Die schönste Angela Merkel (Stefan Schneegaß) seit es Kabarett gibt, tritt noch bis zum 14. August beim Sommerkabarettfestival „Strand in Sicht“ im Wittenberger Cranach-Hof auf. Links Mario Welker, rechts der pfundige Vizekanzler Ralph Richter. Foto: Wolfgang Marchewka

Die schönste Angela Merkel (Ste�������fan Schneegaß) seit es Kabarett gibt, tritt noch bis zum 14. August beim Sommerkabarettfestival „Strand in Sicht“ im Wittenberger Cranach-Hof auf. Links Mario Welker, rechts der pfundige Vizekanzler Ralph Richter.
Foto: Wolfgang Marchewka

09.07.2016

Das leichte Sommerkabarett bietet nicht nur leichtes Sommerkabarett

Überraschungen am Strand

Wittenberg (wm). Preisfrage: Wo in Europa befindet sich der vielseitigste Strand? Ok, die Frage war zu einfach, und deshalb gibt es für die richtige Antwort nichts zu gewinnen: Natürlich ist das ultimative Stranderlebnis dieser Tage im Cranach-Hof zu genießen, wo die Wittenberger „Reißzwecken“ samt Gäste „Strand in Sicht“ verkünden.

Das Wittenberger Sommerkabarett-Festival läuft – und es läuft sogar besser als befürchtet, denn selbst beim nervenzerfetzenden Fußballdrama Deutschland gegen Italien war die parallel laufende Vorstellung im Cranach-Hof sehr gut besucht.

Und zum Glück für das gut gelaunte, erwartungsfrohe Publikum machten die „Reißzwecken“ eine ihrer der Presse zur Verfügung gestellte Vorankündigung nicht zur Tatsache: Sie bieten „am Strand“ keineswegs nur leichtes Urlaubskabarett, sondern buddeln gleich mehrere politische Themen aus den Gestaden dieser Welt. Deshalb hat es fast den Anschein, als wollten sich die Kabarettisten bereits vor der Premiere einen leichten Sommerscherz mit solchen Wittenberger Pressevertretern machen, die ungeprüft nahezu alles veröffentlichen.

Tja, was die erwartungsfrohen Urlauber heutzutage am Strand alles sehen können, ist wirklich erstaunlich. Da unterhalten sich zwei Deutsche über die Flüchtlingskrise und Barbara Schüler fragt Ralph Richter, ob er als Eigentümer eines großen Hauses auch Flüchtlinge aufnehmen würde. Die Antwort ist typisch: „Jaaaa, im Prinzip“ – und dann folgen bemerkenswert viele Aber-Sätze.

Ein Strandabschnitt weiter erzählt der Iwan – alias Mario Welker – ein Märchen der „Gebrüder Krim“ mit der märchenhaften Entwicklung mancher russischen Touristen: Vom Parteibuch zum Scheckbuch. Der stadtbekannte Wittenberger Edel-Pils-Punker „Harry“ (Stefan Schneegaß) ist am Strand zu sehen, wie er mit seinem Freund „Horschtl (Ralph Richter) über einen neuen Urlaubstrend philosophiert: Kreuzfahrt für Singles unter dem Motto „All you can eat, all you can fuck, all you can drink“. Das dabei nicht alles so läuft, wie erhofft, ist ebenfalls inklusive.

Noch ehe sie das erste Wort spricht, lachen die Gäste am Cranach-Strand: Die Oma (Stefan Schneegaß) kommt samt Krückstock wahrlich allerliebst angehumpelt. Aber da weiß sie auch noch nicht, dass sich das Knüller-Angebot einer Kaffeefahrt für nur 19,99 Euro im Laufe des Dialogs mit einer dreisten Verkäuferin (Barbara Schüler) als Abzocke der übelsten Art entpuppen wird. Hier gelingt es den beiden „Reißwecken“, ein eigentlich ernstes gesellschaftspolitisches Thema derart überspitzt darzustellen, dass man trotz des Schicksals der armen Oma noch herzhaft lachen kann.

Und dann wird es hochpolitisch: Als nicht erwartete Überraschungsgäste erscheinen am Strand „unsere Kanzlerin und ihr Vize“ (Stefan Schneegaß und Ralph Richter), moderiert von Mario Welker. Während der Vize den Wert der SPD verkörpert (der einzig hohe Wert in der SPD ist der Cholesterinspiegel des Vizekanzlers) flirtet die telefonierende Kanzlerin im besten Denglisch mit dem lieben Barak und mit EU-Kumpel Hollande. Klar, dass dabei kein Auge trocken bleibt. Und dann spielt ja auch noch der Stargast auf, bei jeder Veranstaltung ein anderer, aber bisher alle außerordentlich gut. Die ersten sind bereits für Solo-Auftritte im Clack-Theater verpflichtet worden. Da kommt was auf Wittenberg zu…

Alle, die nun denken, sie hätten etwas verpasst, müssen nicht traurig sein: Das 12. Wittenberger Sommerkabarettfestival läuft munter weiter – bis zum 14. August. Es darf also weiter gelacht werden – unter der Regie von Clara Widmer.




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