28.01.2017

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Bildet lesen wirklich?

Erneut gibt es für die Redaktion des Wittenberger Sonntag Anlass, einen uralten Spruch zu zitieren: Lesen bildet, sagt der Volksmund. Doch in heutigen Zeiten setzen manch eifrige Leserinnen und Leser ein dickes Fragezeichen hinter diese Volksweisheit: Stimmt das wirklich?

Richtige Antwort: Es kommt drauf an, was man liest.

Welche Quellen können Informationshungrige guten Gewissens noch als „serös“ bezeichnen?

Leider hatten wir auch schon mehrfach Anlass, auf die gefährliche Entwicklung bei Facebook und Co. hinzuweisen, denn die dort auftretenden unseriösen „Informationsseiten“ werden immer mehr, und nicht immer kann die arglose Leserin erkennen, wer, was und welche Interessen wirklich hinter den als Tatsachen bezeichneten Fälschungen steckt. 

Aber es sind nicht immer nur die elektronischen Medien, in denen Propagandaportale Unruhe stiften wollen, mitunter sind es auch Tageszeitungen, die sich prinzipiell gerne mit dem Wörtchen „seriös“ schmücken, die aber absichtlich oder auch aus fachlicher Unfähigkeit geistlosen Müll verbreiten, der jüngste, von WELT und WamS ausgelöste Manipulationsskandal um die von den Grünen nie erhobene Forderung nach „Sex auf Rezept“ ist ein abschreckendes Beispiel dafür.

Aber es geht bei kleineren Tageszeitungen auch eine Nummer kleiner. So gefiel sich eine auch in Wittenberg in Kleinauflage erscheinende und deshalb von Zynikern bereits „Minderheiten Zeitung“ (MZ) genannte Tageszeitung damit, die folgende Schlagzeile drucken zu lassen: „Heftiger Streit um Weihnachtsgruß“. Nanu, staunt da der christlich-festlich gestimmte Leser, Weihnachten und Streit?

Eigentlich gehören zu einem Streit mindestens zwei Personen oder Parteien. Die sind aber bei besagter Weihnachtsbotschaft weit und breit nicht zu sehen. Vielmehr ist es nur einer, der ganz nach der Taktik seiner Parteiprominenz provoziert in der Hoffnung, dass die Medienvertreter so töricht sind, diese eigentlich sinnlose Provokation aufzugreifen und damit kostenlos den erwünschten Werbeeffekt für die Partei zu liefern, die sich selbst als Alternative zur herkömmlichen seriösen Sacharbeit der politischen Parteien sieht. 

Initiator des einseitigen Streites ist der für seine „besonderen Fähigkeiten“ zur „Politischen Flachschippe des Jahres 2016“ gewählte Dirk Hoffmann, der als Mitglied des Stadtrates der Lutherstadt Wittenberg mit seinen gelegentlichen Redebeiträgen beweist, dass er die „Flachschippen-Auszeichnung“ völlig zu recht erhalten hat. 

Jener Flachschipper also meinte, wer Politik im Sandkasten macht, kann auch mit Dreck schmeißen (Anmerkung der WiSo-Redaktion: Manche Sandkästen sollen ja sogar mit braunem Kot verschmutzt sein) und die Kollegen von der Minderheiten Zeitung waren töricht genug, diesen Dreck auch noch drucktechnisch zu vervielfältigen.

Wesentlicher Vorwurf des Flachschippers Hoffmann: Der Wittenberger Oberbürgermeister Torsten Zugehör habe in seinem Weihnachtsgruß die Partei der rechtsgerichteten Provokateure nicht erwähnt. Das ist zweifellos sachlich richtig, allerdings hatte der OB auch keine andere Partei mit Namen genannt. Er erwähnte nur neue politische Tendenzen in Sachsen-Anhalt, und das ist völlig richtig, lieber Dreckwerfer Dirk Hoffmann und liebe fachlich minderqualifizierte Schreiberlinge der heimischen Minderheiten Zeitung, denn erstmals haben die Wählerinnen und Wähler unserem Bundesland eine Dreier-Koalition mit dem schönen Namen „Kenia“ verpasst. 

Die Reaktion des Provokateurs Dirk Hoffmann und die sinnbefreite Verbreitung seiner Hetzerei durch die Minderheiten Zeitung bestätigen auch ein weiteres Wort des Oberbürgermeisters: Es ist höchste Zeit, dass die demokratischen Kräfte in unserer Region und in unserem Lande näher zusammenrücken, denn es lässt sich nicht mehr leugnen: Angesichts diverser politischer Dreckschleudern gerät unsere freiheitliche Demokratie in Gefahr.




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