04.02.2017

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Von Politikern und von Feinden der Demokratie

Von Politikern und Feinden der Demokratie Über den Posteingang in der Geschäftsstelle des Wittenberger Sonntag hat sich die Redaktion in der abgelaufenen Woche besonders gefreut: Sowohl E-Mails als auch klassische Briefe kamen besonders reichlich. Dabei waren die Zuschriften mit freundlichen Äußerungen deutlich in der Minderheit, aber immerhin, eine Leserin schrieb, was andere bereits in persönlichen Gesprächen mitgeteilt hatten: „Kompliment für den mutigen Klartext, inzwischen ist die ,Grüne Zeitung’“ – sie meinte damit unsere Hausfarbe auf dem Titel – „zu meiner Lieblingslektüre geworden.“ Und ein Leser teilte uns mit, dass er unsere Zeitung immer von hinten lese, weil da der Klartext steht. Und ganz hilfsbereit bot der erfahrene Mann an, uns künftig Hinweise auf weitere lohnenswerte Klartext-Themen geben zu wollen. Danke dafür. 

Bedanken möchten wir uns aber auch bei der Mehrheit der schreibenden Leser, auch bei denen, die es sich nicht trauen, uns ihren Hass, den sie selbst als „Meinung“ empfinden, mit richtigen Namen mitzuteilen. Wir bedanken uns auch bei diesen meist älteren Herren, denn sie geben sich die Mühe des Schreibens, wohl wissend, dass der gelegentlich auch mit nicht zitierfähigen Ausdrücken verschönerte Hass von unserer Zeitung nicht veröffentlicht wird. 

Aber es gab auch einen gemäßigten Kritiker, der mit Rückblick auf den Klartext der vergangenen Woche meinte, wir sollten fairer mit dem „politischen Gegner“ umgehen. Dieser Rat ist angebracht – allerdings nur für die Mitglieder der verschiedenen Parteien, denn die Redakteure des Wittenberger Sonntag haben keinen „politischen Gegner“, wir lassen regelmäßig die Vertreterinnen und Vertreter aller demokratischen Parteien zu Wort kommen, sofern sich diese mit ihren Äußerungen im freiheitlich Rahmen unseres sehr guten Grundgesetzes bewegen – das ist unser Maßstab, nicht die Zugehörigkeit zu einer Partei. 

Wer jedoch mit seinen Äußerungen den Rahmen des Grundgesetzes verlässt, wer offen und immer wieder Hass und Zwietracht sät, der kann sich zwar darüber freuen, dass unser freiheitlicher Staat auch das hinnimmt, muss aber jedoch damit rechnen, dass er als das betrachtet wird, was er tatsächlich ist, nämlich ein Feind der Demokratie. Und zu Aufgaben echter Journalisten, die es leider immer weniger gibt, gehört auch, auf Feinde der Demokratie so deutlich wie möglich hinzuweisen. Aus gutem Grund heißt unser eigener Kommentarbereich „Klartext“ – und nicht „Säuselei zum Wochenende.“ 

Die Feinde der Demokratie stecken nicht nur in der NPD, sondern auch in der Partei, die sich seit ihrer Gründung leider immer weiter in Richtung NPD bewegt. Und vom Nazifreund Bernd Höcke führt eine direkte Linie zu Dirk Hoffmann, dem lokalen Hetzer an mehreren Fronten. Politischer Gegner? Nein, Politik kann der Mann nicht. Feind der Demokratie? Leider Ja. Das macht den Unterschied aus. 

Übrigens: Die Sympathisanten dieses Mannes mögen anderer Meinung sein als die Redaktion des Wittenberger Sonntag, deshalb ein zwar kleiner, aber dennoch wichtiger Hinweis: Dieser Mann ist selbst in seiner eigenen Partei nicht sonderlich beliebt. Jüngster Beweis: Dirk Hoffmann, der im Wahlkreis Wittenberg gerne Direktkandidat für die kommende Bundestagswahl geworden wäre, erlitt bei der Kandidatenkür – die übrigens hinter geschlossenen Türen unter Ausschluss der Presse stattfand, sehr demokratisch, nicht war? – eine krachende Niederlage. Nun wird ein gemäßigter Mann aus Dessau Bundestagskandidat in Wittenberg. 

Mit Hass und Hetze beschäftigen sich nicht nur Politiker, Juristen und Journalisten, sondern auch profilierte Mediziner. Die Redaktion des Wittenberger Sonntag hatte im November 2015 mit einem dieser Experten gesprochen: Chefarzt Dr. Nikolaus Särchen, Direktor der Klinik für psychische Erkrankungen, Psychiatrie und Psychotherapie an der Klinik Bosse. Was dieser Experte über „Menschen in der Hassfalle“ zu sagen hat, kann noch immer auf der Internetseite des Wittenberger Sonntag nachgelesen werden: http://www.wittenbergersonntag.de/artikel/3937.




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