Ein Bild aus besseren Zeiten: Seit Jahren sind der Kaiser-Wilhelm-Turm und die Ausflugsgaststätte „Schöne Aussicht“ geschlossen. Foto: Wolfgang Gorsboth

Ein Bild aus besseren Zeiten: Seit Jahren sind der Kaiser-Wilhelm-Turm und die Ausflugsgaststätte „Schöne Aussicht“ geschlossen. Foto: Wolfgang Gorsboth

27.04.2017

Neuer Ausschuss als Bindeglied zwischen Verwaltung und Wirtschaft

Wirtschaft und Tourismus in Bad Schmiedeberg

Bad Schmiedeberg (wg). In der Grundschule in Trebitz hat sich der neue Wirtschaftsförderungs- und Tourismusausschuss der Stadt Bad Schmiedeberg konstituiert. „Wir haben uns zunächst über die Erwartungshaltungen der Fraktionen verständig“, berichtet der Vorsitzende Deddo Lehmann (CDU), „wir verstehen uns weder als Heilsbringer, noch haben wir Fördermittel zu verteilen.“ Am 10. Mai trifft sich der neue Ausschuss im Margarethen-Viertel. 

Die konstituierende Sitzung in Trebitz hat Symbolcharakter, will der neue Ausschuss doch so wenig wie nötig im Rathaus der Kernstadt tagen, sondern so oft wie möglich in den Ortschaften Präsenz zeigen. Der Ausschuss will der Verwaltung keine Arbeit abnehmen, sie ist der Dienstleister, wohl aber sieht sich das Gremium als Bindeglied zur Wirtschaft.

Als erstes will der Ausschuss den Bestand ermiteln: Welche wirtschaftlichen Strukturen hat Bad Schmiedeberg zu bieten, welche Leistungen werden hier erbracht? „Wir möchten die unterschiedlichen Akteure zusammenbringen, eine Plattform schaffen, um Probleme zu lösen“, erklärt Lehmann. Zusätzlich soll ein Runder Tisch für Unternehmer geschaffen werden. 

 Am 10. Mai geht es im überdimensioniert geplanten Margarethen-Viertel um Fragen der besseren Vermarktung. Die vielen leer stehenden Parzellen stellen zugleich eine Belastung für den ohnehin defizitären Haushalt der Stadt dar. „Bad Schmiedeberg verfügt über eine gute geografische Lage, wir müssen uns verstärkt als attraktiver Wohnstandort für junge Familien vermarkten“, betont Lehmann. Das größte Problem hierbei sei die fehlende S-Bahn-Verbindung nach Leipzig. Ein Beispiel: Mehrere leitende Mitarbeiter des Kurbetriebs wohnten in Leipzig, eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln komme einer unzumutbaren Odyssee gleich. Viele Leipziger nutzten die Dübener Heide auch als beliebtes Ausflugsziel und seien dabei leider auf das Auto angewiesen. Dass die Heidebahn inzwischen wenigstens wieder an den Wochenenden und an Feiertagen verkehre, sei ein kleiner Fortschritt.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Lehmann in der Revitalisierung der Gaststätte an der „Schönen Aussicht“, die ebenso seit Jahren geschlossen ist wie der markante, knapp 30 Meter hohe Kaiser-Wilhelm-Turm, die immerhin zu den Heidemagneten zählen. Bürgermeister Martin Röthel (SPD) arbeite an einer Lösung, damit Gaststätte und Turm 2018 wieder eröffnet werden könnten. 

Neben der Entwicklung des Naturparks Dübener Heide zu einer Qualitätswander-Region sei aus touristischer Sicht auch die Profilierung zur Gesundheitsregion mit Schwerpunkt Naturheilkunde ein Pfund, mit dem man wuchern könne. Bei der Entwicklung der Potenziale der Dübener Heide erweise sich die Landesgrenze zu Sachsen jedoch immer wieder als Hemmnis. Die Vernetzung mit der Lutherstadt Wittenberg und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich wolle man intensivieren.

Dass in Pretzsch Gartenträume wahr werden, begrüßt Lehmann. In die historischen Parkanlagen fließen mehrere Millionen Euro, allein in den Kurpark eine Millionen Euro. Die denkmalgerechte Sanierung von Kur- und Schlosspark soll nicht zuletzt dem Tourismus auf die Sprünge helfen. „Wir wollen die lokalen Tourismusakteure zusammenbringen, damit die Qualität für den Gast stimmt“, so Lehmann. 

Der neue Ausschuss will zudem Einfluss nehmen auf die Ausweisung von Gewerbegebieten im Rahmen der Überarbeitung des Flächennutzungsplanes und dazu beitragen, eine Willkommenskultur für ansiedlungswillige Unternehmen zu entwickeln. „Wichtig sind auch die weichen Standortfaktoren wie Bildung, ärztliche Versorgung und das Vereinsleben“, erklärt Lehmann. Von besonderer Bedeutung sei das komplett sanierte Schulzentrum mit Grund- und Sekundarschule sowie der neuen Sporthalle. 

In der nächsten Sitzung des Ausschusses am 10. Mai wollen sich die Mitglieder auch mit der von Bürgermeister Röthel erarbeiteten Marketingstrategie befassen.




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