Zwei großartige Stimmen bei der Aids-Gala im Duett: Annemarie Eilfeld und Ricardo Marinello. Foto: Wolfgang Marchewka

Zwei großartige Stimmen bei der Aids-Gala im Duett: Annemarie Eilfeld und Ricardo Marinello. Foto: Wolfgang Marchewka

08.04.2017

Glamouröser Abend für eine gute Sache und mit tollen Künstlern

Viel Beifall für elfte Aids-Gala und rund 10.000 Euro Erlös

Wittenberg (wg). Die elfteAids-Gala ist Geschichte und alle sind zufrieden: das Publikum,das die Leistungen der Akteure mit Standing Ovations belohnte, die Künstler, die den Kontakt zu den Machern des Clack Theaters festigten und gerne zu Solo-Auftritten wiederkommen möchten, und der Vorstand der Aids-Hilfe Halle, der mit etwa 10.000 Euro Spende aus dem Erlös der Gala rechnen kann. Fazit: Die viele Arbeit hat sich wieder einmal gelohnt. 

„In diesem Jahr war alles sehr hektisch, wir haben unser Frauentagsprogramm ‚Girls just wanna have fun’ insgesamt 19-mal bis zum 22. März jeden Abend gespielt, da blieb nicht mehr viel Zeit für die Vorbereitung der Aids-Gala“, berichtet Stefan Schneegaß im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. 

Michael Smolka und Juliane Bärsch vom Vorstand der Aids-Hilfe Halle bedankten sich für die langjährige Unterstützung bei den Organisatoren der Gala, dem Ensemble des Clack Theaters sowie dem Publikum. Angesichts der vielen Probleme und Krisen in der Welt werde dem Thema Aids nicht mehr die gebührende Aufmerksamkeit zuteil, bedauerte Smolka. „Viele an HIV erkrankte Menschen erhalten nur wenig Unterstützung, mit diesen Spenden können wir helfen“, erklärte der gelernte Krankenpfleger, der die Gelegenheit nutzte, um Stefan Schneegaß und Mario Welker mit der Ehrenmitgliedschaft der Aids-Hilfe Halle auszeichnen. 

Der Reiz der dreistündigen Gala unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süssmuth liegt seit der Premiere vor elf Jahren in der bunten Mischung, die von Musik bis Artistik reicht. Schneegaß moderierte die Show in der ausverkauften Phönix Theaterwelt einmal mehr als „Sweety“ gemeinsam mit Dauergast Tatjana Meissner und Lars Redlich. „Wir haben Lars bei der Moderation Vorlauf gegeben, denn er ist ein erstklassiger Entertainer“, betont Schneegaß. Und in der Tat war der sympathische Berliner Musik-Comedian der Star des Abends. In kürzester Zeit sammelte er diverse renommierte Kleinkunstpreise, vergangenen Sonntag erst erhielt er die „Krefelder Krähe“. 

Redlich unterhielt auf hohem künstlerischen Niveau, beeindruckend vielseitig und immer unterhaltsam. Ob die köstliche Ballade für die verschwundene Socke Schorsch oder die Frauenpopsongs – es gibt nur wenige Vertreter der Kleinkunst-Szene, die Redlich in gesanglicher Hinsicht das Wasser reichen können. 

Zu den Shooting-Stars der Kleinkunstszene zählt auch der aus der Schweiz stammende Kabarettist Michael Elsener, der mit beiläufiger Schlagfertigkeit und lässig intelligenter Genauigkeit ein Blick durchs Käseloch warf. Sein Schweizerdeutsch war gut verständlich, wobei er Ausschnitte aus seinem aktuellen Programm „Mediengeil“ bot und dabei unter anderem gehörig die FIFA im Sendung-mit-der-Maus-Stil abwatschte. 

Begeistert war das Publikum auch von Joseph Collard, einem der Stars des Cirque du Soleil. Der Pantomime kündigte an, das legendäre Duo „Les Founambules“ wiederzubeleben, außerdem wird er im nächsten Jahr im Clack Theater auftreten. Ein Pantomime kann alles darstellen ohne große Worte, ohne Requisiten – das war nicht nur die Botschaft seines Auftritts, sondern machte auch dessen Faszination aus. 

Der belgische Pantomime hatte seine Lebenspartnerin mitgebracht, die aus dem Sauerland stammende Kabarettistin Karin Berkenkopf, die mit ihrer Figur Frieda Braun einen schrullig-liebenswerten Charakter mit Hornbrille, Hochsteck-Frisur, biederem Rock und Mundart entwickelt hat. Mit ihrer Mischung aus Mimik und Gestik („Erdmännchen auf Ecstasy“) sowie bissiger Pointierung ließ sie keine Minute auf der Bühne ohne Lacher vergehen. 

Neben Kabarett und Comedy ist die Musik zentraler Bestandteil der Wittenberger Aids-Gala, mit Spannung erwartet wurde die Gruppe „Bell Book & Candle“ mit Jana Groß, Hendrik Röder und Andy Birr, die gleich zu Beginn ihren Riesenhit „Rescue Me“ spielten, anschließend „Wie wir sind“. Um den Wartesaal namens Leben ging es im gleichnamigen Titel „Wartesaal“, ein einfühlsames Lied über die Demenz, wenn sich leise die Dunkelheit um den Verstand legt. 

Die gebürtige Wittenbergerin Annemarie Eilfeld war nach 2016 zum zweiten Mal zu Gast bei der Aids-Gala, sie stellte ihre Single „Hoch hinaus“ vor und sang gemeinsam mit dem Tenor Ricardo Marinello, dem Sieger der ersten „Supertalent“-Staffel, „Con te partirò“. 

Natürlich wirkte auch das Ensemble des Clack Theaters mit, für musikalische Akzente sorgten Simone Geyer und Mario Welker, letzterer unter anderem als „Male Diva“ mit einer eigenwilligen Interpretation von „Kalinka“ als Protest gegen die homophobe Politik des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin. Ralph Richter befand sich im Wahlkampf-Modus und Barbara Schüler besang ihr explosives Naturell als „Sexbombe“. 

Für die artistischen Akzente, die bei keiner Aids-Gala fehlen dürfen, sorgten das Berliner Diabolo-Duo „Twin Spin“, deren Performance vor allem durch die rasante Geschwindigkeit begeisterte, die Brasilianerin Savalla mit ihrer Jonglage und Katharina Huber am Netz. 

Hinweis: Die 12. Aids-Gala findet am 23. März 2018 um 19.30 Uhr in der Phönix Theaterwelt statt, der Vorverkauf ist am 12. April 2017 ab 14 Uhr  im Clack Theater.




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