Zwei Höhepunkte in der Magic Diva-Show: Annemarie Eilfeld und Ricardo Marinello präsentieren die beiden Welthits von Andrea Bocelli, „Besame Mucho“ und „Time to say Goodbye.“ Foto: Wolfgang Marchewka

Zwei Höhepunkte in der Magic Diva-Show: Annemarie Eilfeld und Ricardo Marinello präsentieren die beiden Welthits von Andrea Bocelli, „Besame Mucho“ und „Time to say Goodbye.“
Foto: Wolfgang Marchewka

23.01.2017

Annemarie Eilfeld beweist als „Magic Diva“ Vielseitigkeit

Aus der Schlagerschublade entwichen

Wittenberg (wm). Am Abend nach der „Magic Diva-Show“ wirkte Annemarie Eilfeld entspannt und zufrieden zugleich, denn was im Saale keiner der begeisterten Fans ahnen konnte: Für die seit Jahren erfolgreiche Schlagersängerin war ihr Auftritt im Clack Theater eine Premiere, denn noch nie hatte sie ihre Show in einem so intimen Rahmen präsentiert – Auge in Auge mit dem Publikum. Der Gegensatz hätte kaum größer sein können, denn am Abend zuvor hatte die „Magic Diva“ ihre Show in Berlin vor weit mehr als 1.000 Zuschauern auf die Bühne gebracht – und zwar mit bemerkenswerten Erfolg. Eine Stimme aus der Berliner Medienlandschaft: „Es war eine grandiose Show, die das Publikum total begeisterte.“ 

Im Clack Theater saßen nicht nur typische Annemarie-Fans, einer ließ sich die von der Sängerin selbst konzipierte Show aus beruflichen Gründen auf der Zunge zergehen: Stefan Schneegaß, das Wittenberger Multitalent in Sachen Showvielseitigkeit. „Ich bin beeindruckt“, sagte der in diesen Tagen sowohl die sexy „Sweety“ als auch den garstigen Zwerg auf der Märchenbühne gebende Schneegaß im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag, „und ich freue mich, dass Annemarie auch in unserem kleinen Haus auftritt.“ Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, denn auch Annemarie war von der besonderen Atmosphäre im Clack angetan: „So dicht dran an den Menschen!“ Logische Konsequenz: Beide Seiten suchen bereits einen passenden Termin, es könnte einer im Januar oder Februar 2018 sein.

Warum wagt sich die laut Werbung ihrer Agentur „zu den zehn beliebtesten deutschen Schlagersängerinnen“ gehörende Eilfeld an ein so kompliziertes und die Stimme extrem strapazierendes Showprogramm? Warum geht sie das große Risiko ein, dass ihr Gesang vom Publikum unweigerlich mit den Leistungen der ganz großen musikalischen Diven dieser Welt verglichen wird, wobei das Risiko für Annemarie, diesen Vergleich zu verlieren, sehr groß ist, denn die Weltstars treten unter ganz anderen technischen und akustischen Voraussetzungen auf.

Auch dafür hat Stefan Schneegaß eine einleuchtende Erklärung: „Einige Musikfreunde haften ihr noch immer das Image einer DSDS-Sängerin an, aber mit ihrem Diva-Programm beweist sie, dass sie weitaus mehr kann als nur Schlager, dass sie sehr vielseitig ist.“ In Fachkreisen hatte sich das bereits herumgesprochen, denn im Erfolgsmusical „Vom Geist der Weihnacht“, in dem die Rollen mit jährlich wechselnden Prominenten besetzt werden, war Annemarie als „Engel“ bereits dreimal hintereinander vertreten – eine besondere Würdigung ihrer auch im Fach Musical liegenden Fähigkeiten. 

Erstaunlich auch die Reaktion einiger Gäste nach dem Auftritt im Clack, denn mehrere Eilfeld-Fans hatten die Magic Diva-Show tags zuvor in Berlin gesehen und waren dennoch nach Wittenberg gekommen. Einhellige Meinung: „Im Clack Theater war es viel schöner.“ 

Eilfeld, Eilfeld, Eilfeld – aber da war doch noch was? Richtig, eine ganz gewichtige Stimme: Der Tenor Ricardo Marinello, 2007 erster Gewinner der „Supertalent-Show“ von RTL. Der Sohn einer Deutschen und eines Italieners ruhte sich nach dem überraschend deutlichen Sieg bei der TV-Show nicht auf dem meist nur kurzfristig zu spürenden Ruhm aus, sondern absolvierte in Düsseldorf ein Musikstudium im Fach Klassischer Gesang. Erfolg: Inzwischen wird Marinello auch für Opern gebucht.

Annemarie Eilfeld hat den Tenor als Gaststar für ihre Magic Diva-Show verpflichtet und damit ebenfalls ein glückliches Händchen bewiesen, denn auch Ricardo wagte einen flotten Ritt durch die verschiedenen Musikgenres, gab das „Phantom der Oper“ ganz gelassen, brachte nach der Pause das Publikum mit einem temperamentvollen Udo-Jürgens-Sahne-Mix zum Toben und steigerte sich gemeinsam mit Annemarie Eilfeld zum Höhepunkt der Show bei den weltberühmten Duetten von Andrea Bocelli „Besame Mucho“ und „Time to say Goodbye“ Zuvor gab es noch einen Überraschungsgast: Mario Welker vom hauseigenen Clack Theater. 

Diese Mischung gefiel dem Publikum so sehr, dass es selbst zwei vom „Kapellmeister“ verursachte Unterbrechungen genoss: Der Mann an der Technik hatte zweimal die falsche Hintergrundmusik angespielt und damit die beiden Künstler vorübergehend zur musikalischen Pause gezwungen, was weder Eilfeld noch Marinello aus der Fassung brachte – ganz im Gegenteil: Ricardo nutzte die Unterbrechung für humorige Sprecheinlagen, etwa als er dem staunenden Publikum vom Beginn seiner Karriere als Schriftsteller erzählte. Der Verleger nämlich sagte – nachdem er Ricardos Text gelesen hatte: „Sie haben etwas, das selbst Goethe nicht hatte“ – Kunstpause – „eine Schreibmaschine“. Das kam so gut an, dass ein Zuschauer nach der Show fragte: „War das wirklich eine Panne, oder gehörte es zum Showkonzept?“

Hinweis:

Ricardo Marinello tritt bereits in diesem Jahr noch einmal im Clack Theater auf – mit einem anspruchsvollen Klassik-Programm: Mit dem Liederzyklus „Die Winterreise" von Franz Schubert.




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