36. Deutscher Evangelischer Kirchentag – in Wittenberg mit einer gewollten internationalen Note: Erzbischof Thabo Makgoba von der Anglikanischen Kirche in Südafrika hielt die Predigt. Foto: Lino Mirgeler/dpa

36. Deutscher Evangelischer Kirchentag – in Wittenberg mit einer gewollten internationalen Note: Erzbischof Thabo Makgoba von der Anglikanischen Kirche in Südafrika hielt die Predigt. Foto: Lino Mirgeler/dpa

28.05.2017

120.000 Menschen feierten den Abschlussgottesdienst

Festgottesdienst im Zeichen der Ökumene

Wittenberg (wm). Die Sonne meinte es fast zu gut mit den Besucherinnen und Besuchern des Abschlussgottesdienstes des Kirchentages auf der Festwiese vor der Kulisse der Lutherstadt Wittenberg. Und so hatten nicht nur die prominenten Rednerinnen und Redner viel zu tun, sondern auch die zahlreichen Helfer, die Wasser verteilten und sich auch um dutzende Hitzeopfer kümmern mussten. Deren Einsatz wurde aus der Gästeschar sehr gelobt. 

 Dieses Abschlussfest bot Besonderes. Zwar galt es, den 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag zu feiern, aber die Tendenz zur Ökumene war weder zu übersehen noch zu überhören. 

Zu den prominenten Gästen gehörten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Gesundheitsminister Hermann Gröhe (beide CDU), allesamt engagierte Protestanten, von den katholischen Christen waren dabei Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg und der katholische Landesbischof Gerhard Feige, der Treffendes sagte: „Was uns Christen verbindet ist stärker als das Trennende.“

Die internationale Dimension der Reformation symbolisierte trefflich der Erzbischof Thabo Makgoba von der Anglikanischen Kirche in Südafrika. Für manchen Gast überraschend bei einem deutschen Kirchentag hielt Makgoba die Predigt in englischer Sprache und streute dabei einige moderne Auffassungen ein. Beispiel: „Die Reformation betrifft nicht allein unsere Gegenwart, sie kann auch unser GPS für die Zukunft sein.“

Der Südafrikaner bezeichnete Martin Luther als einen der Väter demokratischer Freiheit und erinnerte an das Gegenteil von Freiheit: die Leiden der Farbigen in Südafrika in den vergangenen Zeiten der grausamen Apartheidpolitik. Vor diesem Hintergrund betonte Makgoba eine erste Mahnung: Die Menschen mögen sich gegen den vielerorts erneut stärker werdenden Nationalismus wenden. 

Für eine verstärkte Ökumene sprach sich der EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm aus. " Wir wollen endlich wieder zusammenkommen. Wir wollen einfach Freundinnen und Freunde in Christus sein - und auch so miteinander leben!" 

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hob die Bedeutung der Ökumene hervor: „Als Präsident dieses Landes will ich diesem Prozess weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen wünschen, denn der lebendige ökumenische Austausch zwischen den Konfessionen und die enge Zusammenarbeit der Christen tun dem ganzen Land gut. Das sollten wir fortsetzen.“ 

Sachsen-Anhalts katholischer Ministerpräsident Rainer Haseloff war mit dem Kirchentag zufrieden: "Luther war nie in Berlin. Deshalb war Wittenberg der richtige Ort für den Festgottesdienst. Wittenberg ist der Ursprung der Reformation. Das war heute zu spüren." Auch Haseloff betonte den Wert der Ökumene: "Der Gottesdienst kann nicht ein einsamer Aufschlag sein, da muss was ausgehen. Wir sind eine große Ökumene, auch mit Menschen ohne kirchliche Bindung."  

Nach dem Festgottesdienst ging das Fest weiter – mit zahlreichen Gesprächen und viel Musik am Abend.




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