TJC-Chef Markus Schuliers (r.) und Ahmad aus Syrien, der die Hauptrolle im neuen Stück "So ein Dreck" des Migrantentheaters spielt. Foto: Wolfgang Gorsboth

TJC-Chef Markus Schuliers (r.) und Ahmad aus Syrien, der die Hauptrolle im neuen Stück "So ein Dreck" des Migrantentheaters spielt. Foto: Wolfgang Gorsboth

15.02.2017

TJC-Theaterstück erinnert zum Heimatfest an den Weltuntergang

Der „Walk of Fame des Michael Stifel“

Annaburg/Wittenberg (wg). Im Jahr des Reformationsjubiläums wartet das 180. Annaburger Heimatfest mit einer Uraufführung im Hinterschloss auf: Am 15. Juni gibt es dort ab 19 Uhr den von Michael Stifel für 1533 vorausgesagten Weltuntergang. „The Walk of Fame des Michael Stifel“ nennt Markus Schuliers sein Stück, der Chef des Theaterjugendclubs (TJC) „Chamäleon“ Wittenberg schrieb das Drehbuch und führt die Regie, unterstützt wird er von Cosima Schmidt vom Gymnasium Jessen. 

„Die Initiative ging vom Förderverein Annaburger Porezellaneum aus“, berichtet Schuliers im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. Fast die ganze Stadt Annaburg ist eingebunden, viele Vereine wirken mit und Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer spielt den Reformator Martin Luther, der Stifel vergebens vor seiner Prophezeiung warnt und dafür sorgt, dass er am Ende vor dem wütenden Mob in Schutzhaft genommen wird.

Zwölf Szenen hat Schuliers entworfen, davon befassen sich sechs mit Stifel – beginnend 1528 mit seiner Ankunft in Lochau, wie Annaburg damals hieß. Neben der historischen Ebene gibt es eine aktuelle, die ebenfalls sechs Szenen umfasst: Schüler sollen sich im Rahmen einer Projektarbeit mit dem Thema Apokalypse befassen und treffen sich dazu am Stifel-Denkmal. Die Ratlosigkeit ist groß, verschiedene Ideen wie Theaterstück, Musical, Pantomime werden entwickelt und wieder verworfen, weil die Proben apokalyptische Ausmaße annehmen, bis die rettende Idee kommt… 

 „So ein Dreck“ 

 „Alle anderen TJC-Projekte in diesem Jahr haben garantiert weder mit Luther noch der Reformation zu tun“, sagt Schuliers. Fortgesetzt wird das Migranten-Theaterprojekt, das vor sechs Jahren unter dem Motto „Können Sie mir mal helfen!“ entstand. Das neue Stück heißt „So ein Dreck“, die Hauptrolle spielt Ahmad, ein aus Syrien stammender Flüchtling, der einen Müllmann verkörpert. Aufführungen sind am 14. und 15 Mai, jeweils um 19.30 Uhr im Studio der Phönix Theaterwelt. 

An Hand von Szenen, die sich am absurden Theater orientieren, entwirft Schuliers ein groteskes Kaleidoskop der Gesellschaft und will unbedingt noch Donald Trump ins Drehbuch unterbringen. 

„Aladin meets Schneewittchen“

Für die erfolgreiche Inszenierung „Der Wolf und die sieben Geißlein“ gibt es das Nachfolgeprojekt „Aladin meets Schneewittchen“, in dem Kinder im Alter von sieben bis 15 Jahren zum Einsatz kommen. „Wir wollen mit Hilfe von Literatur und Theater zu einem besseren Verständnis zwischen Flüchtlings-, Migranten- und deutschen Kindern beitragen“, erläutert Schuliers. Das Projekt wird gefördert von der „Ich kann was!“-Initiative.

In gemeinsamen Workshops sollen die Kinder ein eigenes Stück schreiben, das auf der Basis deutscher und arabischer Märchen konzipiert ist und es schließlich – voraussichtlich im Mai oder Juni - zur Aufführung bringen. Mit dem Projekt werden sowohl die Sprach-, Schreib- und Lesekompetenz, als auch die soziale Kompetenz durch das Miteinander auf der Bühne und der interkulturelle Dialog verbessert.

„Schieß die Schweine tot“ 

Der Titel eines weiteren Projekts weist auf starken Stoff hin: „Schieß die Schweine tot.“ Es ist die theatralische Aufarbeitung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), jener rechtsextremen terroristischen Vereinigung, die im November 2011 bekannt wurde und der mindestens zehn Morde aus fremdenfeindlicher Gesinnung zur Last gelegt werden. „Das Stück wird dokumentarischen Charakter haben und zwischen dem NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München und den Verbrechen der Terrorgruppe wechseln“, kündigt Schuliers an. Premiere soll am 24. September in der Exerzierhalle sein.




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