Sabine Edner, Chefin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, präsentiert den neuen Chancenatlas Sachsen-Anhalt. Foto: Marion Tuchel

Sabine Edner, Chefin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, präsentiert den neuen Chancenatlas Sachsen-Anhalt. Foto: Marion Tuchel

08.04.2017

Für Unternehmen wird es immer schwieriger, Nachwuchskräfte zu rekrutieren

Mehr Stellen als Bewerber

Wittenberg/Dessau (wg). „Schulabgänger mit guten bis sehr guten Leistungen finden derzeit ideale Bedingungen bei ihrer Berufswahl vor“, zieht Sabine Edner, Chefin der Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg, die Halbjahresbilanz zum Ausbildungsmarkt 2016/17. Auf dem Ausbildungsmarkt fände ein Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte statt. Aber auch alle anderen Jugendlichen hätten gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Dabei könnten Berufsberater die Bewerber individuell begleiten und den Berufseinstieg mit verschiedenen Instrumenten unterstützen. 

Von Oktober 2016 bis Ende März 2017 haben sich 488 Jugendliche im Kreis Wittenberg als Bewerber für eine betriebliche Ausbildung bei der Agentur für Arbeit gemeldet, das sind 59 (plus 13,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden 629 Ausbildungsstellen gemeldet, das sind 55 (minus acht Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Verhältnis von Ausbildungsstellen und Bewerber liegt aktuell bei 1,29:1.

„Arbeitgeber sollten auch jenen Jugendlichen eine Chance geben, die nicht Olympioniken in der Schule waren“, appelliert Edner. Nicht so leistungsstarke Jugendliche könnten ihr Können durch ein Praktikum in einem Betrieb unter Beweis stellen. 

Der größte Teil der Bewerber (64 Prozent) verfügt über einen mittleren Bildungsabschluss bzw. strebt diesen an, zehn Prozent haben einen Hauptschulabschluss. Über die Fachhochschul- bzw. die allgemeine Hochschulreife verfügen 21 Prozent. 

Den größten Anteil an den gemeldeten Ausbildungsstellen hat der Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung mit 43 Prozent, dazu gehören zum Beispiel Metall- und Schweißtechnik. Danach folgen kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus mit 19 Prozent. „Jugendliche, die sich bei ihrer Berufswahl nicht nur auf wenige Berufe konzentrieren, haben beste Aussichten, ihren Berufswunsch zu erlernen“, sagt Edner. 

Assistierte Ausbildung 

Bei der Suche nach Azubis werden in diesem Jahr einige Unternehmen leer ausgehen, weil die Bewerber nicht die Voraussetzungen erfüllen: „Das kann für viele Unternehmen langfristig problematisch werden, weil auch die Belegschaft in den Betrieben altert.“ Die Unternehmen müssten deshalb dazu übergehen, auch Jugendliche zu berücksichtigen, die auf den ersten Blick nicht erste Wahl seien. Ein Weg dazu sei das Förderinstrument „Zukunftschance assistierte Ausbildung“. Dabei werden Jugendliche mit Defiziten während der betrieblichen Ausbildung intensiv von Sozialpädagogen begleitet und mit zusätzlichem Stütz- und Förderunterricht betreut. Auch die Betriebe werden durch das Förderinstrument unterstützt, sei es bei auftretenden Problemen in der Berufsschule oder bei der Kommunikation mit den Jugendlichen selbst.

Firmen, die diese Jugendlichen einstellen, entsteht durch die Unterstützungsleistungen durch die Sozialpädagogen kein zusätzlicher Aufwand. Im Agenturbezirk stehen dafür derzeit mehr als 40 Plätze zur Verfügung. „Bereits vor Beginn der Lehre im Sommer können Jugendliche die assistierte Ausbildung in Anspruch nehmen“, berichtet Edner. Die Jugendlichen würden in dieser Zeit zusätzlich bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb unterstützt, außerdem erhielten sie und die Betriebe Hilfe bei Formalitäten vor und beim Vertragsabschluss. 

Neuer Chancenatlas 

 „Aufgrund der Altersstruktur der Beschäftigten und der Arbeitskräftenachfrage in unserem Agenturbezirk ergeben sich derzeit vor allem in den Branchen Metall und Elektro, Baugewerbe und Altenpflege die größten Chancen auf dem Ausbildungs- und dem Arbeitsmarkt“, betont Edner. 

Im neuen Chancenatlas werden die Zusammenhänge zwischen Arbeitskräfteangebot und –nachfrage abgebildet. Diese Top-Ausbildungsberufe befinden sich unter anderem in der Metallverarbeitung, Lebensmittel- und Genussmittelherstellung sowie Hotellerie und Gastronomie. Der Chancenatlas richtet sich an Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Schüler und Studenten, Eltern und Lehrer sowie die Vertreter von Interessenverbänden, Wirtschaft und Politik.




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