Schneeweißchen und Rosenrot pflegen das Fell des Bären: Der vom Jäger Verfolgte ist bereits in der Familie integriert. Foto: Wolfgang Marchewka

Schneeweißchen und Rosenrot pflegen das Fell des Bären: Der vom Jäger Verfolgte ist bereits in der Familie integriert.
Foto: Wolfgang Marchewka

03.12.2016

Gelungene Premiere von „Schneeweißchen und Rosenrot“ im Clack

Wer dem Verfolgten Obdach gewährt...

Wittenberg (wm) Mit einer Doppelpremiere ist das Clack Theater in die neue Märchensaison gestartet, und wie fasziniert die Kinder das Geschehen auf der Bühne verfolgten, zeigt die laut gestellte Frage einer Sechsjährigen im Publikum, als es für die Akteure auf der Bühne Blumen gab: „Mama, ist es jetzt schon zu Ende?“ Das Mädchen hätte „Schneeweißchen und Rosenrot“ am liebsten als „unendliche Geschichte“ genossen. 

Aber auch die zahlreichen Erwachsenen im restlos ausverkauften Theater – keineswegs nur Angehörige der Kinder – verfolgten das Geschehen mit Genuss, was sicherlich auch daran lag, dass Regisseur Klaus Helfricht die Geschichte der Brüder Grimm erneut mit Geschick gestrafft und für die Bühne bearbeitet hat.

Die älteste Zuschauerin im Clack war eine 87 Jahre alte Dame aus Bitterfeld. Auch sie zeigte sich nach der Premiere sehr angetan: „Ich bin begeistert von der Zusammenarbeit der Theaterprofis mit Schülern, deren natürliche Naivität gut zur Geschichte passt.“

In der Tat hatten die Clack-Macher im Rahmen ihrer Förderung von jungen Talenten diesmal ein Experiment gewagt und gleich vier Rollen mit Schülerinnen und Schülern aus dem Luther-Melanchthon-Gymnasium besetzt: Neben Ayleen Deisinger als Schneeweißchen waren das Melina Ademaj als Rosenrot, Jakob Seiffert als Jäger und Marcus Lehnert als Prinz. Da blieben für die Profis nur noch drei Rollen übrig: Barbara Schüler als arme Witwe und Mutter der beiden Mädchen, Stefan Schneegaß als kauzig-böser Zwerg und Ralph Richter als Bär.

Dass diese Mischung passt, ist ein Verdienst der Profis, die den Nachwuchs sehr intensiv auf ihre Auftritte vorbereitet hatten.

Besonders die beiden Mädchen gaben das zwar vom Temperament her verschiedene aber vom Charakter her liebe und freundliche Geschwisterpaar sehr natürlich, so dass sich manch ein Elternpaar wünschen wird, ebenfalls solche Kinder zu haben.

Die Freundlichkeit der beiden Mädchen wird besonders deutlich, als der vor dem übereifrigen Jäger fliehende Bär, der „die gefährliche Bestie“ unbedingt erschießen will, um Einlass bittet: Sie verstecken den Verfolgten nicht nur, sondern nehmen ihn auf: „Wir spielen Zirkus“, freut sich Rosenrot.

Einen Verfolgten aufnehmen und gemeinsam mit ihm etwas unternehmen? Erinnert das jemanden an Ereignisse im richtigen Leben? Ralph Richter, der im warmen Clack Theater bei zwei Aufführungen nacheinander im wärmenden Bärenfell steckte, hätte nichts dagegen, die in manchen Märchen versteckten Botschaften in die heutige Zeit zu übertragen. Und damit meint er nicht nur die vorbildlich handelnden Mädchen, die ganz spontan einem Verfolgten Obdach geben, sondern auch die Figur der „Bestie Bär“, die sich am Ende als jemand anders entpuppt: Man ersetze „Bär“ durch „Flüchtling“ und komme zu der Erkenntnis, dass sich manch eine vermeintlichen Belastung bald in eine nützliche Ergänzung für unsere Gesellschaft wandeln könnte...




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