Gut besucht war am Donnerstag die „Württemberger Halle“, Landesbischof Frank Otfried July hatte zum Empfang eingeladen. Foto: Wolfgang Gorsboth

Gut besucht war am Donnerstag die „Württemberger Halle“, Landesbischof Frank Otfried July hatte zum Empfang eingeladen. Foto: Wolfgang Gorsboth

06.08.2017

Viele Gäste beim Empfang in der „Württemberger Halle“

Im Spannungsfeld von Tradition und Innovation

Wittenberg (wg). „Unsere Repräsentanz in Wittenberg war und ist eine Fabrikhalle, in der Stahl verarbeitet wurde und in solchen profanen Räumen soll sich Kirche ereignen“, erklärte Landesbischof Frank Otfried July aus Anlass des Empfangs der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Fabriken seien Bestandteile der Lebenswelt und wenn Kirche in der Lebenswelt präsent sei, erreiche sie auch Menschen. 

Trotz der schwül-warmen Witterung und zahlreichen konkurrierenden Veranstaltungen war der Empfang gut besucht, der Landesbischof  konnte die Landesbischöfin der EKM Ilse Junkermann, die Reformationsbotschafterin der EKD Margot Käßmann, Oberbürgermeister Torsten Zugehör und seinen Amtsvorgänger Eckhard Naumann, den r.2017-Geschäftsführer Hartwig Bodmann, Superintendent Christian Beuchel und viele andere begrüßen. 

Die Repräsentanz der Evangelischen Landeskirche in Württemberg im Rahmen der Weltausstellung Reformation, die sich in der Wittenberger Edelstahltechnik Günter Schildhauer in der Kupferstraße befindet, steht unter dem biblischen Motto „...da ist Freiheit“: „Diesen Anspruch wollen wir in dieser Halle umsetzen, ohne dass unsere Besucher hohe Schwellen überwinden müssen.“ Es gehe zum einen um niederschwellige Verkündigung, zum anderen um ein Experimentierfeld, wie Kirche Herausforderungen der Zukunft bewältigen könne. 

12.000 Besucher haben bislang den Weg nach „Württemberg in Wittenberg“ gefunden, darunter Angehörige der Landeskirche, Touristen, aber auch viele Wittenberger. Drei inhaltliche Schwerpunkte habe man durch Ausstellungen und andere Formate gesetzt, beginnend mit der Diakonie, dann Bildung und nun bis zum Ende der Weltausstellung das Thema Weltmission am Beispiel der Ausstellung „200 Jahre Basler Mission und Württemberg“. 

Die „Württemberger Halle“ verstehe sich als Ort des Gesprächs in angenehmer und gastfreundlicher Atmosphäre. Dass in der kleinen Schmiede am Standort die Aktion „Schwerter zu Pflugscharen“ auf dem Lutherhof 1983 vorbereitet wurde, stehe für die biblische Friedensbotschaft. Im Zentrum der Repräsentanz steht indes nicht die Geschichte, sondern Gegenwart und Zukunft. Auch die nächsten Themen wie Fragen zur Gerechtigkeit bewegten sich im Spannungsfeld zwischen (biblischer) Tradition und (wissenschaftlich-technischer) Innovation.

Ausdrücklich dankte der Landesbischof jenen, die zum erfolgreichen Gelingen beigetragen hätten, Aktiven und Ruheständler, die sich hier zu einem Team zusammengefunden haben. Insbesondere dankte July dem Evangelischen Medienhaus Stuttgart sowie den vielen Bands, Chören und Schulklassen, die sich eingebracht hätten, ebenso dem Lions Club Wittenberg, der in der Schmiede einen Meeting Point unterhält.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Hohenlohe Brass Quintett, einem jungen, aber bereits weit gereistem Ensemble. Für die Moderation sorgte Christiane Kohler-Weiß, Reformationsbeauftragte der Landeskirche. Thomas Putze, Bildhauer und Performancekünstler, bot eine akrobatische Aktion unter dem Titel „Zusammenhalt“, für Aufsehen sorgte im Frühjahr seine Nackt-Performance in der Heiligennische im Rahmen einer Kunstaktion in Schorndorf.

Am Sonntag wird Landesbischof July im kleinen Örtchen Garrey in Südbrandenburg den Gottesdienst halten, in Garrey wohnen die Mitarbeiter der württembergischen Landeskirche und des Evangelischen Medienhauses, die für „Württemberg in Wittenberg“ vor Ort sind. 

Auf großes Interesse bei den Gästen stießen sowohl die aus der Wand wachsenden Bäume sowie der hängende Weinberg in der Halle, und so war die Biologin und promovierte Agrarwissenschaftlerin Dr. Alina Schick eine an diesem Abend sehr gefragte Gesprächspartnerin. Mit „Visoverdis“ hat sie ein von Baden-Württemberg gefördertes Start-up Unternehmen gegründet, welches das botanische Potenzial in Form von neu entwickelten Produkten und Verfahren für Mensch und Umwelt besser erschließen soll. Insbesondere für Mega-Städte mit großer Raumkonkurrenz bieten die aus Wänden horizontal wachsenden Pflanzen eine Alternative mit Blick auf Luft- und Klimaverbesserung, aber auch Lärm- und Schallschutz sowie Isolierung. 

Anfragen unter anderem aus Singapur, Abu Dhabi und China liegen vor. Sowohl der Weinberg als auch die Bäume werden mit dem Ende der Weltausstellung wieder abgebaut, für die Nachnutzung gibt es bereits Interessenten.




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