Stephan Zöllner (l.) und Marcel J. Paul freuen sich über ein Jahr Bethel-Begegnungsstätte in Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

Stephan Zöllner (l.) und Marcel J. Paul freuen sich über ein Jahr Bethel-Begegnungsstätte in Wittenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

03.07.2017

Ein Jahr Bethel-Begegnungsstätte in der Lutherstadt

Gemeinschaft leben und verwirklichen

Wittenberg (wg). „Wir werden über 2017 hinaus in Wittenberg bleiben, uns aber vorerst auf keinen konkreten Zeitraum festlegen“, erklärt Stephan Zöllner, Leiter der Bethel-Begegnungsstätte in der Collegienstraße 41/42, im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. „Wir sind erfolgreich in der Lutherstadt angekommen, das Thema ‚500 Jahre Reformation und 150 Jahre Bethel’ stößt auf großes Interesse.“ 

Nach einem Jahr Präsenz in der Lutherstadt freue man sich über die enorme Resonanz bei Einheimischen und Touristen, an manchen Tagen verzeichne man bis zu 400 Besucher, die sich in angenehmer Atmosphäre über die Arbeit der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel informieren wollten. „Wir sind Gäste und zugleich Gastgeber“, sagt Zöllner, „wir machen viel Werbung für Wittenberg, vermitteln an die Tourist-Information und an Stadtführer, wir geben Empfehlungen zu Sehenswürdigkeiten.“ 

Viele, die in die Begegnungsstätte kommen, wollen Gespräche führen, suchen den Dialog, wollen Sorgen los werden oder haben ganz konkrete Probleme, für die vor Ort Ansprechpartner fehlen. „Wir haben ein Jahr lang diese Stadt aus externer Sicht betrachtet und sehen ungedeckte Bedarfe, fehlende Fachexpertise in vielen praktischen Belangen und unbeantwortete Fragen, die aus der Mitte der Gesellschaft gestellt werden“, resümiert Zöllner und ergänzt: „Leider gibt es vor Ort Einrichtungen, die uns in erster Linie als Konkurrenz sehen und von uns entwickelte Formate wie die ‚Wittenberger Gespräche’ kopieren.“ 

Unter dem Motto „Gemeinschaft leben und verwirklichen“ suche man Kooperation, sei bestrebt, Expertenwissen zu bündeln und Netzwerke aufzubauen, um gemeinsam Lücken zu schließen. „Wir sind nicht hier, um neue Märkte zu erschließen“, betont Zöllner, „wir haben auch keine konkreten Pläne zur Übernahme von Einrichtungen, wohl aber wurden auf Wunsch von Trägern entsprechende Gespräche geführt.“ 

Angedacht werde unter anderem der Aufbau einer gemeinsamen Beratungsstelle mit der Alexianer Klinik Bosse. In der gemeindenahen Psychiatrieversorgung seien die Alexianer weiter als Bethel, dies habe sich im Rahmen der „Wittenberger Gespräche“ gezeigt, deshalb wolle man Vertreter der Klink Bosse nach Bielefeld einladen.

„Zusammenarbeit macht uns stärker“, erklärt Zöllner, „es wird zuviel gejammert und gemeckert, als dass gemeinsam Verantwortung übernommen wird.“ Kooperation ist unter anderem beim Thema Fachkräftemangel angesagt. Überdies fehlt eine klassische Koordinierungsstelle für das Ehrenamt. Zöllner: „Zahlreiche Wittenberger waren bei uns und haben gefragt, wie sie sich einbringen können. Statt über die Kirchenferne vieler Menschen in Ostdeutschland zu jammern, muss man Bürgern Raum bieten und zeigen, wo sie Verantwortung übernehmen können.“ 

Man habe in der Begegnungsstätte auch Wittenberger begrüßt, die in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen in der Stadt arbeiteten, die das Gespräch gesucht hätten, um neue Anregungen für den Dienst am Menschen zu gewinnen. „Die Investition in diese Begegnungsstätte, die Arbeit hat sich gelohnt“, resümiert Zöllner, „es sind gute Netzwerke und Kooperationen entstanden, vor allem mit der Cranach-Stiftung und zu Trägern.“ Z

Offene Türen 

Aus Anlass des einjährigen Bestehens lädt die Bethel-Begegnungsstätte, Collegienstraße 41/42, am 7. Juli ab 15 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein, es gibt gute Gespräche, viele Informationen, Essen und Getränke.

 „Wittenberger Gespräche“ 

Die „Wittenberger Gespräche“ haben Dialogcharakter, sie sind keine Fachtagung, sondern wollen möglichst viele interessierte Menschen erreichen. Thema am Freitag, dem 14. Juli, 14 bis 17 Uhr, im Malsaal der Cranach-Stiftung ist „Epileptologie – Entwicklung/Chancen – ein Erfahrungsaustausch“. In der Epilepsiebehandlung und –forschung ist Bethel in Europa führend.

Als Referenten werden erwartet Prof. Dr. Martin Holtkamp, Medizinischer Direktor des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg, Dr. Christina Nunnemann, Oberärztin der Klinik für Neurologie Alexianer Klinik Bosse und Ingrid Coban, Leiterin Psychosoziale Dienste im Epilepsie-Zentrum Bethel im Krankenhaus Mara.




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