Ministerpräsident Reiner Haseloff mit Lutherdarsteller Bernhard Naumann: „Alle Anstrengungen haben sich gelohnt.“ Foto: Archiv / Wolfgang Gorsboth

Ministerpräsident Reiner Haseloff mit Lutherdarsteller Bernhard Naumann: „Alle Anstrengungen haben sich gelohnt.“ Foto: Archiv / Wolfgang Gorsboth

21.05.2017

Geschichte als Impulsgeber für nachhaltige Stadtentwicklung

Ministerpräsident Haseloff: Wittenberg ist eine Weltadresse

Wittenberg (wg). „Als in Wittenberg 1967 das 450. Reformationsjubiläum gefeiert wurde, war dies eine eher lokale Angelegenheit, 50 Jahre später spielt Wittenberg in der Champions-League als ‚Rom des Nordens’, als bedeutende Pilgerstätte des Protestantismus weltweit“, erklärt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. 

 An die Wittenberger appelliert der MP, sich die preiswerte Saisonkarte für die Dauer der Weltausstellung zu sichern, „weil es nie wieder so ein umfangreiches und hochkarätiges Angebot an Ausstellungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen geben wird, verbunden mit vielfältigen und interessanten Kontakt- und Gesprächsmöglichkeiten, weil in den nächsten Monaten die Welt bei uns zu Gast ist.“ 

Ohne ihre bedeutende Geschichte wäre Wittenberg eine Kleinstadt – unbedeutend und unspektakulär. Selbst wenn die Stadt von alledem nichts wissen wollte, ihre Bedeutung als Stadt der Reformation wird ihr von außen aufgetragen. „Lust und Last liegen bisweilen nah beieinander“, sagt der MP mit Blick auf den Besucheransturm, den vor allem das Festwochenende mit sich bringen wird, „wir sollten gleichwohl das Reformationsjubiläum genießen und uns als weltoffene und freundliche Gastgeber präsentieren. Wittenberg befindet sich in einer privilegierten Situation, die nur wenige Städte in der Welt haben.“

Bereits mit Beginn der Internatonalen Bauausstellung (IBA) 2010, deren wichtigsten Projekte auf 2017 fokussiert waren, hat sich die Geschichte als Impulsgeber für die Stadtentwicklung erwiesen, eine Trumpfkarte, die die Stadt mehr als geschickt genutzt hat. Heute präsentiert sich die Lutherstadt mit einer sorgfältig durchrestaurierten Stadtkulisse, den frisch sanierten beiden großen Kirchen, dem restaurierten Schloss samt neuem Südflügel, einem neuen Hauptbahnhof und einer „neuen Mitte“ am Arsenalplatz mit Stadthaus, Ratsarchiv, historischem Besucherempfang und Stadtinformation.

Möglich wurde die „neue Mitte“ durch die grundlegende Überplanung bestehender Pläne infolge des sensationellen Zufallsfundes von 2009, als das Grab von Kurfürst Rudolf II. entdeckt wurde, eben jenem Kurfürsten, der Wittenberg zu seiner Residenz machte und damit die Grundlagen für die spätere Karriere der Stadt schuf. Mit dem Fund brachte sich Wittenberg neben dem Anspruch Luther- und Cranachstadt zu sein auch in Erinnerung als bedeutende Residenzstadt, die mit dem Reichsmarschallamt verbunden war. Überdies wurde die Exerzierhalle von 1886 zu einem Veranstaltungsort, das Augusteum zu einer Sonderausstellungsfläche für die Stiftung Luthergedenkstätten, das Zeughaus zur Heimstatt der Städtischen Sammlungen und nicht zu vergessen das Panoramabild von Yadegar Asisi – alles in allem wurde in kurzer Zeit ein Stadtumbau von historischem Gewicht vollzogen, den die Stadt in ihrer über 700-jährigen Geschichte so noch nicht erlebte – und in dieser Form nicht wieder erleben dürfte. Vor allem eine Konzentration finanzieller Mittel von EU, Bund und Land wird es so für Wittenberg nicht mehr geben. 

Während die Aktivitäten der EKD, einschließlich der vorbereitenden Luther-Dekade, vor allem auf 2017 ausgerichtet sind, sind die baulichen Aktivitäten von Land und Stadt auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegt. „Allein das Land hat einschließlich der Infrastrukturmaßnahmen rund 100 Millionen Euro investiert“, sagt Haseloff, dabei sind die IBA-Investitionen nicht mitgerechnet. „Die Stadt präsentiert sich in einer neuen Qualität, deren Bestand über Jahrzehnte gesichert ist.“ 

Dass viele Baumaßnahmen im laufenden Betrieb durchgeführt werden mussten, habe enorme Anstrengungen aller Beteiligten erfordert – und die Geduld von Anwohnern strapaziert. Vom immensen Auftragsvolumen hat die heimische Wirtschaft profitiert, insbesondere das Handwerk. „Die Investitionen und die damit verbundenen Belastungen werden sich in Zukunft auszahlen, denn wir haben das nicht gemacht, um 2017 ein Feuerwerk abzubrennen“, betont Haseloff. 

Wittenberg war in der Vergangenheit zum Teil wenig vorzeigbar, die touristische Auslastung stark saisonabhängig, die Verweildauer eher gering. Die Besucherzahlen nach 2017 dürften deutlich höher sein als 2015 oder 2016. „Freuen wir uns auf das, was in den nächsten Wochen vor uns steht, nutzen wir die Angebote und seien wir gute Gastgeber, denn jeder Besucher ist Multiplikator für künftige Touristen“, erklärt Haseloff.




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