Zwei ideenreiche Wittenberger sind mit ihrem Team international gefragt als Entwickler und Produzenten von variablen Speichersystemen für Solarenergie: Simon Schandert (links) und Daniel Hannemann, beide Geschäftsführer der Tesvolt GmbH. Foto: Tesvolt

Zwei ideenreiche Wittenberger sind mit ihrem Team international gefragt als Entwickler und Produzenten von variablen Speichersystemen für Solarenergie: Simon Schandert (links) und Daniel Hannemann, beide Geschäftsführer der Tesvolt GmbH.
Foto: Tesvolt

27.07.2016

Wird Tesvolt für den Landes-Innovationspreis nominiert?

Wittenberger speichern Afrikas Sonne für ein Landwirtschaftsprojekt

Wittenberg (wm). Zwei Wittenberger Jungs, beide Absolventen des Luther-Melanchthon-Gymnasiums, zeigen nach einer gewissen Reifezeit, was aus heimischem Ideenreichtum, gepaart mit Schnelligkeit, einer guten Portion Ehrgeiz plus der Bereitschaft, auch persönliche Risiken einzugehen, werden kann: Daniel Hannemann und Simon Schandert, beide Geschäftsführer der Wittenberger Tesvolt GmbH, haben sich mit ihren ebenso flexiblen wie umweltfreundlichen Solarenergie-Speichersystemen internationale Aufmerksamkeit erarbeitet. Möglich, dass Tesvolt mit ihrer jüngsten Problemlösung sogar für den Innovationspreis des Landes Sachsen-Anhalt nominiert wird.Diese jüngste Lösung vereint Umweltfreundlichkeit mit einer gehörigen sozialen Komponente: „Wir haben für ein Landwirtschaftsprojekt im afrikanischen Ruanda das weltweit größte dezentrale Batteriespeichersystem für Solarenergie entwickelt“, berichtet Daniel Hannemann im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag und ergänzt: „Derzeit fahren unsere Produkte in einem Containerschiff Richtung Afrika, im Oktober fliegt ein Tesvolt-Team zur Endmontage nach Ruanda.“

Es ist ein gewaltiges Projekt, das fast 2.000 afrikanischen Kleinbauern künftig bessere Lebensbedingungen gewährleisten wird. Das Hintergrundproblem sollte nach der internationalen Ausschreibung einer namhaften Stiftung möglichst preiswert und zuverlässig gelöst werden und liegt in der mangelhaften Infrastruktur Ruandas begründet: „Es gibt dort keine zuverlässige Stromversorgung, täglich fällt der Strom drei- bis viermal aus“, erklärt Daniel Hannemann, „und das ist schlimm für die Kleinbauern, die in der afrikanischen Hitze ihre Gemüsefelder mit Hilfe von elektrisch betriebenen Pumpen bewässern müssen.“ Ihr bisheriges Schicksal: Kein Strom, kein Wasser, erhebliche Ernteausfälle – kaum genug zum Überleben.

Künftig wird das anders: Ein 3,3 Megawatt-Solarkraftwerk, errichtet vom deutschen SMA-Solarkonzern, liefert den Strom, der von dem Tesvolt-Lithium-System in einem dezentralen Netz gespeichert wird. Konkret geht es bei diesem Projekt um 44 Wasserpumpen, jede bekommt einen eigenen Energiespeicher zugeordnet, so dass selbst bei einem theoretisch denkbaren Speicherausfall alle anderen problemlos weiterlaufen. Der Clou: Selbst bei einem längeren Ausfall des herkömmlichen Stromnetzes in Ruanda läuft dieser Solarpark trotzdem weiter und liefert den Strom für die Wasserpumpen.

Eine weitere Bedingung der Ausschreibung war die leichte Wartung bei Bedarf, denn Bauern sind im Regelfall keine Techniker. Auch in diesem Punkt hat Tesvolt mit einer ideenreichen Lösung überzeugt: In jedem Speicher liefert ein mit spezieller Software geladener I-Pad Daten via Internet nach Wittenberg, so dass Fernwartung problemlos möglich ist. Dabei ist das Kontrollsystem so intelligent, dass es bemerkt, wenn eine Batteriezelle beginnt zu kränkeln. Die Tesvolt-Techniker können also bereits eingreifen, noch ehe eine Batterie auszufallen droht.

„Es war ein Kraftakt“, gesteht Daniel Hannemann, „eine komplette, digitalisierte Neuentwicklung für Afrika.“ Was Tesvolt kann, wird an der Umsatzentwicklung deutlich: Etwa 80 % der Produkte werden ins Ausland geliefert. Dafür arbeitet ein Team, das fließend Englisch, Spanisch, Russisch und Serbisch spricht.

Fachkräfteproblem? Das ist ein anderes Thema...




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