Kurdirektor Deddo Lehmann unternimmt mit seinen Mitarbeitern alles, damit der Standort attraktiv bleibt. Foto: Wolfgang Gorsboth

Kurdirektor Deddo Lehmann unternimmt mit seinen Mitarbeitern alles, damit der Standort attraktiv bleibt. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.03.2017

Drei neue Vorhaben sind in der Planung

Kur GmbH ist wirtschaftlich erfolgreich

Bad Schmiedeberg (wg). „Nach einem guten Jahr 2015 war 2016 das in der Geschichte des Eisenmoorbades bislang wirtschaftlich erfolgreichste Jahr mit einem Umsatzplus von 3,3 Prozent“, resümiert Kurdirektor Deddo Lehmann im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. Solche Umsatzsteigerungen seien dringend erforderlich, weil auch die Kosten kräftig anziehen. Bei den Übernachtungen gab es ein Plus von einem Prozent, die Kliniken waren zu 90 Prozent ausgelastet, die Altenpflege sogar zu fast 99 Prozent. 

Nicht nur das Bauen wird teurer, auch beim Personal hat man sich auf eine Lohnerhöhung um 4,4 Prozent geeinigt, die im Oktober 2017 in Kraft tritt und jährliche Mehrkosten in Höhe von 443.000 Euro verursacht. „Unsere Mitarbeiter haben das verdient“, betont Lehmann, „diese Lohnerhöhung war auch deshalb erforderlich, weil wir im Ringen um gutes Personal im harten Wettbewerb stehen.“ Mehr als 60 Prozent des Umsatzes sind zur Deckung der Personalkosten notwendig, die Kur ist eine personalintensive Branche. 

„Es wird zunehmend schwieriger, motiviertes und gut ausgebildetes Personal zu finden“, sagt der Kurdirektor. Dabei setzt das Eisenmoorbad auch auf weiche Faktoren wie Rabatte auf Kurmittel für die Mitarbeiter, monatliche Tankgutscheine im Wert von 44 Euro sowie ein angenehmes Arbeitsumfeld. Von Mitarbeitern, die sich dem Leistungs- und Servicegedanken nicht stellen wollten, müsse man sich trennen. 

Im vergangenen Jahr wurde vor allem in Instandhaltung investiert, um die gute Qualität zu erhalten, rund eine Millionen Euro mussten dafür aufgewendet werden. Zwei neue Blockheizkraftwerke versorgen die beiden Kliniken und das Kurmittelhaus, die restliche Energie wird ins Netz gespeist. Dies bringt dem Eisenmoorbad circa 80.000 Euro jährlich, garantiert für zehn Jahre. „Damit kompensieren wir einen Teil der laufenden Instandhaltungskosten“, so Lehmann.

Obwohl in den vergangenen Jahren erheblich investiert wurde, darf es am Standort keinen Stillstand geben, müssen zusätzliche Angebote entwickelt werden. „Auch bei Stammkunden ändern sich die Ansprüche, außerdem wollen wir neue Kundenschichten gewinnen“, erläutert der Kurdirektor. Drei große Vorhaben stehen an, die 2017 zur Planungsreife gebracht und 2018 realisiert werden sollen, vorbehaltlich der Gewährung von Fördermitteln. 

Im Bereich Altenpflege soll im Haus „Heideland“ die Kapazität um 20 auf 60 Plätze erhöht, 1,8 Millionen Euro investiert werden. Das angebaute Schwimmbad, das seit 2007 nicht mehr genutzt wird, fällt der Abrissbirne zum Opfer und auf dem Fundament entsteht der Erweiterungsneubau. Für die Planung ist bc Architekten und Ingenieure Wittenberg zuständig. 

Das zweite Projekt widmet sich dem Thema Salz: „Diese Inspiration verdanken wir dem neuen Moritz-Hausmann-Brunnen, dessen Heilwasser über einen deutlich höheren Salzgehalt verfügt als die beiden anderen Brunnen.“ Im Kurmittelhaus soll eine neue Salzerlebniswelt entstehen mit neuen hochwertigen Therapieangeboten wie Inhalieren, Salzmassage und Salzsauna. 

Das dritte Vorhaben betrifft Außenbereiche – zum einen das Umfeld des Schwanenteiches, ein stark von Besuchern frequentierter Ort, der eine Aufwertung erfahren soll. Das Areal wird neu gestaltet, die Fontäne auf dem Teich könnte durch Wasserspiele ersetzt werden. Ebenfalls aufgewertet werden soll der eher unscheinbare Eingangsbereich zum sehenswerten Kurpark. Auch Pavillons, in denen man solehaltige Luft einatmen kann, sind in den Außenanlagen denkbar. 

„Die guten Jahre 2015 und 2016 geben uns Luft, diese neuen Projekte anzugehen“, erklärt Lehmann, „denn im Ranking unserer Patienten, Kurgäste und Heimbewohner haben wir einen guten Ruf, den es zu erhalten gilt.“ Unter den Klinikbetreibern zähle das Eisenmoorbad inzwischen zu den Exoten, weil die großen Klinikkonzerne zunehmend den Markt beherrschen und die Preise diktieren. „Für uns bedeutet das aber auch eine Chance, weil wir die Entwicklung des Standortes in eigenen Händen halten, vor Ort entscheiden und keine ferne Konzernzentrale um Erlaubnis bitten müssen“, so Lehmann. 

Drei Jubiläen 

In diesem Jahr stehen drei Jubiläen an. Das Kneipp-Therapie-Zentrum feiert seinen zehnten Geburtstag, der im Rahmen des landesweiten achten Kneipp-Tages von Sachsen-Anhalt am 20. Mai begangen wird. Vormittags findet eine Fachtagung im Kurhaus statt, nachmittags ist buntes Treiben in Verbindung mit dem Reha-Aktionstag angesagt. Auch das Pflegezentrum am Kurpark und die häuslicher Krankenpflege feiern ihr Zehnjähriges im Rahmen eines Sommerfestes mit einem Tag der offenen Tür. 

Das Kurhaus, das am 1. Mai 1907 eröffnet wurde, begeht heuer seinen 110. Geburtstag. „Wir feiern wie damals“, sagt der Kurdirektor. Am 1. Mai gibt es um 9.30 Uhr im Kurhausgarten einen Frühschoppen, nachmittags ein Unterhaltungsprogramm mit Kaffee und Kuchen. Doch gefeiert wird schon einen Tag vorher am 30. April mit einem öffentlichen Konzert im Festsaal des Kurhauses, es gastieren das Leipziger Operetten-Orchester und der Bad Schmiedeberger Chor Lyra, der Eintritt ist frei. 

2018 folgt dann ein großes Jubiläum: 140 Jahre Eisenmoorbad, gefeiert wird gemeinsam mit dem Chor Lyra, der ebenfalls auf 140 Jahre zurückblicken kann.




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