Der Tag in Wittenberg war für alle Akteure stressreich, dennoch zeigte sich die Prominenz am Abend vor dem Alten Rathaus sichtlich gut gelaunt, von links: MP Reiner Haseloff, das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima, Gabriele Haseloff und OB Torsten Zugehör mit Gattin Anke. Foto: Wolfgang Marchewka

Der Tag in Wittenberg war für alle Akteure stressreich, dennoch zeigte sich die Prominenz am Abend vor dem Alten Rathaus sichtlich gut gelaunt, von links: MP Reiner Haseloff, das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima, Gabriele Haseloff und OB Torsten Zugehör mit Gattin Anke. Foto: Wolfgang Marchewka

11.02.2017

Königlicher Besuch aus den Niederlanden war mehr als Tourismus

Royale Gäste kamen mit einer Wirtschaftsdelegation

Wittenberg (wg). Nach Königin Margrethe II. von Dänemark und dem schwedischen König Carl XVI. und Königin Silvia konnte sich die Lutherstadt am Donnerstag zum dritten Mal auf royalen Besuch freuen, diesmal auf den niederländischen König Willem-Alexander und Königin Máxima. Zuvor hatte das Königspaar Thüringen und Sachsen besuchte, die viertägige Tour durch Mitteldeutschland ist als Arbeitsbesuch deklariert. 

Zweck der Reise, so die Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, sei die Vertiefung der Handels- und Investitionsbeziehungen sowie die Förderung der Kooperation in den Branchen Hightech-Werkstoffe, Chemie und Hochwasserschutz. Außerdem geht es um kulturelle, gesellschaftliche und historische Entwicklungen wie 500 Jahre Reformation. 

Eine 70-köpfige Wirtschaftsdelegation begleitet die Royals, ebenso die niederländische Außenhandelsministerin Lilianne Ploumen und die Ministerin für Infrastruktur und Umwelt Melanie Schultz van Haegen-Maas. 

Nach Auskunft der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt investierten niederländische Unternehmen von 2000 bis 2015 rund 300 Millionen Euro in Sachsen-Anhalt. Hiesige Firmen exportierten 2015 Waren im Wert von mehr als 900 Millionen Euro in die Niederlande. 

Erste Station der Reise in Sachsen-Anhalt war die Lutherstadt Wittenberg, wo das Königspaar von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) am Ursprungsort der Reformation in Empfang genommen wurde – der Thesentür der Schlosskirche. 

Ebenfalls auf dem roten Teppich stand Magdalena von der Evangelischen Grundschule, die der Königin einen Blumenstrauß überreichte. 

An den Absperrungen warteten viele Fans des niederländischen Königspaares, die Schaulustigen ließen sich trotz Frost und königlicher Verspätung ihre gute Laune nicht verderben. 

Hanna Kasparick, Direktorin des Evangelischen Predigerseminars, führte das prominente Paar durch die jüngst restaurierte Schlosskirche. Zweite Chance, einen Blick auf das Königspaar zu erhaschen, war abends vor dem Alten Rathaus, allerdings waren dort mehr Polizeifahrzeuge als Wittenberger Bürger zu sehen. 

Drinnen trugen sich König Willem-Alexander und Königin Máxima in das Gästebuch des Landes und das Goldene Buch der Stadt ein worauf der MP ein Abendessen spendierte. 

Am Freitag besuchte das Königspaar erst das Bauhaus in Dessau und anschließend eine Dialogveranstaltung im Kornhaus zum Thema Hochwasserschutz, an dem Experten aus den Niederlanden und Deutschland teilnahmen. Zum Abschluss ging es nach Oranienbaum, wo es einen Rundgang durch das Schloss gab. 

Ex-Königin Beatrix hatte Oranienbaum wegen der historischen Bezüge zur niederländischen Monarchie dreimal besucht. Stadt und Schloss wurden im 17. Jahrhundert für die niederländische Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau entworfen.




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