Petra Henkelmann mit Rolf. Das Wildschwein kam als Frischling ins NABU-Zentrum. Foto: Wolfgang Gorsboth

Petra Henkelmann mit Rolf. Das Wildschwein kam als Frischling ins NABU-Zentrum. Foto: Wolfgang Gorsboth

12.03.2017

Die Stadträte Dübner und Kurzhals wollen der Einrichtung helfen.

Sanierungsstau im NABU-Zentrum „Im Stadtwald“: Der städtische Zuschuss reicht nicht

Wittenberg (wg). Im Dezember 2016 hatte der Stadtrat den Vertrag mit dem NABU-Kreisverband um weitere fünf Jahre verlängert, mit einem Zuschuss von 40.000 Euro pro Jahr für das NABU-Zentrum „Im Stadtwald“ . Doch mit dem Geld können gerade so die beiden Teilzeitstellen, Strom und Versicherung bezahlt werden, für notwendige Sanierungsmaßnahmen fehlen die Mittel. 

Tierfutter, Einstreu, Tierarztkosten, Reinigung der Dixie-Toiletten sowie Container-Entsorgung müssen über Spenden und Eigenmittel des NABU bestritten werden, für Reparaturarbeiten reichen die Spenden schon lange nicht mehr. „Die Höhe des städtischen Zuschusses wird dem realen Bedarf nicht gerecht, andererseits kann die Stadt angesichts der aktuellen Haushaltslage nicht mehr Geld ausgeben“, stellen die Stadträte Horst Dübner (Linke) und Olaf Kurzhals (SPD) im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag fest. 

Beiden liegt die Einrichtung besonders am Herzen, weil sie vielfältige Aufgaben wahrnimmt: Betreuung von rund 100 Tieren, die sich auf 13 Arten verteilen, Unterhaltung des Naturlehrgartens, Beräumung von Müll im Stadtwald und in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde, dem Tierpark, dem Veterinäramt und den Tierärzten werden verletzte und verwaiste Wildtiere aus dem gesamten Landkreis versorgt. Zudem ist eine reizvolle Erlebnis- und Erholungsstätte für Familien mit Kindern entstanden, hier werden Kinder und Jugendliche an den Naturschutz herangeführt. 

NABU-Zentrum, Stadtwald und Naturlehrpfad gehören der Stadt, deshalb, so Dübner und Kurzhals, müsse man über einen entsprechenden Nachschuss durch die Stadt ebenso nachdenken wie über neue Wege, die Einnahmesituation des NABU-Zentrums zu verbessern. „Dabei geht es nicht um Luxus, sondern um das Nötigste“, verweist Kurzhals darauf, dass es vor Ort keine richtigen Toiletten und keinen Sozialtrakt gibt. 

In den vergangenen Jahren, da der NABU-Kreisverband zeitweilig sogar ganz ohne städtische Zuschüsse auskommen musste, haben sich die Rahmenbedingungen erheblich verändert. „Für jeden Mitarbeiter, der über Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes bei uns beschäftigt war, bekamen wir zusätzlich zum Lohn Sachkosten-Zuschüsse für Arbeitsbekleidung, Werkzeug und Material“, berichtet Petra Henkelmann, die das NABU-Zentrum seit 1998 verantwortet, seit 1999 ist sie dort teilzeitbeschäftigt, der große Rest ihrer Arbeit erfolgt ehrenamtlich, weshalb sie zu Jahresbeginn mit dem „Lucas-Cranach-Preis“ geehrt wurde. 

„Heute arbeiten wir überwiegend mit Praktikanten und Ehrenamtlichen, dazu kommen vier Ein-Euro-Jobber sowie zwei Mitarbeiter, die über ein 58plus-Projekt gefördert werden, Sachkostenzuschüsse gibt es keine, dafür müssen Eigenanteile aufgebracht werden“, erklärt Henkelmann. Damals seien die Maßnahmen über die SFW gelaufen, deren Maschinen- und Fuhrpark man mitnutzen konnte, heute müsse man solche Leistungen bestellen - und bezahlen. Die ABMer damals seien meist gut ausgebildete Facharbeiter gewesen, sie fehlten heute ebenfalls. 

Es nagt der Zahn der Zeit 

Zäune, Anlagen, Gebäude und Gehege bestehen zu 90 Prozent aus Holz, manche sind 30 Jahre und älter. Der Zahn der Zeit hat erheblich an der Substanz genagt, manche Objekte können nicht mehr genutzt werden, weil sich im Dach große Löcher befinden. „Das NABU-Zentrum kann das alles nicht aus eigener Kraft schaffen, wir müssen deshalb neue Ideen entwickeln, Hilfe zur Selbsthilfe geben“, betont Dübner. 

Ob Privatpersonen, Vereine oder Firmen – künftig soll die Vergabe von Tierpatenschaften intensiviert werden, bis dato gibt es nur sechs. Die Patenschaften gelten jeweils für ein Jahr, die Höhe der Förderung ist den Paten überlassen und auf Wunsch wird an den entsprechenden Gehegen ein Schild mit dem Namen des Paten angebracht. 

Darüber hinaus sind aus Sicht Dübners konkrete Hilfen bei Sanierungsmaßnahmen erforderlich, sei es durch Geld- oder Sachspenden wie Materialien sowie durch handwerklich versierte Mitstreiter, deren Unterstützung im NABU-Zentrum dankend angenommen wird. 

Gute Nachricht: Dank der Spende eines großen Unternehmens kann ab Mai der beliebte Kinderspielplatz saniert werden, ein Großteil der Spielgeräte muss durch neue ersetzt werden. Investiert werden circa 17.500 Euro, wobei die Abbrucharbeiten in eigener Regie erfolgen, um rund 3.000 Euro zu sparen, das in zusätzliche Spielgeräte investiert wird.




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