Sylvia Ziegler (r.), Vorsitzende des Fördervereins „Wittenberger Bücherfreunde“ e.V. und Katrin Hanß, Leiterin der Wittenberger Stadtbibliothek. Foto: Wolfgang Gorsboth

Sylvia Ziegler (r.), Vorsitzende des Fördervereins „Wittenberger Bücherfreunde“ e.V. und Katrin Hanß, Leiterin der Wittenberger Stadtbibliothek. Foto: Wolfgang Gorsboth

04.03.2017

Lust am Lesen, Medienkompetenz, Nutzer und Sponsoren gewinnen

Förderverein möchte die Stadtbibliothek attraktiver machen

Wittenberg (wg). „Wir wollen die Stadtbibliothek als Ort des Lebens und des Lernens, der Kommunikation und der Bildung fördern“, erklärt Sylvia Ziegler, Vorsitzende des Fördervereins „Wittenberger Bücherfreunde“ e.V. im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. Denn auch im digitalen Zeitalter hätten Bibliotheken nichts von ihrer Anziehungskraft verloren, wie die Nutzerzahlen der Wittenberger Stadtbibliothek zeigten. 

 Auch wenn der Zugriff auf Informationen zunehmend über das Internet erfolgt, werden Bibliotheken mehr denn je als ein Ort der Inspiration und Kommunikation wahrgenommen, frei von kommerziellen und sonstigen Ablenkungen. Deshalb möchte der Förderverein in enger Kooperation mit dem städtischen Eigenbetrieb Kommunale Bildungseinrichtungen (KommBi), zu dem die Bibliothek gehört, dazu beitragen, die Attraktivität der Einrichtung zu verbessern, vor allem die Aufenthaltsqualität. 

Ein erster Schritt ist der neue separate Raum, der bislang als Magazin genutzt wurde, hier können Veranstaltungen wie Lesungen auch während der Bibliotheks-Öffnungszeiten durchgeführt werden. 26 Stühle konnte der Förderverein über Sitzpatenschaften sponsern, Ziel sind 40 Stühle. Für Kinder werden besondere Sitzgelegenheiten gesucht wie zum Beispiel Kissen. Für die Herrichtung des Raumes und die Anschaffung des sonstigen Mobiliars zeichnet die KommBi verantwortlich. 

Jeden ersten Mittwoch im Monat werden hier unter dem Motto „Wollen Sie die Ersten sein?“ Neuerwerbungen der Bibliothek vorgestellt. Einmal im Monat organisieren Förderverein und Stadtbibliothek gemeinsam eine Lesung bei freiem Eintritt, auch Autoren der Region sind dabei. Nächste Lesung ist am 23. März mit Antje Penk, die aus ihrem Buch „Bin ich’s oder bin ich’s?“ vorlesen wird. 

Der Raum kann auch für Ausstellungen genutzt werden, zur Zeit präsentieren hier Silvia Topanka und Bertram Freihube ihre Werke. Die nächste Ausstellung wird zur Einstimmung auf den Welttag des Buches am 20. April eröffnet: Die von der Künstlerinnengruppe ALBA BLAU für mehrere Standorte in der Stadt konzipierte Exposition „Toleranz und Totentanz“ wird hier unter anderem mit einer Skulptur im Atrium präsent sein. Der idyllische Innenhof, „eine grüne Oase der Stille“, wie Ziegler sagt, soll künftig stärker genutzt werden. 

Dass die Standortfrage nicht zuletzt aus finanziellen Gründen vom Tisch zu sein scheint (angedacht war das Bildungszentrum Lindenfed), stößt bei den 25 Mitgliedern des Fördervereins auf durchweg positive Resonanz: „Für den Altstandort in der Schlossstraße spricht die zentrale Lage“, betont Ziegler, „viele verbinden den Besuch der Bibliothek mit einem Stadtbummel, Einkäufen oder anderen Besorgungen.“ 

Trotz der zentralen Lage erschließt sich für Ortsfremde der Standort nur schwer, wenigstens am Markt müsse nach Ansicht des Fördervereins ein Hinweisschild angebracht werden. „Die Bibliothek muss künftig auch von außen besser wahrgenommen werden“, erklärt Ziegler, „dazu müssen Eingangsbereich, Fassade und Schaufenster attraktiver gestaltet werden.“ Eine konkrete Idee hat der Förderverein bereits: Bücherbäume, die vor der Bibliothek und anderen Standorten (Kinderspielplätze) stehen. In den Baumstämmen befinden sich Aushöhlungen, die als Buchregal dienen. Bei Gefallen kann man sich ein Buch einfach mitnehmen, erwünscht ist aber, dass man im Gegenzug ein anderes hineinstellt – eine pfiffige Idee des informellen Büchertausches. 

Wie kann die Bibliothek für Jugendliche interessanter werden? Wie stellen sich die Wittenberger ihre Bibliothek in Zukunft vor? Diese und andere Fragen treiben die Bücherfreunde ebenso um wie die Gewinnung neuer Nutzer und Sponsoren. „Wir wollen mit Aktionen und Projekten auf die Bedeutung des Lesens aufmerksam machen, Lust am Lesen vermitteln“, so Ziegler. Kernaufgabe von Bibliotheken sei die Vermittlung von Medienkompetenz, dazu gehöre auch die Aufklärung über Chancen und Risiken des Internets.




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