Das zehnte Dienstjubiläum von Jürgen Dannenberg stand zwar nicht im Dienstkalender, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag fand der Landrat aber Zeit für einen Rück- und Ausblick. Foto: Wolfgang Gorsboth

Das zehnte Dienstjubiläum von Jürgen Dannenberg stand zwar nicht im Dienstkalender, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag fand der Landrat aber Zeit für einen Rück- und Ausblick.
Foto: Wolfgang Gorsboth

18.07.2017

Schulsanierungen fast abgeschlossen, Kredite zurückbezahlt, Breitbandausbau steht an

Jürgen Dannenberg ist seit zehn Jahren Landrat

Wittenberg (wg). Seit zehn Jahren ist Jürgen Dannenberg (Linke) Chef im Kreishaus, im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag spricht er über Erreichtes und darüber, was er noch schaffen will, denn seine zweite Amtszeit dauert bis 2021, die der Landrat mit Elan und Umsicht zu einem guten Ende führen möchte. 

„Große Herausforderungen waren das Hochwasser 2010 an der Schwarzen Elster und das zweite Jahrhunderthochwasser 2013 an der Elbe“, berichtet Dannenberg. Habe es beim ersten Hochwasser 2002 noch mehr als 4.500 betroffene Grundstücke gegeben, so 2013 „nur“ rund 500. „Es ist enorm, was im Hochwasserschutz an Elbe und Elster geleistet wurde, nun müssen wir bei den Deichen bis 2019 zum Abschluss kommen“, so Dannenberg. 

Es habe aber auch angenehme Herausforderungen gegeben, die nicht jeder Landrat erleben darf: Das Reformationsjubiläum mit dem großen Abschlussgottesdienst des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages auf den Elbwiesen. „Das war etwas ganz Großes für alle, auch für mich als Konfessionslosen!“ Man habe sich lange und sehr intensiv darauf vorbereitet, ein sehr engmaschiges Sicherheitskonzept erarbeitet und rechtzeitig die Kommunikation mit den Einwohnern gesucht. „Die Zusammenarbeit aller Beteiligten hat hervorragend funktioniert“, betont der Landrat voller Stolz, „dabei haben wir alle Neuland betreten müssen.“ Sowohl die Pontonbrücke als auch das Rettungszentrum, für die die Bundeswehr verantwortlich zeichnete, verdanken sich dem Einsatz des Landrates. 

Am 9. August gibt es die letzte gemeinsame Beratung mit dem Verein Reformationsjubiläum 2017, überdies plane man mit dem Verein und der Lutherstadt eine Abschlussveranstaltung, um einen würdigen Schlusspunkt zu setzen und einen Ausblick auf die Folgejahre zu wagen: „Wir haben nicht nur Luther und die Reformation, sondern auch zwei Naturparke, ein Biosphärenreservat, die KZ-Gedenkstätte Schloss Lichtenburg, Ferropolis als Zeugnis der Industriekultur, Weinanbau in Jessen und ein der Traditionspflege dienendes Bauernmuseum in Zahna, ein neues Science Center in der Lutherstadt, ein im Aufbau befindliches Porzellaneum in Annaburg und vieles mehr.“ 

Schulsanierung 

In den vergangenen zehn Jahren wurden 25 Millionen Euro in Schulen investiert: in Coswig, Kemberg, Bad Schmiedeberg, Gräfenhainichen, Jessen und Reinsdorf sowie im kreiseigenen Bildungszentrum im Wittenberger Lindenfeld. Im gleichen Zeitraum konnten 25 Millionen Euro an Krediten getilgt werden. Noch zu sanieren sind das Gymnasium in Gräfenhainichen, das Haus Melanchthon in Wittenberg sowie die Förderschulen in Wittenberg und Jessen, für alle Projekte sind die Fördermittel-Anträge gestellt. 

Noch bevor Dannenberg das Amt 2007 offiziell von seinem Vorgänger Hartmut Dammer (parteilos) übernahm, nahm er Termine in Dessau und Wörlitz wahr, um den reibungslosen Vollzug der Kreisgebietsreform abzusichern, vor allem ging es damals um die Zukunft des Wörlitzer Winkels. „Die Integration der beiden damals neu dazu gekommenen Gebietskörperschaften, Wörlitzer Winkel und Coswig, ist gelungen“, berichtet Dannenberg. 

Arbeit und Bildung 

In der ersten Amtszeit von 2007 bis 2014 standen Arbeit, Bildung und (erneuerbare) Energie im Fokus, die zweite, die 2021 enden wird, steht unter dem Motto „Bewährtes fortsetzen, neue Ideen entwickeln“. Die Arbeitslosenquote läge dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung unter zehn Prozent, allerdings sei es nicht gelungen, die Arbeitsplätze des traditionsreichen Annaburger Porzellanwerkes zu erhalten. Künftig müsse man sich verstärkt bemühen, langzeitarbeitslose Hartz IV-Empfänger in Arbeit zu bringen. „Wir sind bei den Themen Arbeit und Bildung auf einem guten Weg“, sagt Dannenberg und verweist auf die Ansiedlung des Backwarenherstellers Lieken in Piesteritz, auf die erhebliche Erweiterung der Produktionsanlagen der Bayerischen Milchindustrie in Jessen, auf den Neubau zweier Gewächshausanlagen in Apollensdorf-Nord sowie den Ausbau bei Feinkost Füngers im Dessora-Park. Am 27. Dezember werde man die erste Rückkehrer-Börse im Kreis durchführen, entwickelt wurde die Idee in den Fachkräfte-Allianzen.

 Ländlicher Raum 

Von 2008 bis 2014 wurden rund zehn Millionen Euro an EU-Fördermitteln in 125 Projekte zur Entwicklung des ländlichen Raums investiert, damit unter anderem Kirchen und Dorfgemeinschaftshäuser saniert, Spielplätze angelegt, die touristische Erschließung vorangetrieben und die Traditionspflege gefördert. „Wir wollen auch künftig die Aufwertung der ländlichen Region sicherstellen“, kündigt Dannenberg an, wobei weitere 34 Vorhaben mit einem Volumen von 2,8 Millionen Euro bewilligt sind. 

Das Problem: „Wegen Mitarbeitermangels kann das Landesverwaltungsamt nicht alle Projektanträge in diesem Jahr bearbeiten, so dass EU-Fördermittel verfallen, aus unserer Sicht ist das unhaltbar“, kritisiert Dannenberg. 

Ganz oben auf der Agenda steht der Breitbandausbau, hierbei hat der Kreis die Koordinierung für die Städte übernommen. Im Frühjahr 2018 geht neben der Hauptwache der Stadt Wittenberg und der Werkfeuerwehr auf einer circa 7.000 Quadratmeter großen Fläche auf SKW-Gelände auch das lang ersehnte kreisliche Ausbildungszentrum für die freiwilligen Feuerwehren in Betrieb. In dieses Projekt investiert SKW 4,7 Millionen Euro, der Kreis ist Mieter für eine Laufzeit von zunächst 20 Jahren mit Option auf Verlängerung. 

Weitere Vorhaben: Die Einführung des Landespilotprojektes „Bürgerbus“ wird geprüft. Der Runde Tisch mit den Bürgermeistern wird sich mit den Haushaltsdefiziten der Städte befassen. Bei der Integration der Flüchtlinge fordert Dannenberg vom Bund mehr Flexibilität ein: „Es muss angesichts des Arbeitskräftemangels möglich sein, dass Flüchtlinge parallel zu den Sprachkursen bereits Betriebspraktika absolvieren dürfen.“




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