Antje Rettig schmust mit Therapiehund „Rüdiger” (links) und der neu hinzugekommenen „Renate”. Foto: privat

Antje Rettig schmust mit Therapiehund „Rüdiger” (links) und der neu hinzugekommenen „Renate”.  Foto: privat

03.06.2017

Wolfgang Marchewka sprach mit Antje Rettig – Just 4 Fun

Kann Rüdiger auch Politiker therapieren?

Rüdiger ist mal wieder gut drauf: Mit großer Freude spielt er auch mit den fremden Kindern. Die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit, schließlich toben die Kinder immer heftiger. Da ertönt eine Stimme: „Rüdiger, Box!“ Sofort bricht Rüdiger das flotte Spiel ab, springt in seine Transportkiste und die Kinder haben ein paar Minuten die Gelegenheit, sich zu beruhigen. 

Die Stimme gehört zu Antje Rettig, eine Hundefreundin von Kindesbeinen an, die es geschafft hat, ihr tierisches Hobby zum Beruf zu machen: Sie betreibt die Hundeschule „Just 4 Fun“ im Wittenberger Ortsteil Köpnick. Und Rüdiger ist ein bemerkenswerter Hund: Er gehört der Rasse „Staffordshire Bullterrier“ an, eine jener Rassen, von denen vor allem die SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt meint glauben zu müssen, alle diese Hunde seien gefährlich - so gefährlich, dass diese Rasse gemeinsam mit weiteren sogar mit einem Zuchtverbot belegt worden ist. Wie passt das zu Rüdigers Verhalten in der Praxis?

„Gar nicht“, kommentiert Antje Rettig, „die Rasseliste im Hundegesetz von Sachsen-Anhalt ist unsinnig, geradezu eine Frechheit, weil ja nicht nur die Hunde, sondern auch anständige Menschen, die mit diesen Tieren leben und arbeiten, diskriminiert werden.“ 

Rüdiger ist noch nicht einmal zwei Jahre alt. Warum hat sich Antje Rettig in Kenntnis der Probleme, die durch das diskriminierende Hundegesetz folgen, einen Hund dieser Rasse gekauft? „Das war eine ganz bewusste Entscheidung, mit der ich den fachunkundigen Politikern demonstrieren kann, wie falsch die Behauptung ist, willkürlich ausgewählte Rassen seien gefährlich.“ 

Die Hundeexpertin – sie ist berechtigt, Hundehalter auf ihre Sachkunde zu prüfen – belässt es nicht bei Worten, sondern handelt konsequent: Im jungen Alter von sechs Monaten begann für Rüdiger die Ausbildung zum Therapiehund im K.S.I. Hundetherapie- und Trainingszentrum Grünberg in Hessen.“ Und nach der neun Monate langen Intensivausbildung folgte die Abschlussprüfung vor zwei Gutachtern.

Ergebnis, Zitat: „Die bestellten Gutachter bestätigen durch dieses Gutachten, dass Rüdiger für den Einsatz als Therapiehund sehr gut geeignet ist und die Hundeführerin, Frau Antje Rettig, über umfangreiche theoretische Kenntnisse und die erforderlichen praktischen Fähigkeiten für die verantwortungsvolle Aufgabe verfügt. Das Team Antje Rettig mit Rüdiger besteht die Therapiehundeprüfung mit der Gesamtnote „sehr gut“. 

„Bereits während der Ausbildung waren wir in einem Seniorenwohnheim und in einer Schulklasse“, berichtet Antje Rettig. Auch bei diesen Trainingseinheiten habe sich Rüdiger vorbildlich verhalten. Antje Rettig ist begeistert: „Inzwischen bin ich ein Fan dieser Rasse, die Staffords sind Traumhunde, immer freundlich und lustig.“ 

Das sehen auch die Passanten, wenn Antje Rettig mit ihren Schülern und einer bunt gemischten Hundemeute durch Wittenberg spaziert: „Wir sind nirgends angeeckt.“ 

Vom kommenden Herbst an soll Rüdiger regelmäßig als Therapiehund in Stadt und Kreis Wittenberg eingesetzt werden. Ob er auch Politiker von ihrer Hundephobie therapieren kann? Antje Rettig grinst: „Ich gehe lieber zu Kindern, die lernen schneller!“ Die Hundeexpertin hat beobachtet, wie wertvoll der Kontakt mit einem wesensfesten Hund für die Kinder sein kann, besonders für solche die Sorgen haben: „Die Kinder öffnen sich und erzählen dem Hund ihre Probleme, schon das hilft.“




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