BBW-Geschäftsführerin Sabine Helling (l.) und Marit Rettel an der neuen zyklengesteuerten CNC-Maschine, die für 50.000 Euro angeschafft worden ist. Foto: Wolfgang Gorsboth

 BBW-Geschäftsführerin Sabine Helling (l.) und Marit Rettel an der neuen zyklengesteuerten CNC-Maschine, die für 50.000 Euro angeschafft worden ist. Foto: Wolfgang Gorsboth

03.06.2017

BBW reagiert auf demografischen und technologischen Wandel

Vom Bildungsträger zum Dienstleister für Bildung

Wittenberg (wg). Seit Gründung des Bildungszentrums für Beruf und Wirtschaft e.V. (BBW) 1993 durch Unternehmen der Region hat sich der Bildungsträger zum Bildungsdienstleister entwickelt und reagiert damit auf den demografischen Trend mit Nachwuchs- und Fachkräftemangel, den technologischen Wandel sowie einer stetig steigenden Nachfrage nach Weiterbildung. Die Produktpalette erweitert sich, neue Marktsegmente müssen erschlossen werden, im Mittelpunkt stehen maßgeschneiderte Bildungsangebote.

„Die berufliche Weiterbildung ist eine von vier Säulen des BBW“, erklärt Geschäftsführerin Sabine Helling. Damit deckt das BBW die Nachfrage von Unternehmen ab, ebenso von Arbeitnehmern sowie Arbeitssuchenden. Immer wichtiger werden Aufstiegsfortbildungen wie Ausbilder, Meister und Fachwirte. Mitarbeiter erhalten so eine Chance auf beruflichen Aufstieg, Unternehmen können ihren Fachkräftebedarf besser absichern. 

„Aufstiegsfortbildungen wie Meisterlehrgänge fanden früher berufsbegleitend statt und dauerten zweieinhalb Jahre“, berichtet Helling, „im Trend sind jetzt Vollzeitlehrgänge, die wir neu konzipiert haben.“ Hier dauert die Ausbildung sechs bis sieben Monate, wobei Meister sowie Fach- oder Betriebswirte dem Bachelor vergleichbar sind.

Aufstiegsfortbildungen werden zum Teil von den Unternehmen finanziert, zum Teil aber auch von den Mitarbeitern selbst. Ob eine Förderung durch die Agentur für Arbeit in Frage kommt (z. Bsp. über das Programm WeGebAU), darüber können sich Interessierte durch das BBW beraten lassen. „Bei der Aufstiegsfortbildung stellen wir uns überregional auf und wollen auch Teilnehmer aus anderen Bundesländern akquirieren“, so Helling. 

Überdies konzipiert das BBW spezielle Lehrgänge nach den Wünschen der Unternehmen sowie öffentlicher Verwaltungen unter anderem zu Themen wie EDV, Englisch im Empfangsbereich bzw. Gastronomie, Teamfähigkeit, Mobbing und Burnout, Motivationsstrategien, Führungskräfteschulungen sowie Entwicklung neuer Marketingstrategien. „Dazu suchen wir uns auf dem Markt entsprechende Fachdozenten, derzeit arbeiten wir mit rund 30 zusammen“, sagt Helling. 

Die zweite wichtige Säule des BBW ist die Ausbildung – von der beruflichen Erstausbildung im Verbund über Prüfungsvorbereitung und Fachlehrgängen bis hin zu ausbildungsbegleitenden Hilfen und Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen. „Wir haben aktuell 130 Auszubildende im Rahmen der Verbundausbildung“, berichtet die BBW-Geschäftsführerin. 

Eine weitere Säule ist die Berufsorientierung mit TABEO plus („Tage der Berufsorientierung mit vorgeschalteter Potentialanalyse) sowie BRAFO (Berufswahl Richtig Angehen Frühzeitig Orientieren). Damit unterstützt das BBW Schüler bei der Ermittlung ihrer Talente, Begabungen und Fähigkeiten und leistet damit einen optimalen Einstieg in das Berufsleben. „Wir begleiten mit den beiden Projekten knapp 1.000 Schüler pro Jahr“, erklärt Helling „und arbeiten mit allen Sekundar- und Förderschulen zusammen.“ 

ANLIN und STABIL 

 Die vierte Säule bilden Projekte, darunter ANLIN (Ausbildung fördert nachhaltige Lernorte in der Industrie), ein Modellprojekt des Bundes (2016-2019) zur Verankerung von Nachhaltigkeit im System der dualen Ausbildung für die chemische Industrie, dabei kooperiert das BBW als Ansprechpartner für die neuen Bundesländer mit Provadis in Frankfurt/Main. Sowohl Azubis als auch das Ausbildungspersonal sollen für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert, motiviert und qualifiziert werden. 

Zusätzlich sollen sich Provadis und BBW zu nachhaltigen Lernorten entwickeln und als Verbundausbildungsträger als anerkannte strategische Partner und Impulsgeber wirken. „Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet, die Ergebnisse finden Eingang in die Ausbildungsverordnungen“, berichtet Marit Rettel, BBW-Mitarbeiterin für Projektentwicklung. 60 Ausbilder von Unternehmen aus dem Landkreis haben das erste Modul absolviert, parallel wurden Seminare mit Lehrlingen durchgeführt. 

Im mit ESF-Mitteln geförderten Landesprogramm STABIL (Selbstfindung, Training, Anleitung, Betreuung, Initiative, Lernen) befinden sich derzeit 20 Jugendliche, die keinen Schul- oder Berufsabschluss besitzen, ihre Lehre abgebrochen haben bzw. spezielle sozialpädagogische Hilfebedarfe aufweisen. Im Rahmen des ebenfalls mit ESF-Mitteln geförderten Programms Jobperspektive 58plus befinden sich 21 Teilnehmer, die unter anderem in Schulen, kirchlichen Einrichtungen sowie dem NABU eingesetzt werden. 

Arbeit 4.0 

„Zunächst haben wir geklärt, wie digital arbeiten wir selbst und dann haben wir uns gefragt, welche Erwartungen stellen die Unternehmen an uns“, erläutert Marit Rettel. Zusammen mit Partnern aus der Metall- und Elektrobranche konzipiere man ein Projekt, mit dem man sich an der neuen Förderrunde der Sozialpartnerrichtlinie mit dem Schwerpunkt „Arbeit 4.0 – Zukunft der Arbeit – Fachkräftesicherung für die Arbeitswelt der Zukunft“ beteiligen wolle.




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