22.04.2017

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Lesen gefährdet – wen auch immer

Vorwort 

Der „Klartext“ ist als Kommentar gekennzeichnet. Für alle, die mit diesem Begriff nichts anfangen können, ist dieser Hinweis gedacht: Ein Kommentar ist kein Bericht, sondern eine Meinungsäußerung. Und Meinungen stellen in der Regel keine Tatsache dar, sondern eine subjektive Ansicht zu bestimmten Themen und Problemen. Deutlich wird das zum Beispiel an dem Begriff „Meinungsaustausch.“ Es gibt also zu einem Thema meist mehrere Meinungen – und das ist auch gut so. 

Gut ist auch, dass wir – noch - in einer demokratischen Gesellschaft leben, in der die Menschen Meinungsfreiheit genießen – ganz im Gegensatz zu Diktaturen und ähnlichen zweifelhaften Staatsgebilden.

Meinungsfreiheit bedeutet auch Meinungsvielfalt, was auch zur Folge hat, dass Demokraten Meinungen akzeptieren, die sie nicht teilen. Wenn sich diese Meinungen im Rahmen unseres Grundgesetzes bewegen, lohnt es sich meist, über diese Meinungsäußerungen nachzudenken. Das gilt auch für den Klartext: Niemand muss sich der in dieser Rubrik geäußerten Meinung anschließen, aber Denkanstöße können nicht schädlich sein. Darauf mit Hass und Hetze zu reagieren, ist inakzeptabel. 

Hauptteil 

Die Redaktion des Wittenberger Sonntag hatte in der abgelaufenen Woche wieder einmal Grund zur Freude: Der Klartext unter der Überschrift „Lesen gefährdet die Dummheit“ brachte erneut eine überdurchschnittliche Resonanz. Vor allem bei der angepeilten Zielgruppe, die in ihren überwiegend hasserfüllten und anonymen Zuschriften die Richtigkeit der von uns vertretenen These, Lesen gefährdet nicht nur die Dummheit, sondern kann diese auch fördern, wenn man das Falsche liest und dessen Inhalt auch noch für wahr hält, vermutlich ungewollt vollauf bestätigten. 

Da nur der Autor Wolfgang Marchewka beschimpft worden ist, und der ein mächtig breites Kreuz hat, möchten wir ein beispielhaftes Erzeugnis für eine Zuschrift unserer geschätzten Leserschaft nicht vorenthalten. Ein Mensch, der sich André B. nennt – mehr ist uns nicht bekannt – schreibt wörtlich, wir zitieren: 

„Herr Marchewka. Sie raten den Menschen im Landkreis Wittenberg also davon ab, Informationen der russischen Nachrichtenagentur (rt.deutsch und sputniknews) zu lesen und zu sehen? Sie bezeichnen diese pauschal als Propaganda-Plattform. Es ist kaum zu glauben, dass Sie diesen Artikel selbst geschrieben haben. Persönlich gehe ich davon aus, dass Sie durch ein geheimdienstlich-mediales Netzwerk hier im Landkreis WB installiert wurden, auch um ideologische Bearbeitung der Massen im Rahmen der Luther-Festspiele sicher zu stellen. Die politisch einzig angemessene Maßnahme wäre ein öffentlicher Boykott-Aufruf gegenüber dem "Wittenberger Sonntag". Denn Sie missbrauchen Ihre Multiplikator-Position für Ideologische Beeinflussung, Meinungsmache und Tendenz-Berichterstattung im Sinne der herrschenden Kreise. Wir sollen schweigen und uns unterwerfen. Wie pervers und menschenfeindlich die gesellschaftliche Situation ist, zeigt die Tatsache, dass Sie und Ihre Hintermänner sich so frei und sicher im öffentlichen Raum bewegen können. Niemand verfolgt Sie oder bedroht Sie.“ 

 Zitat Ende. 

So etwas kann passieren, wenn jemand zu viel „rt deutsch“ liest und die dort verbreitete Propaganda auch noch glaubt. 

Wer mit dem Namen „rt deutsch“ nichts anfangen kann: Der im Auftrag der Russischen Regierung und von selbiger auch finanzierte Sender wie auch die gleichnamige Facebook-Plattform hieß zuerst „Russia Today“. Dieser Name wies wohl zu offensichtlich auf die gestellte Aufgabe hin, nämlich „die russische Sicht auf die Dinge“ international zu verbreiten, und so wählte man den unverfänglicher klingenden Namen „rt deutsch“. Allein in Deutschland wird Putins Propaganda nicht nur von zahlreichen Lesern geglaubt, sondern auch gemocht, was durch die „Gefällt mir“ Klicks zehntausendfach dokumentiert wird. 

Wie verwirrt ist deren Geist, wenn einerseits Putins Propaganda Glauben geschenkt wird, andererseits aber sämtliche unabhängigen Medien in Deutschland als „Lügenpresse“ bezeichnet werden?

Es scheint fast, als wären einige Deutsche für die Demokratie verloren.




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