Martin Röthel, Bürgermeister von Bad Schmiedeberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

Martin Röthel, Bürgermeister von Bad Schmiedeberg. Foto: Wolfgang Gorsboth

13.02.2017

Neuer Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus

Große Investitionen in "Pretzscher Garten-Träume" geplant

Bad Schmiedeberg (wg). Als Martin Röthel (SPD) am 1. August 2016 das Amt des Bürgermeisters übernahm, forderte er mehr Visionen für die Zukunft ein und regte die Gründung eines neuen Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus an. Am 15. Februar um 18 Uhr ist es soweit, dann trifft sich der Ausschuss zu seiner konstituierenden Sitzung in Trebitz. Auch damit hat Röthel eine Ankündigung umgesetzt: Sitzungen des Stadtrates und der Ausschüsse finden rotierend in den Ortschaften statt. 

Vorsitzender des sechs Stadtratsmitglieder zählenden Ausschusses ist Kurdirektor Deddo Lehmann (CDU), das neue Gremium wird zunächst seine Ziele definieren und der Bürgermeister will den ersten Entwurf der von ihm konzipierten Marketingstrategie für Bad Schmiedeberg vorstellen. „Die wichtigsten Säulen sind die Kur, Pretzsch wegen seiner bedeutenden Kulturgeschichte, die Schifferkirche Priesitz, das Wasserschloss Reinharz sowie die Dübener Heide mit der ‚Schönen Aussicht’“, berichtet Röthel im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. 

Für die „Schöne Aussicht“, die zum Ärger der Besucher viele Jahre geschlossen hatte, gibt es eine Fördermittelzusage über Leader für das Hauptgebäude in Höhe von 235.000 Euro. Im Frühjahr 2018 soll die „Schöne Aussicht“ mit einem neuen Pächter wieder öffnen, auch der Turm wieder zugänglich sein. 

Nach vorn geht es auch in Pretzsch. Mit der Deichsanierung rund um das Schloss wurde ein wichtiger Meilenstein für den Hochwasserschutz realisiert. „Nur weil sich alle Beteiligten wie Stadt, Landesamt für Hochwasserschutz, Naturschutz, Denkmalschutz und Salus gGmbH nach dem Hochwasser 2013 sofort zusammensetzten und einen gemeinsamen Nenner fanden, konnte diese Aufgabe so zeitnah umgesetzt werden“, betont Röthel. Nach dem ersten Hochwasser 2002 gab es diese Einigung nicht, die Pläne lagen auf Eis. 

Nachdem die Deiche sicher sind, werden jetzt die Parkanlagen in Angriff genommen. Auch wenn der Kurpark erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, ist er vom historischen Schlosspark nicht zu trennen. Für den Schlosspark ist die Salus gGmbH zuständig, für den Kurpark die Stadt, die denkmalgerechte Sanierung beider liegt in einer Hand. Fördermittel sind zugesagt, darunter auch 1,3 Millionen Euro für das Fachwerkhaus.

 Die vernachlässigten Parkanlagen sollen - wieder - zu einem (touristischen) Anziehungspunkt werden und – wieder - Aufnahme finden in dem Netzwerk „Gartenträume“, das 400 Jahre Gartenkunst in Sachsen-Anhalt präsentiert. 

Ein großes Projekt ist der Neubau des Bad Schmiedeberger Horts, dafür werden circa 1,8 Millionen Euro veranschlagt und derzeit Gespräche mit der Investitionsbank des Landes geführt. Wird der Hort am Standort der alten Turnhalle Realität, ist das neue Schulzentrum vollendet, denn Grundschule und Sekundarschule wurden im vergangenen Jahr komplett saniert, die Außenanlagen erfolgen im Frühjahr. 

Sanierungsarbeiten stehen außerdem in den Kitas in Trebitz und Söllichau an. „Alle sechs Kitas der Einheitsgemeinde haben Bestand, die Betreuungszahlen haben sich gut entwickelt“, erklärt der Bürgermeister.

Derzeit wird am Haushalt 2017 gearbeitet, der ein Defizit aufweisen wird. Beim 2016er Haushalt konnte das Defizit von 4,5 auf 3,5 Millionen Euro reduziert werden, auch dank einer positiven Entwicklung bei den Gewerbesteuern. Die Stadt weist Gesamtschulden in Höhe von 24 Millionen Euro aus. „Neue, wirksame Konsolidierungsmaßnahmen zu finden, ist schwierig“, so Röthel. 2017 und 2018 werde es keine Erhöhung der Gewerbesteuer geben und auch die Kurtaxe, die 413.000 Euro einbringt, werde nicht angehoben. Die Taxe werde für die Kurinfrastruktur und für kulturelle Angebote verwendet.

Margarethenfest: Verein gegründet 

Auf Initiative von Bürgermeister Röthel und Ortsbürgermeister Michael Müller (CDU) ist der Margarethenfest Verein Bad Schmiedeberg gegründet worden. In der Vergangenheit gab es mehrere Versuche, die indes scheiterten. Zehn Gründungsmitglieder fanden zusammen, Vorsitzende ist Astrid Kupke, ihr Stellvertreter Enrico Hilgers, das Eisenmoorbad ist als juristische Person Mitglied. Viele Jahre hatte der Kur- und Verkehrsverein das Fest organisiert, danach die Stadt. „Das 21. Margarethenfest vom 18. bis 20. August 2017 werden wir als Stadt noch einmal unterstützen“, kündigt Röthel an, „danach ist der Verein allein zuständig.“ In diesem Jahr werde es einen Umzug der Vereine geben, 2018 aus Anlass von 140 Jahre Eisenmoorbad und 140 Jahre Chor Lyra soll der Umzug einen historischen Rahmen bekommen.




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