In einem Raum der neuen Bibliothek zeigt Dr. Christel Panzig das Buch von Georg Piltz „Ein Sack voll Ablaß“ mit Bildsatiren aus der Reformationszeit. Ähnlichkeiten mit modernen Steuerplänen wären rein zufällig. Foto: Wolfgang Marchewka

In einem Raum der neuen Bibliothek zeigt Dr. Christel Panzig das Buch von Georg Piltz „Ein Sack voll Ablaß“ mit Bildsatiren aus der Reformationszeit. Ähnlichkeiten mit modernen Steuerplänen wären rein zufällig. Foto: Wolfgang Marchewka

06.11.2016

Horst-Dähn-Bibliothek ist im Barockhaus eingeweiht worden

Wertvolle Schenkung für das Haus der Geschichte

Wittenberg (wg). Im barocken Gartenhaus des Hauses der Geschichte ist die wissenschaftliche Horst-Dähn-Bibliothek ihrer Bestimmung übergeben worden.

Vier Jahre nach dem Tod von Prof. Dr. Horst Dähn (1941-2012) hat sich seine Witwe Dr. Ursula Dähn aus Neuhausen bei Stuttgart entschieden, seinen Bibliotheksnachlass dem Haus der Geschichte zu schenken. „Frau Dähn kannte unser Informations- und Dokumentationszentrum ‚Luther in der DDR’ und war der Meinung, dass dies der richtige Ort für die Präsentation ist“, erklärt Dr. Christel Panzig, Leiterin des Hauses der Geschichte.

Prof. Dähn arbeitete nach seiner Promotion an der FU Berlin und seiner Habilitation an der Universität Stuttgart jahrelang an dem von Hermann Weber geleiteten Arbeitsbereich „Geschichte und Politik der DDR“ am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung. Seit seiner Ernennung zum außerplanmäßigen Professor übte er von 1983 bis zu seinem Ruhestand 2007 eine Lehrtätigkeit an der Uni Stuttgart aus.

1993 gründete er zusammen mit anderen Historikern und Theologen das außeruniversitäre, in freier Trägerschaft arbeitende, politisch unabhängige und überkonfessionelle Berliner Institut für vergleichende Staat-Kirche-Forschung und leitete es zusammen mit seinem Ostberliner Kollegen Dr. Joachim Heise. Vorsitzender des Trägervereins ist Bischof a.D. Prof. Axel Noack. Die von Dähn bereits 1982 vorgelegte Untersuchung zum Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR ist bis heute ein Standardwerk geblieben.

„Seine in mehreren Jahrzehnten entstandene wissenschaftliche Bibliothek umfasst 60 laufende Meter Fachliteratur aus BRD- und DDR-Verlagen“, berichtet Panzig. Derzeit laufe die Erfassung der Bücher und Zeitschriften, eine Nutzung durch Interessenten sei deshalb erst einmal nur an Ort und Stelle – ohne Ausleihe - möglich.

Das Haus der Geschichte bietet mit seinem Informations- und Dokumentationszentrum „Luther in der DDR“ interessierten Besuchern seit 2009 die Möglichkeit, sich zum Thema Staat und Kirche in der DDR in speziellen Ausstellungen zu informieren. „Die Fachbibliothek ist ein zusätzliches Angebot für Wissenschaftler und Studenten, die zu diesem Thema forschen“, sagt Panzig. Dies trage dazu bei, dass das Haus der Geschichte als Mitglied von Campus Wittenberg e.V. die Stadt um eine weitere Bildungsinstitution bereichere.




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