Jürgen Krause, von Anfang an Vorsitzender des Wittenberger Tierheimvereins, findet fast jeden Tag den Weg in die Einrichtung. Foto: Wolfgang Gorsboth

Jürgen Krause, von Anfang an Vorsitzender des Wittenberger Tierheimvereins, findet fast jeden Tag den Weg in die Einrichtung. Foto: Wolfgang Gorsboth

30.04.2017

Besuchern präsentiert sich am 1. Mai eine erstklassige Einrichtung

19. Tag der offenen Tür im Tierheim Wittenberg

Wittenberg (wg). Wenn die Mitarbeiter zum 1. Mai zum 19. Tag der offenen Tür ins Tierheim einladen, bedeutet dies zugleich, dass die Einrichtung auf dem Gelände an der Belziger Chaussee ihr 19-jähriges Bestehen feiert: 1997 fasste der Stadtrat den Beschluss, das ehemalige Wasserwerk zum Tierheim umzubauen und am 2. Mai 1998 erfolgte im Beisein des damaligen Oberbürgermeisters Eckhard Naumann die offizielle Eröffnung in Verbindung mit einem Tag der offenen Tür, der seither zur Tradition geworden ist. 

Seit der Eröffnung ist der Tierheimverein als Träger der Einrichtung wichtiger Ansprechpartner für alle Fragen des Tierschutzes. Von Anfang an Vorsitzender des Vereins ist Jürgen Krause, der damalige Ordnungsamtsleiter hatte sich – gerne - in die Pflicht nehmen lassen, weil die Versorgung von Fundtieren eine kommunale Pflichtaufgabe ist. Der 75-Jährige ist auch nach der Pensionierung Vorsitzender geblieben, weil aus der „Pflichtaufgabe“ längst eine „Herzenssache“ geworden ist.

Das 20. Jubiläum will er noch vollmachen, mit anderen Worten: Es wird ein Nachfolger/eine Nachfolgerin gesucht. Auf Landesebene hat sich Krause bereits ein wenig zurückgenommen, nach vielen Jahren als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzes Sachsen-Anhalt ist er „nur“ noch einfaches Vorstandsmitglied, die Geschäftsstelle des Landesverbandes befindet sich nach wie vor in Wittenberg. 

Ebenfalls von Anfang an dabei ist Marion Malbrich als Leiterin des Tierheimes. Nicht zuletzt ihr und den drei Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass das Tierheim Wittenberg als erste Einrichtung in Sachsen-Anhalt mit der Tierheim-Plakette des deutschen Tierschutzbundes ausgezeichnet wurde, ein Gütesiegel, das den hohen Standard in Tiergesundheit, Tierpflege, Ausstattung, Komfort und Arbeitsweise der Mitarbeiter belegt. 

„Die Geschichte des Wittenberger Tierheims ist auch eine Geschichte ständiger Baumaßnahmen, die alle zum Ziel hatten, die Lebensbedingungen der hier untergebrachten Tiere zu verbessern“, berichtet Krause. Die Ergebnisse können sich mehr als sehen lassen, auf mehr als eine Millionen Euro schätzt der Vorsitzende die Höhe der baulichen Investitionen in den vergangenen 19 Jahren – dank Lotto, dank Spenden/Sponsoring heimischer Firmen und Privatpersonen sowie Eigenleistungen. 

Wie in den Vorjahren kann auch heuer den Besuchern zum Tag der offenen Tür Neues präsentiert werden – so der neue Sicherheitszaun, der den alten Maschendrahtzaun ersetzte und das neue Tierschutzkabinett, für das inzwischen auch das Inventar bestellt wurde. Für 2017 wurden Lotto-Mittel in Höhe von 30.000 Euro beantragt für die Erneuerung der alten (Papp-)Dächer der Katzen- und Hundehäuser I und II, die Gesamtinvestition beläuft sich auf 60.000 Euro. Großes Ziel für die Zukunft ist die Sanierung des Gebäudes am Eingang zum Tierheim, der Zahn der Zeit hat mächtig an dem um 1900 errichteten Objekt genagt. 

Bürokratie bei Landesförderung 

Anfang Februar hat das Wittenberger Tierheim beim Land einen Fördermittelantrag (8.000 Euro) zur Rekonstruktion der Hundeausläufe gestellt. „Der Antrag konnte bis jetzt nicht beschieden werden, auch ein vorzeitiger Maßnahmebeginn ist nach den jetzigen Richtlinien nicht möglich“, kritisiert Krause. 

80.000 Euro stehen jährlich für Investitionen zur Verfügung, im vergangenen Jahr sind aber nur 54.000 Euro an die Tierheime abgeflossen, Krause weiß auch warum: „Erstens ist der bürokratische Aufwand zu hoch, dann wissen die Tierheime zweitens nicht, wann der Antrag bewilligt wird und deshalb lassen sich für die oft kleineren Investitionen keine Firmen zeitlich binden.“ Wird der Antrag erst im Oktober bewilligt, müssen die Mittel bis Jahresende verbaut sein, Anträge auf Fristverlängerung sind indes kostenpflichtig. Deshalb fordern die Tierheime eine Entbürokratisierung bei der Antragstellung und eine beschleunigte Bearbeitung. Das Wittenberger Tierheim erfüllt nicht nur die Pflicht der Unterbringung von Fundtieren, sondern betreibt auch eine Tierpension, die rund 30 Prozent des Etats erwirtschaftet. Für den Tierfriedhof (Einzelgrab und „grüne Wiese“) läuft ein Antrag auf Erweiterung. Außerdem gibt es einen Gnadenhof für alte und nicht mehr vermittelbare Tiere. Durchschnittlich finden pro Jahr 230 Tiere (Hunde, Katzen, Nager, Vögel) Aufnahme im Tierheim, die meisten können nach kurzer Zeit in gute Hände vermittelt bzw. an ihre Besitzer zurückgegeben werden. 

Offene Tür 

Zum Tag der offenen Tür am 1. Mai im Tierheim wird von 10 bis 17 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm geboten. Unter anderem treten Tinas Tanzmäuse, die Jazzband „Whreeds“ und Clown Werner auf, die Hundeschule aus Vockerode zeigt Übungen aus dem Trainingsprogramm, es gibt Informationen zu Reisen mit Tieren und einen Info-Stand von Town & Country. Durch das Programm führt DJ Papa Schulz. Tradition hat auch die gute Versorgung der Tierheimbesucher, die sich auf Kesselgulasch, Gegrilltes, Kaffee und Kuchen sowie diverse Getränke freuen können. Außerdem wird über Fragen des Tierschutzes sowie die Aufgaben eines Tierheims informiert.




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