Olga Gollej übernimmt als neue Vorsitzende des FKDR den Staffelstab von Erdmute Peuker, die von den Vereinsmitgliedern zur Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Foto: Veranstalter

Olga Gollej übernimmt als neue Vorsitzende des FKDR den Staffelstab von Erdmute Peuker, die von den Vereinsmitgliedern zur Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Foto: Veranstalter

17.09.2016

Nahtloser Übergang sichert auch in Zukunft hohe Musikkunst

Erdmute Peuker zieht sich zurück, Pianistin Olga Gollej übernimmt

Kemberg-Lubast (wg). Wenn am 18. September mit einem Meisterkonzert die 22. Spielzeit des Fördervereins zur Kultur- und Denkmalpflege Rotta e.V. (FKDR) im Heidehotel Lubast eröffnet wird, geht eine Ära zu Ende: Ministerpräsident und FKDR-Schirmherr Reiner Haseloff (CDU) übergibt den Staffelstab von Erdmute Peuker an ihre Nachfolgerin Olga Gollej (Klavier), die mit Matthias Wollong (Violine) und Matthias Moosdorf (Cello) an eben diesem Tag das Meisterkonzert bestreitet.

„Der Druck ist weg“, sagt Peuker, die in diesem Jahr 75 geworden ist. „Man sollte rechtzeitig den Rückzug planen und nicht warten, bis es nicht mehr geht.“ In ein Loch werde sie nicht fallen, vielmehr wolle sie das Malen vertiefen.

Als Erdmute Peuker, fast vier Jahrzehnte stellvertretende Solo-Bratscherin des MDR-Sinfonieorchesters, 2006 pensioniert wurde, hing sie ihr Instrument sprichwörtlich an den Nagel und widmet sich seitdem mit Inbrunst der Malerei. „Entweder richtig oder gar nicht, nur ein bisschen geht nicht“, beschreibt sie ihre Lebensmaxime.

Die Geschäfte des Vereins wird sie solange weiterführen, bis Olga Gollej ins Vereinsregister in Stendal als neue Vorsitzende registriert ist. Ihrer Nachfolgerin hat sie versprochen, sie ein Jahr zu begleiten und zu unterstützen – im Hintergrund, ohne die Last der Organisation tragen zu müssen.

Bereits 2013 hatte Erdmute Peuker beschlossen, nach 20 Jahren Vorsitz aufzuhören, doch die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gestaltete sich schwieriger als gedacht, schließlich geht es um einen Vollzeitjob im Ehrenamt. Dafür wurde sie zweimal geehrt: Vor zehn Jahren mit der Verdienstmedaille des Landes und im Dezember 2015 mit dem Bundesverdienstorden.

 Auf ihrer jüngsten Sitzung haben die 31 Mitglieder des FKDR nicht nur über die Nachfolge entschieden, sondern Erdmute Peuker auch zur Ehrenvorsitzenden gewählt.

Eine ursprünglich angedachte Personalie zerschlug sich, doch den Verein auflösen und die Konzertreihe, die MP Haseloff einmal als „Perle der Region“ einstufte, sterben lassen, war auch keine Lösung. Also machte sie weiter und fand in der Pianistin Olga Gollej die geeignete Nachfolgerin: „Ich habe sie gefragt und sie hat zugesagt.“

Kompetenz, Ausstrahlung und gute Kontakte zu Künstlern zeichnen die 1983 in Kasachstan geborene Pianistin aus. Sie wird die hohe Qualität der Konzertreihe auch in Zukunft garantieren.

„Als wir 1995 den FKDR gründeten, war es das Ziel, in einer ländlichen Region, die nach der Wende einen wirtschaftlichen Niedergang durchlebte, kulturelle Akzente zu setzen“, erklärt Peuker. „Von Anfang an haben wir auf Hochkultur und auf Künstler von (inter-)nationalem Rang gesetzt und unseren Anspruch umgesetzt.“

Knapp 300 Veranstaltungen führte der FKDR durch, auf der ebenso langen wie hochkarätigen Künstlerliste stehen Namen wie der Pianist Justus Frantz, Kammersänger Peter Schreier, die Sängerin Ute Selbig, der Schauspieler Christian Quadflieg, der Kabarettist Tom Pauls und der Politiker Norbert Blüm.

Über zwei Jahrzehnte hat die Ehrenvorsitzende ihr ganzes Privatleben auf den Verein abgestimmt, sie war immer präsent und hat die Künstler betreut. Vom Schreiben der Einladungsbriefe, die stets eine ausführliche Darstellung des Konzertprogramms sowie der Vita der Künstler enthielten über das Falten und Einstecken der Briefe, das Verteilen und Verschicken der Plakate bis hin zu den vertraglichen Bindungen der Künstler reichte die umfangreiche Arbeit.

Von finanzieller Unterstützung durch die Stadt Kemberg abgesehen, erhielt der FKDR keine öffentliche Förderung. Wichtiger als das große Geld sind Stil und gute Kontakte, doch ganz ohne Sponsoring geht es nicht. „Ich danke allen, die uns unterstützt haben, vor allem den Schirmherren.“ Erster Schirmherr war der Dirigent Enoch Freiherr von und zu Guttenberg, danach folgte Fabio Luisi, von 1997 bis 2007 Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchesters und derzeit Chefdirigent an der Metropolitan Opera in New York sowie Generalmusikdirektor am Opernhaus Zürich. Dritter Schirmherr ist seit 2007 MP Haseloff.

Ausdrücklich dankt Peuker dem ehemaligen Landrat Dr. Wulf Littke (CDU), Ehrenmitglied des FKDR, der den Verein von Anfang an mit Rat und Tat unterstützte, sowie dem ehemaligen Ministerpräsidenten Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, dem Bundestagsabgeordneten Ulrich Petzold (beide CDU), den zahlreichen Konzertbesuchern sowie den vielen Spendern und Sponsoren.

Olga Gollej: Pianistin der Extraklasse 

Olga Gollej erhielt ihren ersten Klavierunterricht bereits im fünften Lebensjahr, schon bald wurde ihre außerordentliche Begabung für das Klavierspiel erkannt und gefördert. Von 2002 bis 2007 studierte sie bei Arne Torger und Hans Leygraf am „Mozarteum“ in Salzburg, 2008 wurde sie in die Meisterkurse von Peter Waas in Weimar aufgenommen.

Wettbewerbspreise und Auszeichnungen öffneten ihr die Türen zu Konzerten in Europa, Südamerika und dem Nahen Osten. Seit 2010 ist sie Stipendiatin bei Yehudi Menuhin Live Music Now.

Gemeinsam mit Matthias Wilde von der Staatskapelle Dresden gründete sie sie Anhaltischen Kammermusiktage im Gartenreich Dessau-Wörlitz, die jährlich im Herbst internationale Musikgrößen nach Wörlitz locken. Seit 2013 ist Gollej Geschäftsführerin der Internationalen Gluck Opern Festspiele in Nürnberg.

Erdmute Peuker und die Leipzigerin Olga Gollej halten seit einem Jahr regelmäßig Kontakt, auch der Spielplan für die 22. Saison mit zehn Konzerten wurde gemeinsam konzipiert: „So gewährleisten wir den nahtlosen Übergang und die gewohnte Qualität der Konzerte, damit uns das Publikum treu bleibt.“





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