Michael Sandau, Schulleiter des Luther-Melanchthon-Gymnasiums in Wittenberg, möchte einzelne humanistische Prinzipien des Zusammenlebens auch im Schulalltag anwenden. Foto: Archiv / Wolfgang Gorsboth

Michael Sandau, Schulleiter des Luther-Melanchthon-Gymnasiums in Wittenberg, möchte einzelne humanistische Prinzipien des Zusammenlebens auch im Schulalltag anwenden. Foto: Archiv / Wolfgang Gorsboth

22.12.2016

Gymnasium gestaltet beim Jubiläum einen „Wittenberger Abend“

Thema beim Parkfest des LMG: Renaissance-Humanismus

Wittenberg (wg). Alle drei Jahre feiert das Luther-Melanchthon-Gymnasium (LMG) sein Parkfest, im Sommer 2017 wird es Bestandteil eines der vier „Wittenberger Abende“ sein, mit denen die Stadt Wittenberg als Gastgeberin zum Gelingen des Reformationsjubiläums beitragen möchte. Das Gymnasium bereitet sich mit vielen Aktivitäten darauf vor. 

Die vier Abende orientieren sich an den Leitbildern Wittenbergs – Stadt an der Elbe, Industrie- und Kulturstandort, Bildungsstandort und Lutherstadt. „Unser Parkfest steht unter dem Motto ‚Renaissance-Humanismus’ und erfüllt zwei Zwecke“, erklärt Schulleiter Michael Sandau, „zum einen werden die Schüler motiviert, ganzheitlich zu denken und angeregt, Höhepunkte im Schulalltag selbst aktiv zu gestalten, zum anderen wird ein hohes Maß an Identifikation der Schüler mit ihrer Schule und dem Umfeld erreicht.“ 

Gefeiert wird in der ersten vollen Unterrichtswoche nach den Sommerferien, 2017 am 18. August – auch als ein Höhepunkt für die neuen fünften Klassen. Im weitläufigen Park hinter dem Schulgebäude werden vier Bühnen bespielt. 

 „Wir fühlen uns dem Reformationsjubiläum 2017 ganz besonders verpflichtet“, betont Schulleiter Sandau. Seit mehr als einem halben Jahr arbeite man an einer Vorlesungsreihe unter dem Arbeitstitel „Ein feste Burg ist unsere Schule.“ Schüler setzen sich in Vorträgen mit der Reformationszeit auseinander, dabei sollen so viele Unterrichtsfächer wie möglich einbezogen werden: Michael Stifel, Pfarrer in Lochau, der den Weltuntergang prophezeite (Mathematik), Melanchthon als Humanist und Reformer (Philosophie), Wittenberg und die Universität (Geschichte), Tycho Brahe und Giordano Bruno (Astronomie), Lucas Cranach (Kunst). Die Vorträge sollen einmal im Monat stattfinden und sind öffentlich. 

Das Thema „Renaissance-Humanismus“ hat für Sandau aber auch einen ganz aktuellen Bezug, denn der Humanismus sei eine Weltanschauung, die sich an der Würde des Menschen orientiere. „Uns geht es darum, einzelne humanistische Prinzipien des Zusammenlebens wie Toleranz und Gewaltfreiheit auch im Schulalltag anzuwenden“, so Sandau. Damit war die Idee einer „Schule mit gutem Benehmen“ geboren – ein leiser Prozess, dessen Erfolg nur schwer messbar sei. 

 „Wichtig ist die Achtung des Menschen“, betont Sandau. Das fange bei ganz banalen Dingen an, wie Tisch aufräumen, grüßen, im Klassenraum das Basecap absetzen oder beim Gespräch mit anderen nicht gleichzeitig mit dem Handy SMS schreiben. Den Gedanken, andere Menschen zu achten, könne man weiter entwickeln im Umgang mit Fremden und Migranten - und dann werde daraus ein politischer Anspruch. 

Für den Schulleiter ebenfalls wichtig: „Von der Jugend wird immer wieder behauptet, dass sie nichts tauge, dass sie faul sei und sich nicht benehmen könne; ein Urteil, dass sich seit der Antike hartnäckig hält.“ In Wahrheit sei die Jugend nicht schlechter oder besser als früher, sie sei bisweilen aufrührerisch, sie sei anders als die Erwachsenen, sie sei aber auch innovativ, dynamisch, hilfs- und leistungsbereit, nur werde das oft zu wenig wahrgenommen.




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