Deddo Lehmann feiert am Ostersonntag seinen 50. Geburtstag. Foto: Wolfgang Gorsboth

Deddo Lehmann feiert am Ostersonntag seinen 50. Geburtstag. Foto: Wolfgang Gorsboth

15.04.2017

Kurdirektor Lehmann feiert am Ostersonntag seinen 50. Geburtstag

Die Bad Schmiedeberger Erfolgsgeschichte fortgeschrieben

Bad Schmiedeberg (wg). „Wir können nur gut durchdachte und durchkalkulierte Risiken eingehen, aber keine, die die Kraft unserer Gesellschaft sprengen würden“, schließt Kurdirektor Deddo Lehmann, der am Sonntag seinen 50. Geburtstag feiert, extensive Erweiterungen für die Zukunft aus. Die Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur-GmbH sei eine anerkannte, nach den Prinzipien der Gemeinnützigkeit geführte Gesellschaft, die über ein langfristig angelegtes Entwicklungskonzept verfüge. 

In der Praxis heißt das, dass an die Gesellschafter keine Gewinne ausgeschüttet werden dürfen, sondern diese nur für satzungsmäßige Zwecke zu verwenden sind – für den Kurbetrieb und die dazu notwendige Infrastruktur. 

„Wir können und wollen unser Unternehmen nicht beliebig erweitern, zumal es bundesweit immer noch ein Überangebot an Reha-Betten gibt und die Marktbereinigung im vollen Gange ist“, so Lehmann. Vielmehr wolle man sich künftig stärker dem ambulanten Bereich zuwenden und sich qualitativ weiter entwickeln. „Wir sind in der Kurlandschaft ein Exot“ beschreibt Lehmann Verdichtungsprozesse, geprägt von großen Konzernen, die alles aufkaufen. 

Den Wechsel von der Kreisverwaltung, wo Lehmann von 2002 bis 2007 als Beigeordneter unter anderem für die Finanzen zuständig war, in die Wirtschaft hat der gebürtige Schweinitzer nie bereut. Am 1. Januar 2008 trat er in die Geschäftsführung des Eisenmoorbades ein und übernahm am 1. August 2009 die Position des Geschäftsführers und Kurdirektors von seinem langjährigen Vorgänger Siegfried Scholz. „Die ersten Jahre waren von großen Herausforderungen geprägt, insbesondere 2011 und 2012 gab es erhebliche Einbrüche bei den Reha-Leistungen“, berichtet der Kurdirektor. Man habe daraufhin neue Konzepte entwickelt und 2015 und 2016 zwei wirtschaftlich sehr erfolgreiche Jahre verbuchen können.

Dies wiederum gebe die Kraft für neue Ideen und Investitionen: „Wir sind gut aufgestellt!“ Vom neuen Präventionsgesetz habe man mehr erwartet, es gehe am Thema vorbei. Seit den Reformen von Seehofer in den 1990er Jahren habe sich die Situation bei Rehabilitation, Gesundheitsvorsorge und Badekuren erheblich verschlechtert. Reha werde in 80 Prozent der Fälle nur noch nach OP’s und stationären Klinikaufenthalten gewährt. Gleichzeitig wolle man Menschen länger und gesünder in Arbeit halten. „Die Kostenträger sehen deshalb in Reha-Einrichtungen wieder mehr einen Partner“, sagt Lehmann, „dabei profitieren wir sowohl bei Kostenträgern als auch den Kliniken von unserem guten Ruf als qualitätsorientierte Einrichtung.“ 

2017 und in den Folgejahren wird vor allem in Instandhaltung investiert, um die gute Qualität zu erhalten. 2018 wird im Bereich Altenpflege im Haus „Heideland“ die Kapazität um 20 Plätze erhöht, während im Kurmittelhaus eine Erlebniswelt zum Thema „Salz“ entstehen soll, insgesamt werden circa fünf Millionen Euro investiert. 

Große Herausforderung für die Zukunft wird die Gewinnung von qualifizierten und motivierten Fachkräften sein. Im Durchschnitt bildet die Kureinrichtung 20 Azubis pro Jahr aus und wurde 2016 von der IHK Halle-Dessau mit dem Gütesiegel „Top-Ausbildungsbetrieb“ ausgezeichnet. „Je strukturschwächer eine Region ist, desto mehr Aufwand ist für die Fachkräftesicherung erforderlich“, erklärt Lehmann. Als Dienstleister sei man an 365 Tagen im Jahr für die Gäste da und müsse gleichwohl auch attraktiv für die Mitarbeiter sein. Dazu bietet das Unternehmen den Mitarbeitern ein betriebliches Gesundheitsmanagement sowie Rabatte auf Kurmittelleistungen und Tankgutscheine. „Wir legen großen Wert auf Zufriedenheit am Arbeitsplatz in allen Abteilungen, dies zu gewährleisten ist Aufgabe unserer Führungskräfte“, betont der Kurdirektor. 

Seit zehn Jahren ist Lehmann für die Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur-GmbH tätig, seit acht Jahren als deren Geschäftsführer. Als kreislicher Beigeordneter wurde Lehmann zuvor als Nachfolger des damaligen Landrates Hartmut Dammer (parteilos) gehandelt, zuvor war er stellvertretender Bürgermeister von Jessen. „Im Gegensatz zu Wirtschaft/Politik ist der Erfolg in der Wirtschaft messbarer, der Misserfolg allerdings auch“, sagt Lehmann, „die Regeln sind klarer und brutaler, und das ist gut so.“ 

 Ganz aus der Politik hat sich der Kurdirektor nicht verabschiedet, er ist seit 2008 Mitglied des Stadtrates von Bad Schmiedeberg und hat jüngst den Vorsitz des neu gegründeten Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus übernommen. Kur GmbH und Stadt arbeiten intensiv zusammen: So regelt die Kurverordnung, welche Strukturen ein Heilbad vorhalten muss, dies ist Aufgabe der Kommune. Im Gesellschaftervertrag ist jedoch geregelt, dass dies die Kur GmbH übernimmt, dies bedeutet für die Stadt eine große finanzielle Entlastung.

Lehmann engagiert sich auch in der überregionalen Kur- und Reha-Branche, so ist er seit 2011 stellvertretender Vorsitzender des Heilbäder- und Kurortverbandes Sachsen-Anhalt, seit 2012 Sprecher der Kneipp Premium Class im Verband Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte, seit 2015 Vorstandsmitglied im Verband der Privatkliniken in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie seit 2016 erweitertes Vorstandsmitglied in der internationalen Vereinigung für Qualität in der ambulanten Vorsorge mit Sitz in Wiesbaden.




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