Das Alte Gefängnis ist Standort der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“. Der Bund unterstützt die Exposition mit bis zu 200.000 Euro. Foto: Wolfgang Gorsboth

Das Alte Gefängnis ist Standort der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“. Der Bund unterstützt die Exposition mit bis zu 200.000 Euro. Foto: Wolfgang Gorsboth

28.08.2016

Zeitgenössische Kunst im Alten Gefängnis

„Luther und die Avantgarde“

Wittenberg (WiSo). Unter dem Motto „Luther und die Avantgarde“ präsentiert die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. in Kooperation mit dem Verein „Reformationsjubiläum 2017“ e.V. vom 18. Mai bis 17. September 2017 zeitgenössische Kunst im Alten Gefängnis.

Rund 50 internationale Künstler sind eingeladen, sich mit dem Reformationsgedanken auseinanderzusetzen – unter anderem werden Arbeiten von Stephan Balkenho, Maurizio Cattelan, Ayse Erkmen, Gilbert & George, Ilya und Emilia Kabakov, Anselm Kiefer zusammen mit Alexander Kluge, Günther Uecker, Paloma Varga-Weisz, Erwin Wurm und Zhang Peili gezeigt sein. Damit dürfte Wittenberg im Reformationssommer um eine Attraktion reicher sein.

In der Ausstellung begegnen sich der Reformator als Vordenker und Avantgardist seiner Zeit und aktuelle Kunst, die Position bezieht zu gesellschaftlichen Fragen der heutigen Zeit. Es geht nicht um bildliche Darstellung des Wirkens Martin Luthers oder um eine historische Auseinandersetzung, sondern um die Reflexion von Haltungen.

Luther hatte religiöse, soziale und gesellschaftliche Reformprozesse in Gang gesetzt, die über die christlichen Wertvorstellungen hinaus die Gesellschaft radikal verändert haben. Hier knüpft die Ausstellung an und zeigt künstlerische Strategien, die nach Veränderung streben, Missstände aufzeigen sowie von Unabhängigkeit im Denken und Handeln geprägt sind.

Die Positionen spüren der Bedeutung Luthers für die zeitgenössische Kunst nach und beleuchten die „Avantgarde-Rolle“ der aktuellen Kunstszene. Die Haltung der Künstler zu Themen wie Freiheit, Individualisierung oder Religionskonflikte nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Aber auch die Kraft von Sprache und Bildern im Kontext staatlich oder religiös motivierter Macht- und Moralansprüche und neuer Medien soll kritisch untersucht und visualisiert werden.

Luthers Beitrag zur Bilderfrage ist bis heute gleichermaßen eine Herausforderung an die Künstler wie an die Betrachter. In seinen Thesen schreibt Luther: „Die Bilder sind weder das Eine noch das Andere, sie sind weder gut noch böse, man kann sie haben oder nicht haben.“ Die Freistellung der Bildenden Kunst von religiösen Diktaten und die Stärkung der Rolle des Betrachters haben der künstlerischen Moderne den Weg geebnet. Zugleich fordert dieser „Freibrief“ zu allen Zeiten Künstler auf, immer wieder neu über die Aufgaben und Inhalte von Kunst nachzudenken – dies gilt insbesondere auch im Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums.

Ihre Werke präsentieren die Künstler an drei Orten – neben dem Alten Gefängnis in Wittenberg, das zu diesem Anlass saniert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wird, sind dies die St. Matthäuskirche in Berlin und die Karlskirche in Kassel. Zeitgleich zu „Luther und die Avantgarde“ nimmt die Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“, die vom 20. Mai bis 10. September 2017 in den Wallanlagen realisiert wird, ebenfalls Bezug auf Fragen und Perspektiven der Zukunft.




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