utta Brinkmann (l.), Vorsitzende der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg, und die Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Brinkmann zeigen den Neuzugang „Petrus und der Hahn“ von Otto Dix. Foto: Wolfgang Gorsboth

utta Brinkmann (l.), Vorsitzende der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg, und die Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Brinkmann zeigen den Neuzugang „Petrus und der Hahn“ von Otto Dix. Foto: Wolfgang Gorsboth

26.12.2016

Besucher können Kostbarkeiten im Alten Rathaus entdecken

Stiftung Christliche Kunst zeigt neue Werke

Wittenberg (wg). Circa 450 Blätter befinden sich im Besitz der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg, darunter etliche Neuerwerbungen und Schenkungen. Die jüngsten Neuzugänge sind „Petrus und der Hahn“ von Otto Dix und „Kain und Abel“ von Wolfgang Mattheuer - ein Nachhall der erfolgreichen Sonderausstellung „Offenbarung. Leipziger Künstler und die Religion“. Das von der Stiftung angekaufte Werk ist im Alten Rathaus neben den grafischen Arbeiten der Leipziger Michael Triegel, Edgar Knobloch und Bernd Heisig zu sehen. 

„Auch wer unsere Sammlung bereits kennt, wird viele neue Arbeiten entdecken“, erklärt die Stiftungsvorsitzende Jutta Brinkmann im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag zur neuen Hängung nach Abbau der Sonderausstellung. Die sonst so zahlreichen Kreuzigungsszenen wurden reduziert zugunsten einer zur Weihnachtszeit versöhnlicheren Exposition. 

So fehlt auch die Weihnachtsgeschichte nicht. „Wir haben damit das Werk eines unbekannten Künstlers in den Mittelpunkt gestellt“, berichtet Brinkmann. Die neun Blätter im Stil des Kubismus stammen wahrscheinlich aus dem Zeitraum zwischen 1916 und 1920 und thematisieren den Lebensweg Jesu, sie wurden der Stiftung vom Potsdamer Grafiker Manfred Butzmann aus einem Nachlass geschenkt. Die Stiftung hofft auf sachdienliche Hinweise, damit dieser Künstler einen Namen bekommt. 

„Wir zeigen in der neuen Hängung auch jüngere sowie unbekannte Künstler“, berichtet die Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Brinkmann. So zum Beispiel die vier Blätter zum Thema „Sintflut“ des 1981 geborenen Erfurter Künstlers Wieland Payer, seine Kohlezeichnungen wurden 2004 mit dem Kunstpreis der Stiftung ausgezeichnet. Zum selben Thema besitzt die Stiftung acht Lithografien („Die Sündfluth“, 1923) von Lovis Corinth. 

Die aufwühlenden Hauptwerke des Expressionismus wie die „Auferstehung“ von Max Beckmann (1918) und die Kreuzigungsszene „Christus am Kreuz, von Soldaten umgeben“ von George Grosz (1920) fehlen nicht. Daneben stehen Geschichten aus dem Leben Jesu, die von Liebe, Freundschaft oder Nächstenliebe berichten, so zum Beispiel Arbeiten von Otto Dix, die den segnenden und heilenden Christus zeigen oder Werke von Georges Rouault, der die religiösen Themen mit nahezu ikonenhafter Strenge und intensiver Leuchtkraft umsetzt. 

Passend zu Weihnachten zeigt die neue Hängung viele Engel-Bilder von Marc Chagall, für den 1887 in Weißrussland geborenen Meister der Lithografie waren Engel ein zentrales Motiv seiner Kunst. Zu sehen sind freundliche, schwerelose, Freude bringende Wesen, keine strafenden Botschafter Gottes. Vom Expressionisten Christian Rohlfs (1849-1983) wird der Holzschnitt „Rückkehr des verlorenen Sohnes“ (1916) und von Ludwig Meidner (1884-1966) „Der sehende Prophet“ gezeigt. Einen eher weiblich wirkenden Jesus findet sich beim belgischen Maler und Zeichner James Ensor (1860-1949). 

Katerina Belkinas „Sünderin“, 2015 mit dem Internationalen Lucas-Cranach-Preis ausgezeichnet, ist eine fotografische Selbstinszenierung der in Berlin lebenden Künstlerin. Schützend hält die Hochwangere ihre Hand vor dem Bauch, dazu kontrastierend das „Verkündigungsmotiv“ (1978) des dänischen Künstlers Palle Nielsen, der eine keineswegs glückliche, sondern verzweifelte Maria zeigt. Von Nielsen, der zu den bedeutendsten Grafikern Skandinaviens zählt, ist unter anderem auch eine „Gethsemane-Szene“ zu sehen. 

„Winter springs into bloom“ ist der Titel einer Lithografie aus dem Jahr 2000 von Königin Margrethe II. von Dänemark. Am Eingang zur Ausstellung zeigt die Stiftung die illustrierte dänischen Bibel (1993) von Bodil Kaalund, autorisiert von Margrethe II. Die Malerin mit engen Kontakten zum königlichen Hof ist in ihrem Heimatland bekannt als Schöpferin von religiösen Motiven.




Video

Dicke Luft und kein Verkehr - Der Zoff geht weiter

mehr Videos

Videos Kultur

Dicke Luft und kein Verkehr - Der Zoff geht weiter
Jukebox im Clack Theater Wittenberg
Ensemble Weltkritik im Clack Theater Wittenberg: Höhenflüge in Bodennähe
Lothar Bölck: Dummerland im Clack Theater Wittenberg
LadyLike im Clack Theater Wittenberg

Videos Politik

Sepp Müller Jamaika und Luther
Der Wittenberger Bundestagsabgeordnete Sepp Müller (CDU), Video 3
Sepp Müller Sondierung
Sepp Müller (CDU) Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis 70 Wittenberg/Dessau

Videos Agentur

Der Countdown läuft - Wittenberger Sonntag
Ming Battle - Autohaus Moll, Wittenberg
Wittenberg aus der Luft
Autohaus Moll
Funny Friesland - Einführung


Wittenberger Sonntag Verlags GmbH, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: