Im vergangenen Jahr wurde in Kropstädt sogar ein neues Freudenhaus präsentiert.Der Kropstädter Karnevalsumzug ist eine seit 1960 gepflegte Tradition. Foto: Siegfried Röder

Im vergangenen Jahr wurde in Kropstädt sogar ein neues Freudenhaus präsentiert.Der Kropstädter Karnevalsumzug ist eine seit 1960 gepflegte Tradition. Foto: Siegfried Röder

13.02.2017

Einzige Nordkreis-Gemeinde mit regelmäßigen Umzügen

Kropstädter Narren feiern ihre 61. Session

Kropstädt (wg). „Gesang, Tanz und Stimmung 61 Jahre – Auf geht’s zur Narrenolympiade“ lautet das Motto der 61. Session des Kropstädter Karnevals-Club (KKC).

Die Kropstädter Narren sind die einzigen, die nördlich von Wittenberg jedes Jahr einen Umzug auf die Beine stellen, seit 1960 wird diese Tradition gepflegt mit Ausnahme von 1990. Auch deshalb säumen viele Wittenberger sowie Besucher aus dem brandenburgischen Fläming die Straßen.

„Wir organisieren wieder einen sehenswerten Umzug, jeder kann sich einreihen oder einfach nur zuschauen“, berichtet Heiko Böhme, seit 2002 KKC-Präsident. Angeführt wird der Umzug vom Jessener Fanfarenzug, dem KKC mit dem Prinzenpaar Olaf II. und Denise I. sowie dem Kinderprinzenpaar Michel I. und Laura I. Wenn es das Wetter zulässt, fahren beide Prinzenpaare in Kutschen. Außerdem sind beim närrischen Umzugsvolk dabei der Seydaer Spielmannszug, die Narrengruppen des Wittenberger Ortsteils Kropstädt, Kindergarten Kropstädt, Albert Schweitzer-Kinderhaus, Umzugswagen aus Rahnsdorf, Klebitz, Marzahna, die Fangruppe Nudersdorf sowie die Narren vom ACC Abtsdorf. 

„Viele Narrengruppen melden sich traditionell aus Gründen der Geheimhaltung erst kurz vor dem Umzug an“, sagt Böhme. Circa 20 bis 25 bunt geschmückte Wagen werden beim Umzug zu sehen sein. „Schon vor Weihnachten wird mit dem Wagenbau angefangen, alles freie Kreationen, und selbst wir vom Vorstand wissen nicht, wer sich da was hat einfallen lassen“, so Böhme. Mit dabei sind der Elferrat, die Marschälle, die Herzdamen, Prinzen- und Funkengarde, die Flämingspatzen und die Nachwuchsgarde, kurzum, der ganze Verein mit seinen 65 Mitgliedern wird beim Umzug auf den Beinen sein. Dank der Sponsoren konnte die Kinder- und Nachwuchsarbeit ausgebaut werden.

Der große Kropstädter Karnevalsumzug startet am 19. Februar um 13.11 Uhr am Gutshof und zieht durch Kropstädt bis zum Festzelt, wo es eine riesige Party als Dankeschön des KKC gibt. Für das leibliche Wohl der Zuschauer ist an der Zugstrecke bestens gesorgt. Anreisende mit Pkw können die Parkplätze am Ortsrand nutzen, da der Ortskern während des Umzugs gesperrt ist. 

Am 18. Februar startet der KKC in seine Hauptsaison: Um 14 Uhr beginnt der Seniorenkarneval im Gemeindehaus Mochau mit Kaffee und Kuchen sowie Musik mit Arno Halik und um 20 Uhr der Diskokarneval im Festzelt Kropstädt. Am 25. Februar ist ab 19.30 Uhr Abendkarneval mit der Live-Band „Random“ und am 26. Februar, 14 Uhr, der große Kinderkarneval mit vielen Überraschungen. Höhepunkt der Narrensaison ist der bunte Rosenmontagsball am 27. Februar, 20.11 Uhr. 

„Wir haben uns mit einem tollen Showprogramm auf unsere 61. Session vorbereitet und wünschen unseren Gästen aus nah und fern viel Spaß“, erklärt Böhme. 

Schlachtruf „Kro-Lie“ 

Seit 1957 feiert der KKC den beliebten Karneval, der Schlachtruf der Narren, zunächst „Kro-Lie“, später „Kro-Lie-Helau“, gibt Hinweise auf die Lokalgeschichte. Der Name Kropstädt erinnert an „grobe, wüste Stätte“. Hier lag ehemals die Burg Ließnitz, der Sitz eines Raubrittergeschlechts. Um 1150 wurde sie als Wasserburg im Flämingtal erbaut, 1358 machten die Wittenberger Bürger das Raubnest dem Erdboden gleich. Der Ortsname Ließnitz war noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts gebräuchlich. 

Längst vor der KKC-Gründung 1957 wurden in Ließnitz/Kropstädt Frauen-, Männer- und Jugendfastnachten gefeiert. Möglicherweise haben die Flamen, die ab dem 12. Jahrhundert das Gebiet besiedelten, den Fasching mitgebracht. Aus Anfang des 16. Jahrhunderts existiert ein Klageschreiben des Ließnitzer Pfarrers an das Pfarramt Wittenberg, in dem sich dieser darüber beschwert, dass während der Fastenzeit Mägde und Knechte tagelang der Arbeit fernblieben und dem Fasching frönten.

Max Röder und Erich Grabo sen., zwei Verantwortliche des Kropstädter Sportvereins, weilten 1956 zu einem Kuraufenthalt in Pretzsch und nahmen dort an einer Veranstaltung der „Elbmooren“ teil, dem ältesten Karnevalsverein im Kreis Wittenberg. 

Als die beiden Sportfreunde von ihren Erlebnissen berichteten, wurde 1957 ein Elferrat gegründet und der KKC aus der Taufe gehoben. Walter Kohl, Lehrer aus Wüstemark, stellte eine Funkengarde auf und schrieb die erste Karnevalshymne, er war zudem erster Präsident. Das erste Prinzenpaar stellten Erich Grabo und Irma Buro. Hermann Schulze kreierte den Schlachtruf, ein dreifach donnerndes „Kro-Lie“, dem später noch das „Helau“ folgte. 

1959 entstand die Idee, den Kindern etwas zu bieten. Da auch die Schule großes Interesse zeigte, wurde mit den Karnevalisten, Prinzenpaar, Blaskapelle und den zahlreich kostümierten Schulkindern der erste Umzug durch den Ort auf die Beine gestellt.




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