.“ 

Mehr als 4.000-mal wurde der Segensroboter bisher in Anspruch genommen und „damit deutlich häufiger als wir dachten“, so Ferber. Auch die Möglichkeit, auf dem Bildschirm einen Kommentar zu hinterlassen, werde rege in Anspruch genommen. Die Installation ist nur ein Teil des Segensparcours, dazu gehören auch „Segensbäume“, an denen Besucher Segen hinterlassen oder mitnehmen können sowie „Segensfelder“, an denen man einander auf unterschiedliche Weise segnen kann. In der LichtKirche selbst gibt es regelmäßig Segensandachten und –angebote sowie Gottesdienste und Konzerte. 

Die mobile LichtKirche ist bereits seit 2009 im Einsatz, unter anderem bei Hessentagen und Landesgartenschauen. Das 18 Tonnen schwere Gotteshaus ist 13 Meter lang, 4,30 Meter breit und acht Meter hoch. Zur Kirche gehören auch drei Glockenträger. Jeden Freitag ab 21.30 Uhr spielt das aus Holz und Acrylglas bestehende Gotteshaus seine besonderen Reize aus, wenn es heißt „Church@Night“: Die LichtKirche strahlt in allen Farben des Regenbogens, dazu gibt es Musik und nachdenkliche Texte. Das neue Nacht-Format wird sehr gut angenommen, insbesondere von Wittenbergern. 

Hinweis: 

Die LichtKirche hat täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Jeden Mittag gibt es von 12 bis 12.20 Uhr den Mittagssegen, von 14 bis 15 Uhr Angebote zur Einzelsegnung in der LichtKirche und von 18 bis 18.20 Uhr den Abendsegen.





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