Reviermitinhaber Klaus Henze (mit der Bohrmaschine) und Concordia-Versicherungsspezialist Martin Bullmann montieren die ersten neuen Wildwarnreflektoren an den Leitpfosten entlang der B2. Foto: Wolfgang Marchewka

Reviermitinhaber Klaus Henze (mit der Bohrmaschine) und Concordia-Versicherungsspezialist Martin Bullmann montieren die ersten neuen Wildwarnreflektoren an den Leitpfosten entlang der B2.	
Foto: Wolfgang Marchewka

06.08.2017

Gemeinsamer Kampf gegen die Unfallursache Nummer 1

Verkehrsunfälle mit Wild vermeiden

Wittenberg (wm). Es wird immer schlimmer: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wild steigt von Jahr zu Jahr. Und damit steigen sowohl die Leiden der Tiere als auch die Summen, die von den Versicherungsgesellschaften für die Regulierung der Sachschäden aufgewendet werden müssen - mit der Folge, dass die von den Autofahrern zu zahlenden Versicherungsprämien ebenfalls steigen. Jetzt haben sich eine Jagdpächtergemeinschaft und eine Versicherungsgesellschaft zusammengefunden, um in einer gemeinsamen Aktion die Unfallzahlen an der B2 zu reduzieren. 

Die Aussagen des Wittenberger Polizeireviers in der offiziellen Statistik für das Jahr 2016 sind eindeutig: „Die Zahl der registrierten Wildunfälle stieg von 1.204 auf 1.323. Dies entspricht einem Anstieg um 9,9 Prozentpunkte. Am Gesamtunfallgeschehen haben die Wildunfälle einen Anteil von 30,2 % (2015: 28,2 %) inne und sind damit weiterhin die Hauptunfallursache Nummer 1.“ 

Für das gesamte Bundesland Sachsen-Anhalt sieht es ähnlich aus, hat das Landesverwaltungsamt festgestellt: „In den vergangenen drei Jahren sind die Wildunfallzahlen ständig angestiegen. An mehr als 70 % der Wildunfälle ist das Rehwild beteiligt. Bisherige technische und jagdliche Maßnahmen an Wildunfallschwerpunkten haben nicht zu einer nachhaltigen Verringerung der Wildunfälle in Sachsen-Anhalt beitragen können.“ 

Die für das Revier an der B2 zwischen Karlsfeld und Kropstädt zuständige Jagdpächtergemeinschaft will dieser Entwicklung nicht länger tatenlos zusehen, zumal es hier auf etwa fünf Kilometer Länge einen alten Wildwechsel gibt. Reviermitinhaber Klaus Henze: „Die Folge vieler Unfälle ist ein unnützes Leiden der Tiere. Oft wird Rehwild angefahren, die Tiere schleppen sich dann ins Unterholz und leiden jämmerlich. Und wenn eine Mutter totgefahren wird, verhungern ihre Kitze qualvoll!“ 

Die Pächtergemeinschaft hat Kontakt aufgenommen mit der Wittenberger Generalagentur der Concordia-Versicherung. Deren Geschäftsführer Martin Bullmann war sofort bereit, sich an dem Versuch, an dieser Strecke die Unfallzahlen zu reduzieren, zu beteiligen: „Wenn es gelingt, die Schadensfälle zu reduzieren, müssen auch die Kasko-Prämien nicht weiter steigen.“ 

Mit Genehmigung der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt haben die Partner gemeinsam begonnen, an den Leitpfosten der Straße Wildwarnreflektoren zu montieren. Ein auf Unfallverhütung für Mensch und Tier spezialisiertes Unternehmen hat einen neuen Wildwarnreflektor entwickelt, der eine verbesserte Wirkung haben soll. 

Dieses Modell wirft das Licht nicht wie eine Reflexfolie zurück, sondern lenkt gezielt einen Lichtstrahl im Winkel von 90° von der Straße ab. „Dieser Lichtstrahl soll sich strahlenförmig ausweiten und so einen ,optischen Weidezaun‘ erzeugen, der das Wild rechtzeitig warnt und von dem Überqueren der Straße abhalten soll“, berichtet Martin Bullmann. „Wenn das Projekt Erfolg hat, schaffen wir mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer, verringern das Leiden der Tiere, und helfen mit, Sachschäden zu reduzieren,“ zieht Reviermitinhaber Klaus Henze ein hoffnungsvolles Fazit.





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