Architekt Helmut Keitel überreicht an Wikana-Geschäftsführerin Yvonne Böhm den Riesenkeks mit der Aufschrift „zum Richtfest der ‚Wikana Kekswelt’“. Foto: Wolfgang Gorsboth

Architekt Helmut Keitel überreicht an Wikana-Geschäftsführerin Yvonne Böhm den Riesenkeks mit der Aufschrift „zum Richtfest der ‚Wikana Kekswelt’“. Foto: Wolfgang Gorsboth

09.04.2017

Richtfest für ersten Bauabschnitt im ehemaligen Maschinenhaus

Die „Wikana Kekswelt“ entsteht

Wittenberg (wg). Das Geschenk, das Helmut Keitel, Geschäftsführer von bc architekten + ingenieure, an Wikana-Geschäftsführerin Yvonne Böhm im ehemaligen Maschinenhaus überreichte, hat Symbolwert: Eine Weltkarte in Gestalt eines Riesenkeks „zum Richtfest der ‚Wikana Kekswelt’“ mit Hinweis auf den Standort in der Lutherstadt Wittenberg, wo seit 111 Jahren produziert wird, damals als Chocoladenfabrik Kant.

„Wikana Kekswelt“ ist der Titel eines ambitionierten Vorhabens, für dessen ersten Bauabschnitt am Dienstag Richtfest gefeiert wurde, wobei an den im Wind tanzenden Bändern des Richtkranzes typische Wikana-Produkte befestigt waren. „Vor rund zehn Jahren ist die Idee entstanden, in dem über Jahrzehnte ungenutzten Maschinenhaus den Werksverkauf einzurichten“, berichtet Böhm. Dieser hat sein Domizil noch im kleinen, circa 30 Quadratmeter umfassenden Pförtnerhäuschen.

„Die Idee ist über Jahre gereift, Wikana hat sich entwickelt, ebenso der Markt und die Verbraucher“, sagt die Geschäftsführerin, „und jetzt leisten wir uns eine Investition, die wir uns verdient haben.“ Mit der „Wikana Kekswelt“ habe man eine Nutzungskonzeption für das Maschinenhaus entwickelt, das dem Charakter des Unternehmens am traditionsreichen Standort entspricht. 

Im ersten Bauabschnitt erhält das unter Denkmalschutz stehende Maschinenhaus ein neues Gesicht: Dach, Fassade und Fenster werden saniert bzw. erneuert, alte Jugendstilelemente aufbereitet und ein besonderes Augenmerk wird auf die Fenster gelegt, die vermutlich im benachbarten Eisenwerk Joly produziert wurden. Sie werden im gleichen Stil neu hergestellt und wärmegedämmt. 

„Die Fassade wird in alter, neuer Pracht erstrahlen“, versichert Architekt Keitel, „und auch die neue Nutzung wird an der Fassade ablesbar sein.“ Dazu entsteht auf der Seite zur Dessauer Straße eine große Glasfassade, hier wird sich der neue Eingang mit behindertengerechten Aufzug befinden und auch die filigrane Treppenanlage aus Sichtbeton dürfte ein Hingucker werden. 

Im ersten Geschoss entsteht also der neue Werksverkauf, außerdem ein Café samt Terrasse, von hier aus haben die Gäste einen schönen Blick auf den Alten Hafen und die Elbe, wobei die Elberadweg-Touristen durchaus eine wichtige Zielgruppe sind. Für den unverstellten Blick sorgt der Abriss des alten Kesselhauses, das mit seinen gigantischen Ausmaßen viele Jahrzehnte Wittenbergs Skyline prägte. 

Die Genehmigung zum Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes wurde 2014 erteilt, davor stand es leer und wurde zudem durch den Orkan „Kyrill“ 2007 erheblich in Mitleidenschaft gezogen. An das Kesselhaus erinnert nur noch ein riesiger Haufen Schutt, bereits im November 2016 wurde mit dem Abriss begonnen. „Das ist schade, aber man kann so eine Baulast ohne sinnvolle und finanzierbare Nutzung nicht stemmen“, betont Keitel, der überdies lobt, wie sehr sich die Bauherrin mit der historisch wertvollen Bausubstanz des Maschinenhauses identifiziere und damit dazu beitrage, dieses auch aus städtebaulicher Sicht wichtige Objekt zu erhalten. 

Beim Abriss des Kesselhauses wurden die figürlichen Backsteinreliefs an der Fassade geborgen. Sie werden ihren Stammplatz im Werksmuseum im Obergeschoss des Maschinenhauses finden, wo bereits ein altes Notdieselaggregat steht und weitere Objekte aus der Firmengeschichte gezeigt werden sollen. Sehenswert ist das Dachtragwerk aus Stahl mit Gusselementen, das noch funktionsfähig ist, allerdings muss das Holz komplett ersetzt werden. 

Im zweiten Geschoss entsteht eine Schaubäckerei, womit Wikana auch auf einen Trend der Zeit reagiert, in der sich immer mehr Menschen auf Tradition besinnen. Überdies können sich Besucher in der Schaubäckerei unter Anleitung selber ausprobieren. In diesem Jahr steht die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts an, Werksverkauf und Café sollen in der zweiten Jahreshälfte öffnen. Die beiden anderen Bauabschnitte, so Böhm, würden nach und nach auf der Basis des Nutzungskonzepts „Wikana Kekswelt“ umgesetzt.




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